Digital Life
07.11.2014

Razzia bei Silk Road 2.0

Der mutmaßliche Betreiber des Darknet-Marktplatzes wurde laut FBI-Angaben in San Francisco festgenommen. Die Behörden gingen auch gegen andere Darknet-Marktplätze vor.

Wie das FBI in einer Pressemitteilung angibt, wurde der 26-jährige US-Amerikaner Blake Benthall als Betreiber von Silk Road 2.0 identifiziert und am Donnerstag in San Francisco gefasst und anschließend dem Haftrichter vorgeführt. Die Plattform, die im TOR-Netz gehostet war, wurde geschlossen und offline genommen.

Silk Road 2.0 ist der Nachfolger des Darknet-Marktplatzes Silk Road, der vor etwa einem Jahr von den Behörden zerschlagen wurde. Silk Road galt als einer der größten Umschlagplätze für illegale Drogen im Internet. Laut dem FBI generierte Silk Road 2.0 zuletzt einen Umsatz von acht Millionen Dollar im Monat und hatte 150.000 aktive User.

Das FBI schleuste laut eigenen Angaben einen Undercover-Ermittler in das Admin-Team von Silk Road 2.0 ein und schafften es so, an den Gründer zu kommen, der online unter dem Namen Defcon bekannt war.

Auch andere Märkte geschlossen

Die Behörden gingen nicht nur gegen Silk Road, sondern auch gegen andere Umschlagplätze illegaler Waren im Darknet vor. Laut einem BBC-Bericht wurden auch die Plattformen Hydra und Cloud 9 im Rahmen der Operation Onymous geschlossen und zwei Betreiber in Dublin festgenommen. Dabei wurden auch Drogen im Wert von 180.000 Euro beschlagnahmt. Der volle Umfang der Aktion soll erst im Laufe des Freitags bekannt gegeben werden.

Nachfolger

Nach der Schließung des ursprünglichen Silk Roads, bei der Millionen an Bitcoins beschlagnahmt wurden, bildeten sich sehr schnell Nachfolger, unter anderem Silk Road 2.0, das das Design seines Vorgängers nahezu exakt übernahm. Ross Ulbricht, der mutmaßliche Gründer des ursprünglichen Silk Road, steht in New York vor Gericht, der Prozess soll Anfang Jänner 2015 beginnen. Er plädiert auf nicht schuldig.