© REUTERS / AXEL SCHMIDT

Digital Life
05/06/2019

Re:publica steht dieses Jahr im Zeichen von „tl;dr“

Das Motto der diesjährigen Netzkonferenz re:publica ist „too long: didn’t read“ („tl;dr“). Auch einige österreichische Sprecherinnen und Sprecher sind dabei.

Mit Frank-Walter Steinmeier kommt am Montag erstmals ein Bundespräsident auf die Digitalkonferenz re:publica nach Berlin. Es wird erwartet, dass Steinmeier in der Eröffnungsrede seine Themen Demokratie und Debattenkultur mit den Auswirkungen der Digitalisierung verknüpft. Im Anschluss soll es noch einen Presserundgang geben. Die dreitägige Veranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto „tl;dr: too long; didn“t read“.

Damit sei die re:publica dem Kleingedruckten gewidmet, erklärten die Veranstalter. „Den Fußnoten. Der Kraft der Recherche, dem Wissen und der Kontroverse. Der Notwendigkeit und Dringlichkeit, die Themen kritisch zu hinterfragen, die polarisieren, uns spalten - oder auch vereinen.“

 

Natürlich geht es bei der dreizehnten Ausgabe der re:publica auch wieder um digitale Themen in allen Facetten: Künstliche Intelligenz, Plattformregulierung, die Urheberrechtsreform oder die Zukunft der Arbeit. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte anlässlich der re:publica eine Begrenzung der Marktmacht von Internetgiganten wie Google und Facebook. „Wenn Datenmacht Wettbewerb behindert, brauchen wir Wege, um Daten zugänglich zu machen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Spannung erwartet wird auch der Auftritt von Margrethe Vestager am Dienstag. Die EU-Wettbewerbskommissarin setzt sich leidenschaftlich gegen eine Monopolisierung der Internetriesen und für offene, faire Märkte ein

Klimaschwerpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Thema Nachhaltigkeit, das aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist ebenso dabei wie „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer oder Johan Rockström, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Ein besonderes Highlight zum Abschluss am Mittwoch ist der Auftritt von Astronaut Alexander Gerst.

Insgesamt umfassen die re:publica und die begleitende Media Convention Berlin (MCB) Hunderte Programmpunkte. Zum Auftakt der MCB wird am Montag Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erwartet. Im Anschluss spricht die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer - auch Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder - über die Gestaltung der digitalen Gesellschaft.