Apple unveils AirTag in Cupertino

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Stalker finden an Apples AirTags Gefallen, Warn-App soll helfen

Eigentlich soll das AirTag von Apple eine einfache Möglichkeit bieten, die eigenen Sachen im Blick zu behalten.Man kann die 8 Millimeter dünne Scheibe mit einem Durchmesser von 3,2 Zentimeter etwa an den Schlüsselbund anbringen oder in den Rucksack stecken und dann in der „Wo ist?“-Applikation am iPhone sehen, wo sich die Gegenstände befinden. Jetzt häufen sich Fälle, in denen die Geräte für Stalking-Zwecke missbraucht werden.

Eine 24-jährige Frau aus Melbourne in Australien erhielt beim Ausgehen mit Freund*innen plötzlich eine Sicherheitswarnung auf ihrem iPhone, die auf ein fremdes AirTag in der Umgebung hinwies. Der Tracker soll laut der Warnung bereits 3 Stunden lang in ihrer Nähe gewesen sein und wurde in ihrer Handtasche gefunden. Er wurde zerstört. Die Polizei konnte daher nicht mehr viel unternehmen.

Behörden in Australien und den USA, warnen, dass die Zahl der Beschwerden über ungewolltes Tracking zunimmt. Auch laut der Wiener Beratungsstelle für Frauen werden Apps und billige Tracker häufig zur Ortung von Personen verwendet.

Schutz vor Überwachung

Die Sicherheitswarnung, welche die Frau in Australien erhielt, wurde durch die Anti-Stalking-Funktionen ihres Smartphones ausgelöst. Diese Schutzvorrichtung funktioniert allerdings nur auf iPhones. Apple hat im Juni zwar eine entsprechende Android-App in Aussicht gestellt, sie ist aber noch nicht verfügbar.

AirTags besitzen einen Gyroskop-Sensor, der bemerkt, wenn sie sich bewegen. Befinden sie sich nicht in der Nähe des Gerätes ihres Besitzers, wird ein Ton abgegeben, damit Personen, die kein iPhone haben, bemerken, dass sie vielleicht von einem AirTag verfolgt werden. Laut Apple passiert das aber erst nach rund acht Stunden.

App auch für Android

Zwei Studenten vom Secure Mobile Networking Lab an der Technischen Universität Darmstadt wollen den Schutz vor der Überwachung durch die Objekt-Tracker verbessern. Wie die Deutsche Welle berichtet, haben Alexander Heinrich und Niklas Bittner eine Applikation namens AirGuard entwickelt, die auch auf Android-Geräten funktioniert.

Sie scannt alle 15 Minuten Apple-Geräte in der Nähe und speichert sie in einer Datenbank. Wenn das gleiche Gerät jemandem an verschiedene Orten folgt, wird eine Warnung angezeigt und Warntöne abgespielt. Selbst die Standorte, an die einem das Gerät gefolgt ist, werden angeführt.

Beispielbild der AirGuard-App

Wer sich die App installiert, kann anonym an einer Studie teilnehmen, die das Ausmaß des Cyber-Stalking-Problems ersichtlich machen soll. Laut dem Bundeskriminalamt wurden Stalking-Fälle mit Hilfe der AirTags in Österreich bisher noch nicht verzeichnet.

Hilfe bei Stalking

In jedem Bundesland gibt es ein Gewaltschutzzentrum, das betroffenen Personen Beratung  bietet.  Eine Auflistung findet sich unter gewaltschutzzentrum.at.

Hotlines, an die sich Betroffene kostenlos, anonym und rund um die Uhr wenden können:

Frauen-Helpline
0800 222 555
Frauennotruf
01 71 71 9
Opfer-Notruf
0800 112 112

Empfohlen wird auch Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn vom Stalking zu erzählen und einzelne Vorfälle zu dokumentieren

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Armin Nadjafkhani

1705Armin

Redakteur bei der futurezone seit Oktober 2021 Interessiere mich für Wissenschaft, Technologie und Medien, aber auch für Hiphop und Filmwerke.

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