A woman takes a selfie with a drink from FOOD BOAT cafe during the Photogenic Sweets Festa at a shopping mall in Tokyo

Symbolbild

© REUTERS / TORU HANAI

Digital Life
10/12/2019

Stalker findet Popstar durch Reflexion in ihren Augen

Der Stalker hat Selfies analysiert und dabei Hinweise auf den Wohnort seines Opfers entdeckt.

Die Polizei hat in Tokio einen Mann festgenommen, der einen Popstar angegriffen hat. Der 26-jährige Stalker lauerte der 21-Jährigen auf, verfolgte sie nachhause und belästigte sie dort sexuell und verletzte sie. Nach der Festnahme erklärte er der Polizei, wie er die Sängerin gefunden hatte.

Der Mann bezeichnet sich selbst als Fan. Er analysierte jedes Video und Foto des Popstars. In den Videos, die die Frau in ihrer Wohnung machte, versuchte er anhand der Fenster und des Lichteinfalls zu bestimmen, in welchem Stock die Wohnung lag, um so einen Hinweis auf die mögliche Wohngegend zu erhalten.

Den entscheidenden Hinweis erhielt er aber durch ein Selfie. In den Augen des Popstars sah er die Reflexion eines Schilds einer Zugstation. Mit Google Street View lokalisierte er die Station und lauerte ihr dann dort am Abend auf.

Angriffe auf Idols

Sogenannte Idols, meist junge Frauen, die eine Art Mischung aus Sängerinnen und Influencer sind, werden in Japan immer wieder von Stalkern angegriffen. Anfang des Jahres wurde Maho Yamaguchi von zwei Fans attackiert. Ein Stalker verletzte 2016 Mayu Tomita schwer mit über 20 Messerstichen. Wie sich später herausstellte, hatte Tomita vor dem Angriff die Polizei über den Stalker informiert. Obwohl die Polizei Name und Adresse des Stalkers hatte, unternahm sie nichts.

Behörden warnen, dass jedes Selfie, Foto und Video Informationen enthalten kann, die die Privatsphäre gefährden. Das gilt nicht nur für Popstars, sondern alle Personen. Zudem würden die immer höher auflösenden Smartphone-Kameras es solchen „Digital Stalkers“ leichter machen in Selfies Details über die Umgebung von Personen herausfinden.