Digital Life
07.02.2019

Studie: Hunderte Unfälle mit Elektro-Tretrollern in den USA

Consumer Reports rechnet mit mehr als 1.500 Verletzungen im Vorjahr. Auch in Wien mussten nach Unfällen die Regeln verschärft werden.

Der Boom um Elektro-Tretroller hat auch eine Kehrseite: In den USA mussten seit Ende 2017 nach Unfällen mit E-Scootern mehr als 1.500 Menschen wegen Verletzungen behandelt werden, wie es in einer Untersuchung des Verbrauchermagazins "Consumer Reports" heißt. Ärzte berichteten von Verletzungen wie Prellungen, Nasenbrüchen und Unterarmbrüchen. Es gab zudem Medienberichte über Todesfälle beim E-Scooter-Fahren.

Die Zahlen seien nicht vollständig, betont "Consumer Reports". Kontaktiert wurden 110 Krankenhäuser und fünf Behörden in 47 US-Städten, in denen die beiden größten Elektro-Tretroller-Verleiher aktiv sind.

In den USA erfreuen sich Leih-Elektro-Tretroller, die für kurze Strecken genutzt und überall wieder abgestellt werden können, großer Beliebtheit. Sie gelten als umweltfreundliche Alternative im Stadtverkehr. Die US-Start-Ups Bird und Lime haben großen Erfolg und wachsen inzwischen auch international. In Wien kam es Anfang November unter anderem zu einem Unfall mit einem achtjährigen Mädchen, das von einem Fahrer eines Leih-Elektroscooters verletzt wurde. Vorfälle wie diese führten dazu, dass die Stadt Wien den Anbietern schärfere Regeln verhängte, unter anderem musste das Tempo gedrosselt werden.

Zweifel an Zahlen

Immer wieder gibt es aber auch Sicherheitsbedenken. Unfallzahlen sind allerdings nur schwer zu ermitteln. So schreibt "Consumer Reports", mehr als die Hälfte der kontaktierten Krankenhäuser habe keine detaillierten Zahlen zu Elektro-Tretroller-Unfällen vorlegen können, weil diese schlicht nicht als solche erfasst würden.

Schwer zu ermitteln ist auch die Häufigkeit von Unfällen im Vergleich zur zurückgelegten Strecke, wie es bei anderen Verkehrsmitteln berechnet wird. Damit ist schwer festzustellen, ob ein Elektro-Tretroller gefährlicher ist als beispielsweise ein Fahrrad.