Digital Life
19.11.2018

E-Roller von Lime und Bird: Neue Regeln für Wien

Auf Drängen der Stadt führt Lime die ersten Parkverbote ein, Bird drosselt bei seinen Rollern die Geschwindigkeit.

Klein, flink, umweltfreundlich - und mitunter störend. Die zum Verleih angebotenen, elektrisch angetriebenen Tretroller sorgen in Wien für Ärger bei manchen Passanten. Vor allem in der Innenstadt ist die Bezirksvorstehung immer wieder mit Beschwerden konfrontiert. Nun hat man mit Betreibern geredet, die erste Maßnahmen angekündigt haben. Sie schränken etwa das Parken ein.

Wie City-Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) der APA mitteilte, wurde - gemeinsam mit der Wirtschaftskammer - zunächst mit dem Anbieter Lime eine Übereinkunft erzielt. Vor allem das gehäufte Auftreten der Scooter auf Gehsteigen bzw. in Fußgängerzonen soll reduziert werden. Konkret werden nun "No Parking Zones" erstellt. Sie sind in der für das Entlehnen nötigen Handy-App rot markiert.

Nutzer erhalten beim Einfahren in eine solche Zone den Hinweis, dass sie eine erhöhte Gebühr zahlen, falls sie den Roller dort abstellen. "Die Zusatzgebühr beträgt 25 Euro", teilt Tonalli Arreola, Geschäftsführer von Lime für Österreich, auf Anfrage mit. Gleichzeitig wird das Team von Lime verständigt, dass das Gefährt möglichst rasch entfernt werden muss. In der City betrifft dies etwa Fußgängerzonen - also auch Kärntner Straße und Stephansplatz - sowie Parkanlagen.

Auch in anderen Bezirken wurden laut Arreola solche Zonen eingerichtet - etwa in Schönbrunn oder auf der Donauinsel. Und weitere könnten folgen: "Derzeit prüfen wir die Effizienz bestehender Parkverbotszonen. Wir sind offen für Gespräche mit anderen Stadtteilen, wenn sie der Meinung sind, dass Parkverbotszonen in ihrem Stadtteil erforderlich sind", sagt Arreola.

Fahrverbot auf Gehsteigen

Fahren darf man in Fußgängerzonen übrigens rein rechtlich ohnehin nicht: Für die elektrisch angetriebenen Roller gelten die selben Regeln wie für Fahrräder. Gehsteige oder Fußgängerzonen sind damit tabu. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: So ist etwa in der Mariahilfer Straße das Radeln erlaubt - wenn auch nur im Schritttempo.

Das ebenfalls in Wien aktive Roller-Sharing-Unternehmen Bird hat hier ebenfalls bereits eine Maßnahme ergriffen. In der "Mahü" wird die Geschwindigkeit des Leihrollers automatisch gedrosselt. Lime will diesem Beispiel folgen: "Wir planen, diese Maßnahme bald in Wien einzuführen", sagt Geschäftsführer Arreola.

Knapp 100 Meldungen beim Stadtservice

Beim Stadtservice sind telefonisch und auf elektronischem Weg bis dato 98 Meldungen betreffend E-Scooter eingegangen. Dabei handle es sich nicht nur um Beschwerden, heißt es auf KURIER-Anfrage. Teilweise hätten sich Bürger lediglich über die neuen Gefährte informiert. Eine genaue Aufschlüsselung zum Inhalt der Meldungen und aus welchen Bezirken sie stammen, gebe es nicht. Sofern sich Bürger beschwerten, taten sie es zu jedenfalls zu 100 Prozent wegen ungünstigen Parkens.