Digital Life
30.12.2017

Swatting bei Call of Duty: Polizei erschießt Unbeteiligten

Nach einem falschen Notruf ist in der Stadt Wichita im US-Staat Kansas ein Mann von der Polizei erschossen worden. Ausgangspunkt dürfte ein Spiel Call of Duty gewesen sein.

Am Donnerstag reagierte die Polizei auf einen Notruf in der Stadt Wichita im Bundesstaat Kansas. Der Anrufer habe vorgegeben, es habe eine Schießerei und eine Geiselnahme gegeben, sagte der stellvertretende Polizeichef von Wichita, Troy Livingston, am Freitag (Ortszeit). Das habe sich aber als Schwindel herausgestellt. Nach dem Notruf sei die Polizei zu der angegebenen Adresse gefahren.

Nachdem ein Mann vor das Haus getreten sei, hätten die Polizisten vermutet, er zöge eine Waffe. Daraufhin habe ein Polizist auf den Mann geschossen. Laut Medienberichten handelt es sich bei dem Opfer um einen 28-jährigen Mann, Vater von zwei Kindern.

Laut NBC News war ein Spiel Call of Duty Ausgangspunkt des Streits. Ein Spieler gab einem anderen die betroffene Adresse und behauptete, es wäre seine. Stattdessen war es das betroffene Haus in Wichita, dessen Bewohner mit der Sache nichts zu tun hatten. Anschließend kam es zu dem fatalen Notruf.

Verdächtiger in Haft

Laut NBC wurde auch bereits ein Mann ausgeforscht, der hinter dem Anruf stecken soll. Demnach handelt es sich um den 25-jährigen Tyler Barriss, der kurz nach dem Vorfall in Los Angeles verhaftet wurde. Laut Engadget fiel der Verdächtige bereits durch einige ähnliche Vorfälle auf.

So sprach er 2015 eine Bombendrohung gegen ein TV Studio aus. In einem YouTube-Video behauptete er außerdem, für eine weitere Bombendrohung bei einem Call-of-Duty-Event in Dallas verantwortlich zu sein.

Swatting

Das Swatting, bei dem Menschen versuchen, die Spezialeinheit der Polizei mit einem Vorwand in Häuser zu locken, machte bereits vor einigen Jahren Schlagzeilen. Bei einem entsprechenden Vorfall in New York 2014 war ebenfalls ein Spiel Call of Duty der Ausgangspunkt.

„Wegen der Handlungen eines Spaßvogels haben wir ein unschuldiges Opfer“, sagte Polizeichef Livingston. Wenn der Anruf mit dem falschen Notfall nicht getätigt worden wäre, wäre die Polizei auch nicht dort gewesen. Der Vorfall vom Donnerstagabend sei ein tragisches Beispiel für falsche Notrufe, in denen „Spaßvögel“ anriefen, um in der Hoffnung über einen erfundenen Vorfall zu berichten, dass das Haus des Opfers von der Polizei durchsucht werde. „Der Vorfall ist ein Alptraum für alle Beteiligten“, sagte er