Digital Life
06.08.2018

Tochter über Steve Jobs: "Er war in jeder Hinsicht geizig"

Erstmals berichtet Lisa Brennan-Jobs in Memoiren über das traumatische Verhältnis mit ihrem schwierigen Vater.

Steve Jobs galt als visionär und prägte die Technologieszene für viele Jahre. Im persönlichen Umgang mit Mitarbeitern, Freunden, aber auch seiner Familie war der 2011 verstorbene Apple-Gründer aber umstritten. In ihren im September erscheinenden Memoiren "Small Fry" gibt die von Jobs lange Zeit vernachlässigte und zunächst auch verleugnete erstgeborene Tochter Lisa Brennan-Jobs Einblick in das komplizierte Verhältnis. Einmal mehr erscheint der Apple-Gründer in mehr als zweifelhaftem Licht, was seine soziale Kompetenz betrifft.

Zu DNA-Test gezwungen

So habe er die ersten beiden Jahre überhaupt abgestritten, ihr Vater zu sein, und sich geweigert Unterhalt zu zahlen. Als er sich schließlich einem DNA-Test unterziehen musste und die Vaterschaft so bestätigt wurde, handelte er einen Deal zeitlich so aus, dass dieser vor dem Börsengang abgesegnet wurde. Von den mehreren Hundert Millionen Dollar, die Jobs wenige Tage später wert war, sahen die Tochter und ihre Mutter, die ihr Leben in prekären Verhältnissen bestreiten mussten, folglich nichts.

In Auszügen, die von Vanity Fair publiziert wurden, beschreibt Lisa Brennan-Jobs ihren Vater als in jeder Hinsicht geizigen Menschen - was Geld ausgeben, Essen gehen, aber auch freundliche, liebevolle Worte betrifft. Als sie einmal fragte, ob sie einen von Jobs offenbar regelmäßig ausgemusterten Porsches verwenden dürfe, habe er gesagt: "Du bekommst nichts. Verstehst Du? Nichts. Absolut nichts."

Computer-Name "Lisa"

Auch dass der von Jobs für das frühe Computer-Modell "Apple Lisa" verwendete Name auf seine Tochter zurückgegangen ist, sei ihm nie über die Lippen gekommen - selbst als sie ihn Jahre später persönlich gefragt habe, berichtet Brennan-Jobs. Erst als diese Frage viele Jahre später auch einmal U2-Sänger Bono in ihrer Anwesenheit stellte, gab Steve Jobs dieses kleine, aber für seine Tochter so wichtige Detail zu. 

In dem Buch berichtet Lisa Brennan-Jobs aber auch von einigen schönen Momenten, vor allem als der Apple-Gründer bereits schwer krank in seinem Haus ans Bett gefesselt war. Bis zuletzt habe er sich aber schwer getan, was den herzlichen Umgang mit ihm nahe stehenden Menschen betraf.