Street artists perform amid coronavirus COVID-19 pandemic

© EPA / MARTIN DIVISEK

Digital Life
04/20/2020

Tracking per Bankdaten: Tschechien startet "intelligente Quarantäne"

Die "Gedächtnislandkarten" werden auch mithilfe von Handy- und Bankkartendaten verfasst. Die Zustimmung der Betroffenen ist jedoch erforderlich.

In Tschechien wird sei dem heutigen Montag die sogenannte "intelligente Quarantäne" im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie eingesetzt. Nachdem die Prozedur in vergangenen Tagen in zwei Regionen geprüft wurde, weitet sie sich jetzt auf das ganze Land aus, wie aus einer Anordnung des Prager Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Der Leitfaden der "intelligenten Quarantäne" ist das möglichst schnelle gezielte Testen von Personen, die im Kontakt mit den bereits infizierten Menschen waren. Als Bestandteil des Systems sind sogenannte "Gedächtnislandkarten" vorgesehen, die die Hygieniker mithilfe von Daten aus Handys und Bankkarten der letzten fünf Tage zusammenstellen. Voraussetzung ist die Zustimmung deren Besitzer. Außerdem soll die "intelligente Quarantäne" eine bessere Koordinierung und Auslastung von Teststellen und Labors sichern.

Lockerung der Maßnahmen

Parallel dazu werden in Tschechien einige restriktive Maßnahmen gelockert. Seit Montag können beispielsweise Autohändler oder Gewerbetreibende ihre Geschäfte öffnen. Außerdem sind Trainingsaktivitäten von Sportlern in kleineren Gruppen sowie Hochzeiten mit höchstens 10 Personen erlaubt. Die allgemeine Pflicht, überall in der Öffentlichkeit Masken zu tragen, gilt aber weiterhin.

In Tschechien mit 10,6 Mio. Einwohnern wurden bisher 6.787 Infektionsfälle gemeldet. 188 Patienten starben, 1.311 sind geheilt. Die täglichen Zuwächse der Neuinfektionen sind in den letzten Tagen zurückgegangen, obwohl die Zahl der Tests deutlich erhöht wurde. Die Regierung behauptet deshalb, die Ausbreitung der Infektion unter Kontrolle bekommen zu haben.

Unterdessen zeigt sich, dass das von ursprünglich 40 Mrd. Kronen (1,5 Mrd. Euro) auf 200 Mrd. Kronen aufgestockte geplante Budgetdefizit fürs Jahr 2020 nicht reichen dürfte. Finanzministerin Alena Schillerova schlägt erneut ein höheres Defizit vor, diesmal von 300 Mrd. Kronen.

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