Digital Life
25.11.2017

Trump leakt Pläne des Time-Magazins per Twitter

US-Präsident Trump hat sich per Twitter über die potentiellen Pläne des Time-Magazins zur "Person des Jahres" geäußert.

US-Präsident Donald Trump hat mit der Aussage für Verwirrung gesorgt, das „Time“-Magazin habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass er „wahrscheinlich“ wie 2016 erneut zur „Person des Jahres“ gekürt werde. Das Wort „wahrscheinlich“ schrieb er in einer Twitter-Mitteilung in Großbuchstaben.

„Time“ widersprach ihm umgehend ebenfalls per Tweet und warf ihm eine unrichtige Darstellung vor. Das US-Magazin äußerte sich nicht dazu, ob es ein Telefonat mit Trump zu dem Thema gegeben hat.

Trump will angeblich "verzichten"

Der US-Präsident hatte am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter geschrieben, er habe abgewunken, denn er hätte sich nach eigenen Angaben zu „einem Interview und einem größeren Fototermin“ bereit erklären müssen. „Ich sagte, wahrscheinlich ist nicht gut, und habe verzichtet. Trotzdem vielen Dank!“

„Time“ erklärte ebenfalls per Twitter, die Aussage des Präsidenten „darüber, wie wir eine Person des Jahres auswählen“, sei inkorrekt. Die Publikation werde sich nicht zu ihrer Wahl äußern, bis diese am 6. Dezember bekanntgegeben werde. Zu konkreten Fragen rund um den Auswahlprozess und zum angeblichen Telefonat mit dem Republikaner nahm „Time“ nicht Stellung.

Streit um das Wort "wahrscheinlich"

Der frühere „ Time“-Herausgeber Richard Stengel wurde deutlicher: Er verbreitete Trumps Twitter-Mitteilung weiter und fügte hinzu: „Ich sag's Ihnen nur ungern, aber WAHRSCHEINLICH heißt, dass Sie NICHT Persönlichkeit des Jahres sind. Die wollten nur ein Foto-Shooting. Aber ich bin sicher, dass Sie noch irgendwo das gefälschte “Time„-Titelblatt auf Lager haben.“

In der Vergangenheit hatte Trump großen Wert darauf gelegt, von dem Magazin zur „Persönlichkeit des Jahres“ gewählt zu werden - in den Jahren 2012, 2014 und 2015 hatte er sich jedes Mal via Twitter darüber beschwert, dass „Time“ ihn übergangen hatte. Im vergangenen Jahr hatte das Magazin ihm dann endlich den Titel verliehen - ihn allerdings gleichzeitig als „Präsident der Geteilten Staaten von Amerika“ bezeichnet.

„Time“ verleiht den Titel nach eigenen Angaben jeweils an diejenige Persönlichkeit, die „zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen“.

Im Juni hatte die Tatsache Schlagzeilen gemacht, dass in mehreren Golfklubs des Milliardärs an prominenter Stelle eine gefälschte „Time“-Titelseite mit Trump als Motiv und positiven Schlagzeilen über ihn hing. „Time“ forderte das Abhängen der Fälschungen.