© EPA / ETIENNE LAURENT

Digital Life
08/27/2020

USA wollten Migranten mit Mikrowellenwaffe abwehren

Durch Mikrowellenstrahlung heizt sich die Haut auf bis zu 55 Grad Celsius auf, was zu Verbrennungen führen kann.

Hochrangige US-Beamte haben offenbar darüber verhandelt, mit einer Mikrowellenwaffe gegen Migranten an der Grenze zu Mexiko vorzugehen. Entsprechende Pläne gab es 2018, wie die New York Times (NYT) in einem neuen Bericht nun aufdeckt. 

Demnach wurde überlegt, eine Mikrowellenstrahlen-Waffe einzusetzen, um Grenzübergänger abzuwehren. Das Gerät nutzt unsichtbare Strahlung, die - sofern man sich nähert - Verbrennungen auf der Haut auslösen kann. Entwickelt wurde das Gerät vom US-Militär bereits vor Jahrzehnten, damals zum Zweck Massenversammlungen aufzulösen.

"Schock"

Der Einsatz der Waffe wurde im Rahmen eines Meetings im Oktober 2018 besprochen und sorgte laut der NYT für einen “Schock” unter manchen Anwesenden. Dem Meeting zuvor ging die Forderung von US-Präsident Donald Trump, dass “extreme Handlungen” notwendig wären, um die illegale Migration zu stoppen. Sie kam kurze Zeit vor den wichtigen Midterm Elections. Ob Trump in die Pläne rund um die Mikrowellenwaffe eingebunden war, ist laut der NYT allerdings unklar. 

Auf Anfrage der NYT sagte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums nun, dass das System “nie in Betracht gezogen wurde".

55 Grad auf der Haut

Das Active Denial System (ADS) heizt die Haut auf eine Temperatur von bis zu 55 Grad Celsius auf, die Strahlung dringt allerdings nicht in tieferes Gewebe ein. Darum wird sie von Befürwortern als ungefährliche Abwehrwaffe gesehen. 

In einem Video des US Marine Corps wurde das System demonstriert:

Kritiker weisen darauf hin, dass die Waffe im Praxiseinsatz sehr wohl zu schwerwiegenden Verletzungen führen kann. Sollte der Strahl etwa auf metallischen Schmuck oder nasse Kleidung treffen, könnte das den Effekt deutlich verstärken. In Tests der US-Regierung wurden durch das ADS Verbrennungen zweiten Grades ausgelöst.

Laut einem Bericht bei Business Insider wurde das ADS 2010 zum militärischen Einsatz nach Afghanistan gebracht, allerdings nie angewendet.

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