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Digital Life
04/09/2019

Warum Musik-Streaming umweltschädlicher als Vinyl und CD ist

Spotify und Apple Music haben zwar zu einer Reduktion von Plastik geführt, aber auch Negativeffekte für die Umwelt.

Musik-Downloads und Streaming haben zwar dazu geführt, dass die physische Produktion von Tonträgern mit all den negativen Auswirkungen für die Umwelt zurückgegangen ist. Einer Untersuchung der University of Glasgow zufolge sorgt digitale Musik für mehr Umweltbelastung als man annehmen würde. Denn den Forschern zufolge sorgen der Energieverbrauch für das Bereitstellen von Musik in der Cloud sowie für das Streaming für hohe Treibhausgas-Emissionen.

Weniger Plastik, mehr Emissionen

Berechnungen zufolge stiegen die verursachten Emissionen in der Produktion von Vinyls und CDs von 140 Millionen Kilogramm im Jahr 1977 auf 157 Millionen im Jahr 2000. Während die Produktion von Plastik in den USA von 61 Millionen Kilogramm auf acht Millionen Kilogramm im Jahr 2016 zurückging, fielen in diesem Jahr bereits 200 bis 350 Millionen Kilogramm Treibhausgase für das Speichern und Übertragen von digitaler Musik an.

Dem Bericht der Universität ist allerdings nicht zu entnehmen, ob etwa auch der Transport der physischen Tonträger in Geschäfte und die dadurch erzeugten Emissionen berücksichtigt wurden. Ebenfalls unklar ist, worauf die Berechnung der Energiekosten für Geräte beruht, auf denen gestreamt wird. Denn wenn der Computer ohnehin läuft und parallel für andere Aufgaben verwendet wird, sorgt das Herunterladen von digitaler Musik vermutlich für nicht wahnsinnig viel mehr Belastung.

Die Wissenschaftler wollen mit ihrem Bericht nicht das physische Musikzeitalter wiederauferstehen lassen. Ihren Aussagen zufolge soll aber das Bewusstsein geschaffen werden, dass digitale Musik nicht einfach unsichtbar oder entmaterialisiert ist, sondern ebenfalls einen ökologischen Fußabdruck auf der Erde hinterlässt.