Schutzmaskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmittel

© Kurier / Jeff Mangione

Digital Life
06/03/2020

Wiener Linien testen Wasserstoff-Bus

In Wien wird in den kommenden Tagen ein Bus unterwegs sein, der mit Wasserstoff betrieben wird.

Die Wiener Linien setzen ihren Fokus weiter auf umweltfreundliche Öffi-Fahrzeuge: Bekannt ist bereits, dass die Elektrobus-Flotte stetig aufgestockt wird - und ab dem morgigen Donnerstag ist nun erstmals testweise ein Wasserstoff-Bus (H2-Bus) in der Bundeshauptstadt unterwegs. Die Verkehrsbetriebe planen, bis 2023 zehn H2-Busse anzuschaffen, hieß es am Mittwoch bei einem Pressetermin.

Der H2-Bus mit dem Modellnamen "Urbino 12 hydrogen" ist bis einschließlich 12. Juni auf der Linie 39A unterwegs. Diese führt von Sievering nach Heiligenstadt. Die Anforderungen an das Testfahrzeug seien dabei durchaus enorm, hieß es: Hohe Intervalldichte, geringe Haltestellenabstände und die städtische Topografie würden ein perfekt abgestimmtes Antriebssystem bei den Bussen verlangen.

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Elektro und Wasserstoff

Im Einsatz ist ein Fahrzeug der Herstellers Solaris. Ein Unternehmen mit sehr viel Erfahrung, wie betont wurde: In Bozen in Südtirol werden noch heuer zwölf H2-Busse in Betrieb genommen. In Deutschland - konkret in Köln und Wuppertal - sowie in den Niederlanden gab es auch schon Bestellungen für jene (neueste) Bus-Generation, die jetzt auch in Wien getestet wird.

"Neben dem Elektro- ist der Wasserstoff-Antrieb bei Linienbussen ein großes Thema. Dabei sind alle Seiten gefordert: Bushersteller müssen einsatzfähige Fahrzeuge zu realistischen Preisen liefern, Verkehrsunternehmen müssen die Umstellung so schnell wie möglich angehen und die Politik muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Nur so wird es uns gelingen, die Mobilität noch nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten", unterstrich Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

Anschaffung von zehn Wasserstoff-Busse geplant

Die Wiener Linien planen, dass ab 2023 zehn Wasserstoff-Busse auf der Linie 39A eingesetzt werden. Dazu braucht es, wie schon Steinbauer andeutete, auch eine entsprechende Infrastruktur - zum Beispiel, was das Tanken betrifft. Die für den Testbetrieb notwendige Tankstelle wird von den Wiener Netzen zur Verfügung gestellt und wurde in der Busgarage Leopoldau errichtet.

Im Probebetrieb wird der Bustank mit 35 Kilogramm Wasserstoff innerhalb von zwölf Minuten befüllt, im Regelbetrieb sind acht Minuten möglich. Mit einem vollen Tank schafft der Bus bis zu 400 Kilometer. Die Beschaffung des in Zukunft nötigen Wasserstoffs wurde der Wien Energie überantwortet, wo vor allem viel bezüglich der Möglichkeiten zur Produktion von grünem Wasserstoff geforscht wird. Wenn alles nach Plan läuft, könnte eine Elektrolyseanlage in Wien errichtet werden, in der aus erneuerbarem Strom grüner Wasserstoff produziert wird, wurde heute angekündigt.

Die für die Verkehrsbetriebe zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) unterstrich einmal mehr die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs für den Klimaschutz und lobte die Bemühungen der Wiener Linien. "Die Öffis leisten einen ganz zentralen Beitrag für die Klimamusterstadt Wien. Die Wiener Linien waren und sind immer Vorreiter bei umweltfreundlichen Innovationen", sagte sie.

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