Digital Life
25.05.2015

"Windows und MacOS sind Malware"

Für den „Free Software“-Guru Richard Stallman installieren Unternehmen ganz bewusst Malware auf ihren Rechnern. Windows und MacOS fallen aus seiner Sicht auch darunter.

Der für seine kontroversen Ansichten bekannte Linux-Verfechter Richard Stallman schreibt in einem Kommentar für den „Guardian“, wie sich die Software-Branche seit dem er Entwickler ist, verändert hat. Während es in den 1980er-Jahren noch jeder Fall von Malware schockierend und ein Skandal gewesen sei, sei Malware, also ein Programm, das entwickelt wurde, um User schlecht zu behandeln, heutzutage etwas ganz Normales.

Während Entwickler von proprietärer Software in den 1980er-Jahren noch moralisch-ethische Standards eingehalten hätten, sei dies jetzt nicht mehr der Fall. Heutzutage sei alles ethisch rechtfertigbar, wenn es nur in den AGB und Lizenzvereinbarungen drin steht. Für Stallman seien Betriebssysteme heutzutage bereits Malware.

"Windows spioniert seine Nutzer aus"

Windows spioniert seine User aus, kettet seine User an sich und zensiert Apps auf Mobilgeräten. Mit einem Backdoor kann Microsoft außerdem Software-Änderungen durchführen“, so Stallman. Außerdem würde Microsoft zuerst die NSA auf Sicherheitslücken hinweisen, bevor sie diese fixt oder User informiert. „Aber auch Apple-Systeme sind Malware“, so Stallman weiters.

„MacOS spioniert und kettet die User an sich, iOS spioniert, zensiert Apps und hat einen Backdoor.“ Auch Android würde einen Backdoor integriert haben, mit dem Hersteller Apps absichtlich deinstallieren könnten, so der freie Software-Entwickler, der auch darauf hinweist, dass die Free Software Foundation viele Fälle von propietärer Malware dokumentiert habe.

Auch Amazon mit Backdoors

Auch an Amazons Kindle lässt Stallman kein gutes Haar, auch hier sei ein Backdoor integriert, mit dem Amazon Bücher von den Geräten löschen könne und zudem jederzeit Bescheid wisse, wer gerade welche Seite lese. Zur Frage, ob man dem „Internet of Things“ vertrauen könne, sagt Stallman: „Sei kein Dummkopf.“

Statt proprietäre Malware einfach zu akzeptieren, solle man sich dagegen wehren, in dem man auf proprietäre Software und Web-Services individuell verzichtet. Er fordert jedoch auch, dass eine Demokratie per Gesetz bestimmte Sorten von Malware verbieten müsse.

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