FILE PHOTO: A picture illustration shows a YouTube logo reflected in a person's eye, in central Bosnian town of Zenica

© REUTERS / Dado Ruvic

Digital Life
09/22/2020

YouTube soll Content-Moderatoren geraten haben, Drogen zu nehmen

Eine ehemalige Moderatorin wirft dem Unternehmen vor, keine Rücksicht auf die geistige Gesundheit seiner Angestellten zu nehmen.

Eine ehemalige Content-Moderatorin hat Klage gegen YouTube eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, kein sicheres Arbeitsumfeld geboten zu haben und keine Rücksicht auf die geistige Gesundheit der Mitarbeiter genommen zu haben. Sie habe ein "schweres psychisches Trauma einschließlich Depressionen und Symptomen im Zusammenhang mit Angstzuständen und posttraumatischem Stresssyndrom" erlitten, berichtet Business Insider.

In der Klage, die am Montag einem kalifornischen Gericht vorgebracht wurde, wird Google vorgeworfen, "Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz umzusetzen" und verlangte von Moderatoren "unter Bedingungen zu arbeiten, die nachweislich psychische Traumata verursachen". Content-Moderatoren kontrollieren Inhalte auf der Video-Plattform und entfernen Videos, die gegen die YouTube-Richtlinien verstoßen.

Verstörende Inhalte

Dabei müssen sie auch Inhalte sichten, die Vergewaltigungen, Mord oder Folter enthalten. Laut der Klageschrift müssen täglich zwischen 100 und 300 Videos von einem Moderator kontrolliert werden. Die Dokumentation "The Cleaners" hat 2018 solche Moderatoren auf den Philippinen begleitet, die täglich Videos von Enthauptungen oder Kinderpornografie sehen müssen.

In der Klage heißt es, YouTube informiere neue Mitarbeiter zwar, dass sie sich potenziell verstörende Inhalte ansehen müssen. Man nenne allerdings keine konkreten Beispiele dafür und habe nicht mitgeteilt, dass man täglich damit konfrontiert wird. 

Drogen und Vertrauen zu Gott

Ein weiteres Problem seien die sogenannten "Wellness Coaches" gewesen, so die ehemalige Content-Moderatorin. Sie sollen psychologische Unterstützung bieten, seien aber während der Spätschichten nicht anwesend. Zudem seien sie schlecht ausgebildet und nicht für den Job qualifiziert, heißt es weiter. Ihr sei geraten worden, "Gott zu vertrauen" und "illegale Drogen zu konsumieren", um mit der Arbeit umgehen zu können.

Mitarbeiter hätten zudem Sorgen, einen Wellness Coach aufzusuchen, da sie Angst haben, dass die Inhalte der Unterhaltung weitergegeben würden. Es sei zudem nicht erlaubt gewesen, über die Inhalte der Arbeit zu sprechen, auch nicht mit "Therapeuten, Psychiatern oder Psychologen", so die Anschuldigung.

Mit der Klage möchte die ehemalige Mitarbeiterin erreichen, dass das Unternehmen die Arbeitsbedingungen verbessert, die Sicherheitsstandards erhöht und in einen Fonds einzahlt, der die medizinischen Kosten für Moderatoren übernimmt, die sich durch ihre Arbeit in Behandlung begeben müssen. YouTube hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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