Games
03.05.2016

Experten bemängeln zu wenig eSports-Events in Österreich

eSport, der sportliche Wettkampf mit Computerspielen, erlebt derzeit eine Professionalisierung und eine Kommerzialisierung. Diese wurde beim ISPA Forum erörtert.

Jugendliche und junge Erwachsene verbringen täglich Stunden vor dem Bildschirm und träumen von einer Karriere als eSportler. Der Provider-Verband ISPA widmete diesem Trend aus Asien, der auch nach Europa überschwappt, ein eigenes Forum mit Experten.

Aus Sicht von Stefan Baloh, Präsident des eSport Verbands Österreich, wächst eSport zwar in Österreich, vor allem was Teambewerbe betrifft, aber die rechtliche Situation würde in Österreich derzeit die Organisation von Events erschweren. Baloh zielt dabei auf die Vergnügungssteuer ab.

Zu wenig Events

Über den Mangel an heimischen eSport-Events zeigt sich auch die Kärntnerin Julia Kreuzer, die unter dem Namen „Miss Rage“ sowohl als professionelle Counterstrike-Spielerin als auch als Streamerin agiert, enttäuscht. „Es hat im Bereich Gaming in den letzten zwei bis drei Jahren einen extremen Boom gegeben“, so Kreuzer. „In Österreich gibt es aber leider keine großen Events, obwohl ich überzeugt bin, dass man auch bei uns locker ganze Stadien füllen könnte.“

Die Experten plädieren dafür, dass eSport als Sport anerkannt werden sollte. Sportvisa würden die Anreise zu Turnieren vereinfachen und auch eine Anstellung, die bei vielen Clans erfolgt, wäre problemloser durchzuführen. Der Trainingsaufwand, der bei eSport betrieben wird, braucht den Vergleich mit anerkannten Sportarten jedenfalls nicht zu scheuen.

Hartes Training

Für Alex Pfeiffer, Leiter des Zentrums für Angewandte Spieleforschung an der Donau-Universität in Krems, sind es nicht nur die Top-Gamer, die acht Stunden oder mehr pro Tag trainieren: „Neben der Entwicklung im Spitzensportbereich ist ein besonderes Augenmerk auf den Amateur- und Hobbybereich zu legen. Der enorme Aufwand der bei eSport von den Spielerinnen und Spielern betrieben wird, um weiter zu kommen, ist auch auf Bronze- und Silberniveau enorm.“

Der große Trainingsumfang wirft natürlich auch die Frage auf, welches Suchtpotenzial eSport in sich trägt. Die Podiumsgäste waren sich einig, dass acht Stunden Training keinesfalls acht Stunden vor dem Bildschirm bedeuten, sondern eine Mischung aus Spielen, körperlichem Sport und Taktik bzw. Analyse. „Die Gefahr, über das Computerspielen die Kontrolle zu verlieren und dadurch andere wichtige Lebensbereiche zu vernachlässigen, trifft nur bei einer Minderheit zu”, findet etwa Dominik Batthyány, Leiter des Instituts für Verhaltenssüchte und Leiter der Abteilung Prävention beim grünen Kreis.