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Games
08/21/2019

Gamescom 2019: Raumschiffe und Mars-Zombies aus Österreich

Webende Drachen, Raumstation-Chaos und rasantes Handball werden in Köln präsentiert.

von Franziska Bechtold

 Auf insgesamt 218.000  Messefläche tummeln sich in Köln in den kommenden Tage Gaming-Fans und Spielemacher.  Auch einige österreichische Entwickler stellen  ihre neuesten Spiele auf der Gamescom vor, darunter das in Wien und Graz ansässige Studio Studio Rarebyte, das  „We are Screwed!“ zeigt. 

Chaos im All

Knubbelige Figuren wackeln darin über das Deck eines Raumschiffs. Sie schrauben an Gerätschaften, navigieren und reparieren Lecks. Vor dem Bildschirm diskutieren vier Spieler wild, welche Aufgaben zu bewältigen sind. Beim chaotischen Spiel müssen sie gemeinsam ein Raumschiff durch das All steuern.  

 

Rarebyte ist eines von 108 Studios, das sich für die Indie Arena Booth auf der Gamescom qualifiziert hat. Die Indie Arena startete 2013 mit einer kleinen Ausstellungsfläche als Projekt von Spieleentwicklern, die das Geld für einen Messestand zusammenlegten. Inzwischen ist die Fläche auf 1500 m² angewachsen. Dort wird es kleinen Teams ermöglicht, ihre Spiele für einen Bruchteil der Kosten eines regulären Messestandes zu zeigen. Unter den zahlreichen Bewerbern für einen Platz in der Indie Arena Booth werden jährlich die Besten für  die Teilnahme ausgewählt.

Diese „Indie“-Entwickler arbeiten oft mit wenigen Personen. Insgesamt konnten sich heuer vier Studios aus Österreich erfolgreich für die Indie Arena Booth bewerben. Besucher können  mit den Entwicklern sprechen und die Spiele selbst testen. „Als Indie bleibt es eine Herausforderung, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen“, erklärt Entwicklerin Miriam Egli aus Wien. Sie möchte ihren Platz in der Indie Arena Booth nutzen, um neue Spieler anzusprechen und sich mit anderen Entwicklern auszutauschen.    

Zombies und Drachen

Egli ist die eine Hälfte des Entwicklerehepaares von doorfourtyfour, das ihr bereits im April erschienenes Strategiespiel „MarZ“ präsentiert. Hier verteidigen Spieler taktisch ihr Lager auf dem roten Planten gegen angreifende Mars-Zombies. Es müssen Ressourcen gesammelt und Fallen und Abwehrmechanismen errichtet werden. Zudem gilt es herausfinden, wie die Zombies auf dem Mars gelandet sind.

Ebenfalls ausgestellt wird „Weaving Tides“, ein farbenfrohes Abenteuerspiel, in dem Rätsel mit einer besonderen Spielmechanik gelöst werden müssen. Die comichafte Spielewelt besteht aus Flickenteppichen. Auf dem Rücken eines Drachens  muss sie wieder zusammengewebt werden. 

David und Riese Goliath spielen bei „VR Giants“ die Hauptrollen. Solo-Entwickler Wolfgang Tschauko lässt einen Spieler mit Virtual Reality Brille in die Rolle des Riesen schlüpfen. Dieser wird zum Teil der Spielewelt und eröffnet mit seinem Körper neue Möglichkeiten und Lösungswege. Sein Mitspieler gibt Anweisungen und steuert den kleinen David durch die Level.

Virtuelles Handball

Abseits der Indie Arena Booth möchte sich das 2017 gegründete Wiener Entwicklerstudio Iron Mountain Interactive mit seinem ersten Spiel gegen die Konkurrenz durchsetzen. „Steel Circus“ ist ein rasantes Handballspiel, das online bestritten wird. In jeder Runde treten zwei Teams aus jeweils drei Personen gegeneinander an. Sie versuchen gemeinsam, einen virtuellen Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Seit dem 8. August kann „Steel Circus“ kostenlos gespielt werden.

Das Studio zeigt sich  sehr zufrieden mit dem Erfolg. Erste Überarbeitungen und Neuerungen sollen bald folgen. Vom guten Feedback der Spieler sei man positiv überrascht, sagt Peter Ehardt von Iron Mountain. Auf der Gamescom wird das Spiel für Besucher als sportlicher Wettstreit inszeniert, jede Spielerunde wird von einem Kommentator begleitet.

Das ambitionierte Projekt könnte in die Fußstapfen von Titel wie „Rocket League“ treten. Das Online-Spiel, bei dem internationale Mitstreiter in Autos ein Fußballmatch spielen, wurde zum Überraschungshit. 

„Steel Circus“ ist als sogenanntes Free2Play-Spiel konzipiert. Daher ist das Grundspiel kostenlos, doch langfrisitig sollen zusätzliche Funktionen hinzugekauft werden können. Allerdings sollen diese Funktionen keinen Einfluss auf die Gewinnchancen haben. Sie seien rein optischer Natur, beteuern die Entwickler

1150 Entwickler aus mehr als 50 Ländern stellen ihre Spiele  auf der Gamescom in Köln aus. Die Messe ist die größte Spielemesse weltweit. Der Besucherrekord von 370.000 Menschen wird heuer vermutlich wieder übertroffen werden.