Metro: Redux

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Spieletest
08/30/2014

Metro Redux: Zwei mal Postapokalypse zum Preis von einer

Die atmosphärischen First-Person-Shooter Metro 2033 und Metro: Last Light, die in der Moskauer U-Bahn spielen, wurden überarbeitet für PS4, Xbox One und PC neu aufgelegt.

von Gregor Gruber

Es gibt Spiele, die nicht genügend geschätzt werden. Manchmal liegt das daran, dass sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt erschienen sind und deshalb einfach übersehen wurden. Ohne ausreichend Marketing versinken die Spiele dann zwischen großen Namen wie Call of Duty oder Battlefield.

Die Metro-Reihe hat ähnliches Schicksal erlitten. Mit der neuen Konsolen-Generation bekommt sie aber jetzt die Chance, neu entdeckt zu werden. Metro Redux enthält das 2010 erschienene Metro 2033, den im Vorjahr veröffentlichten Nachfolger Metro: Last Light, sowie alle DLCs, die bisher für die zwei Games erschienen sind. Die futurezone hat die PS4-Variante getestet.

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Leben in der Moskauer U-Bahn

Metro 2033 basiert auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Dmitri Glukhovski (sehr empfehlenswert, wenn man für das Thema Postapokalypse empfänglich ist). Nach einem Atomkrieg im Jahr 2013 sind die Überlebenden in die Moskauer U-Bahn geflüchtet. Durch die starke Strahlung ist die Stadt darüber immer noch nicht bewohnbar. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Artjom, der versucht im Jahr 2033 seine U-Bahn-Station vor einer neuen Bedrohung zu retten. Metro: Last Light ist die direkte Fortsetzung des Spiels Metro 2033.

Was die Metro-Spiele von der Vielzahl der anderen Shooter unterscheidet, ist die Stimmung und Atmosphäre. Die äußeren Stationen sind großteils verfallen, die Menschen wohnen in improvisierten Hütten. Alles sieht schmutzig aus, das schummrige Licht lässt die Stimmung noch beklemmender wirken. In den U-Bahn-Tunneln, die nicht nur von Banditen sondern auch Mutanten heimgesucht werden, ist es noch schlimmer. Hinzu kommen noch verschiedene Fraktionen, wie die Hanse, die Kommunisten und die Faschisten, die um die Vorherrschaft in der Metro kämpfen.

Neben der Taschenlampe ist die Gasmaske immer dabei, um bestimmte Sektionen in den Tunneln zu überwinden. Führen die Levels an die Oberfläche, ist die Maske genauso überlebensnotwenig, wie eine Waffe mit ausreichend Munition.

Schleichen, sammeln, kämpfen

Beide Metro-Teile sind First-Person-Shooter mit Schleich-Elementen. Lampen können ausgeschaltet oder ausgeschossen werden, um sich im Dunklen zu verstecken. Das Schleichen ist fast immer optional und nur selten gelingt es, alle Gegner in einem Abschnitt unbemerkt auszuschalten. Feuerkämpfe sind stets gefährlich, da man in den engen Tunneln schnell von den Gegnern überrannt werden kann.

Obwohl die Levels linear aufgebaut sind, gibt es oft alternative Wege, in denen etwa Militärmunition, die Währung im Metro-2033-Universum, oder Ausrüstung versteckt ist. Auch, wenn durch die verrottenden Gänge gedämpfte Mutanten-Laute klingen, laden sie doch immer wieder zur Erkundung der Moskauer U-Bahn ein.

Bei Metro: Last Light sind die Kämpfe und das Schleichen einfacher als bei Metro 2033. Wem Metro 2033 selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad zu heftig ist, kann das Game im Spartaner-Modus spielen, der beim Original-Spiel noch nicht enthalten war. Dieser lässt den Spieler mehr Munition und Gasmasken-Filter finden und macht die Kämpfe einfacher. Dadurch verliert die Moskauer U-Bahn aber auch viel von ihrer Bedrohlichkeit, weshalb dieser Modus eher gemieden werden sollte.

Verbesserte Grafik

Auf der PS4 laufen beide Spiele in 1080p mit 60fps. Die Xbox One stellt die Games in 912p mit 60fps dar. Metro 2033 sieht auf der PS4 zwar besser aus als auf der PS3. Man sieht dem Spiel aber an, dass es vier Jahre alt ist. Besonders Gesichter von Charakteren sehen nach heutigen Standards fast schon grauenvoll aus. Einige Level-Texturen hätten ebenfalls eine Auffrischung vertragen. Da es aber ohnehin meist finster ist, ist das nicht allzu tragisch. Immerhin wurden die Lichteffekte und Animationen überarbeitet. Leider wurde die Chance ausgelassen, die Sprachausgabe zu verbessern. Die Hälfte aller NPCs hat die selbe Stimme mit demselben, künstlichen, russischen Akzent.

Das drei Jahre jüngere Metro: Last Light sieht grafisch eindrucksvoller als Metro 2033 aus und ist auf der PS4 und Xbox One merkbar hübscher als auf der PS3 und Xbox 360. Eine beeindruckende Next-Gen-Grafik sollte man aber nicht erwarten. Auf dem PC sieht Last Light in den höchsten Einstellungen immer noch besser aus als auf den Konsolen. Auch mit Last of Us: Remastered kann die Grafik nicht mithalten.

Verbesserte Steuerung

Einer der großen Kritikpunkte am Original-Metro-2033 war die träge Steuerung. In der Redux-Version wurde das Inventar-System von Last Light übernommen, wodurch das Spiel schneller und intuitiver wird. Besonders in hitzigen Gefechten ist das positiv bemerkbar. Dennoch wirkt Metro 2033 immer noch träger als aktuelle Shooter. Es hilft, wenn man in den Einstellungen die Sensitivität des Controllers und mindestens das Doppelte erhöht.

In Metro 2033 wurde die K.I. von Last Light integriert. Die menschlichen Gegner verhalten sich dadurch weniger unfair in den Kämpfen. Die Chance ein paar Frustpassagen aus Metro 2033 zu entschärfen, wurde aber nicht genutzt. Die Szenen, in denen man von massig Mutanten angegriffen wird und nicht flüchten kann, sind damals wie heute nervig. Inkonsequent ist, dass Features aus Last Light, wie das Anzünden von Spinnenweben mit dem Feuerzeug oder das Abwischen der Gasmaske, für Metro 2033 übernommen wurden, aber nicht in einem Tutorial erklärt werden.

Da alle DLCs für beide Spiele enthalten sind, können diese auch im Ranger-Modus gespielt werden. Hier wird der HUD deaktiviert, die Munition ist knapper und die Waffen sind tödlicher – sowohl die der Gegner als auch des Spielers. Hat man bereits das Original-Metro-2033 durchgespielt, sollte man in der Redux-Version dem Ranger-Modus ausprobieren, da er das Spielerlebnis intensiver macht.

Fazit

Hat man bisher noch keinen Metro-Teil gespielt, und schreckt nicht vor hohen Schwierigkeitsgraden, der Dunkelheit und der Postapokalypse zurück, erhält man mit Metro Redux zwei sehr gute Shooter zum Preis von einem. Hat man nur Last Light gespielt und Gefallen daran gefunden, ist Redux eine gute Gelegenheit, um das Spiel im besserer Grafik zu genießen und auch gleich den Vorgänger zu spielen. Dasselbe gilt für Fans von Metro 2033, die Last Light verpasst haben.

Die PC-Version von Metro Redux macht weniger Sinn. Kauft man die beiden Originalspiele auf Steam, zahlt man 10 Euro weniger und mit einem entsprechendem Rechner sieht die Grafik besser als auf PS4 und Xbox One aus. Dafür muss man sich aber mit dem alten Inventarsystem von Metro 2033 herumschlagen.