Meinung
04.07.2016

Keine Angst vor Gefühlen zu Robotern

Wenn Menschen ihre Haustier-Roboter beerdigen mag das jetzt noch lustig klingen. Über kurz oder lang wird es ganz selbstverständlich sein. Ein Kommentar.

Viele Menschen haben enge Beziehungen zu ihren Haustieren. Herumschmusen mit Hund und Katze gilt als normal. Doch was ist, wenn der Hund plötzlich ein Roboter ist? Eine Maschine, die so programmiert ist, dass sie auch Liebe und Zuneigung zu Menschen aufbauen kann? Daran arbeitet der japanische Konzern Sony, der mit Aibo bereits vor Jahren einen Roboter-Hund entwickelt hatte.

Roboter-Begräbnis

Aibo wurde von vielen seiner Besitzer beerdigt, als der Konzern dem Spielzeug-Hund den Todesstoß gab, in dem er die Software-Updates abgedreht hatte. Sie hatten eine echte Beziehung aufgebaut, genauso eine, wie sie zahlreiche Menschen mit ihren Haustieren Susi und Strolchi pflegen.

Doch nicht nur in Japan gibt es immer mehr Menschen, die Gefühle für Roboter entwickeln und auch Beziehungen mit diesen eingehen. Im Film „Her“ von Spike Jonze verliebt sich David in Samantha, ein Betriebssystem mit verführerischer Stimme. In den USA heiratete ein Mann kürzlich sein iPhone.

Akzeptanz

Für viele ist das Smartphone längst zum verlängerten Arm im Alltag geworden. Es wird gehasst, verflucht oder geliebt. Kinder wachsen ebenfalls bereits mit Robotern und künstlichen Intelligenzen in ihren Kinderzimmern auf. Das wird über kurz oder lang auch zu einer Mentalitätsveränderung führen.

Sein Leben mit Maschinen zu teilen, wird bald selbstverständlich sein. Wir dürfen als Gesellschaft daher niemanden dafür verurteilen, der auch Gefühle für Roboter und Maschinen entwickelt – und auch keine Angst davor haben. Natürlich müssen wir uns aber auch die Frage nach den Auswirkungen stellen: Was bedeutet das, wenn es selbst für Gefühle wie Zuneigung keiner Natur mehr bedarf?