Cyberwar
06/11/2012

Cyber-Angriffe auf südkoreanische Zeitung

Ermittler prüfen Verwicklung Nordkoreas in den Vorfall.

Nach Drohungen aus Nordkorea ist eine südkoreanische Tageszeitung Ziel eines großangelegten Cyber-Angriffs geworden. Die Zeitung „JoongAng Ilbo" berichtete am Montag, dass ihr Redaktionssystem bei der Attacke am Samstagabend zerstört und die Produktion damit unterbrochen worden sei. Zudem seien die Datenbanken für Artikel und Fotos verloren gegangen. Betroffen sei auch die zum selben Verlag gehörende Zeitung „Korea JoongAng", berichtete das englischsprachige Blatt weiter. Beide Zeitungen wollen demnach ein neues Betriebssystem installieren und nutzen schon einen anderen Server.

Zu kritische Berichterstattung
Laut dem Bericht prüfen Ermittler nun, ob Nordkorea hinter dem Computer-Angriff stecken könnte. Das nordkoreanische Militär hatte den in Seoul ansässigen Medien Anfang des Monats mit Angriffen gedroht, nachdem diese kritisch über eine Massenveranstaltung mit Kindern in Pjöngjang berichtet hatten. Nach südkoreanischen Angaben verfügt der Norden über eine Elite-Einheit von Hackern. Seoul wirft seinem Nachbarn vor, hinter Cyber-Angriffen auf Internetseiten der südkoreanischen Regierung und auf Finanzinstitutionen im Juli 2009 und im März 2011 zu stecken.

Mehr zum Thema

  • Nordkorea nutzt Online-Spiele für Cyberattacke
  • Britischer Minister: "Viren sind zivilisiert"
  • Al Kaida ruft zu "elektronischem Jihad" auf