Netzpolitik
09/22/2016

Donald Trump sieht "amerikanisches Internet" in Gefahr

Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner wettert gegen den Rückzug der US-Regierung aus der Internet-Verwaltung.

Am 1. Oktober soll die Verwaltung der DNS-Rootzone, die vereinfacht gesagt so etwas wie das Grundbuch des Internets ist, vollständig in die Hand der Selbstverwaltung durch die Internet-Adressverwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) übergeben werden. Dem hatte auch die US-Regierung zugestimmt, unter deren Aufsicht die Internet Assigned Numbers Authority (IANA), die zur ICANN gehört und die die zentralen Datenbanken für Top-Level-Domains und IP-Adressen führt, zuvor stand.

"Ausländische Mächte"

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sieht dadurch die Freiheit des Internets in Gefahr. Die Kontrolle über das „amerikanische Internet“ dürfe nicht „ausländischen Mächten“ überlassen werden, wetterte er in einer am Mittwoch veröffentlichten Presseaussendung. Der US-Kongress müsse rasch handeln, damit nicht Länder wie China oder Russland, die eine „lange Geschichte“ der Internet-Zensur hätten, ihre Interessen durchsetzen könnten.

Das ist zwar blanker Unsinn, hatte aber auch schon den republikanischen texanischen Senator Ted Cruz, ebenfalls ein Republikaner, nicht davon abgehalten, gegen das Ende der US-Aufsicht über die IANA mobil zu machen. Auch er warnte, Russland und China könnten die Kontrolle über das Online-Leben übernehmen. Trump hatte bereits mit seinen Plänen, Teile des Internets abzuschalten für Kopfschütteln gesorgt. Vertreter der US-Technologiebranche warnten unter anderem deshalb davor, dass Trump, sollte er tatsächlich Präsident der USA werden, ein „Desaster für die Innovation“ wäre.