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Netzpolitik
04/09/2019

EU könnte mit Microsoft Office gegen DSGVO verstoßen

Zahlreiche EU-Institutionen, unter anderem die EU-Kommission, verwenden Microsoft Office. Datenschützer ermitteln nun wegen möglicher DSGVO-Verstöße.

Die Datenschützer der EU nehmen den Einsatz von Microsoft-Programmen bei den EU-Institutionen unter die Lupe. Es wird untersucht, ob die Verträge zwischen Microsoft und der EU den neuen europäischen Datenschutzregeln (DSGVO) entsprechen, wie der EU-Datenschutzbeauftragte am Montag in Brüssel mitteilte.

Die Institutionen setzten in vielen Bereichen auf Software des US-Konzerns, unter anderem der EU-Kommission. Dabei würden große Bestände an persönlichen Informationen verarbeitet. Auch wenn die Datenverarbeitung von Drittanbietern wie hier von Microsoft übernommen werde, sei die EU letztlich für die Einhaltungen der Standards verantwortlich, sagte der stellvertretende Datenschutzbeauftragte Wojciech Wiewiorowski. Microsoft kündigte an, man werde die Institutionen der EU, die man zu seinen Kunden zähle, bei der Prüfung unterstützen.

Niederlande als Anlassfall

Der European Data Protection Supervisor (EDPS) zog unter anderem den Fall der Niederlande als Anlass heran. Vergangenen November stellte eine von der niederländischen Regierung in Auftrag gegebene Prüfung fest, dass die verwendete Microsoft-Software massenhaft gegen die DSGVO verstoße. Insbesondere die Übertragung zahlreicher Daten an US-Server war den Experten ein Dorn im Auge. Microsoft reagierte aber rasch und kündigte an, die Software DSGVO-konform anzupassen.