Heinz-Christian Strache beklagt Hasskommentare gegen seine Person auf "linken Seiten"

© KURIER/Gilbert Novy

Netzpolitik
05/08/2017

HC Strache: "Grüne planen Einschränkung der Meinungsfreiheit"

In einer fünfteiligen futurezone-Serie stellen sich die österreichischen Partei-Spitzen einem Social-Media-Check und geben Einblick in ihre Strategien.

Es hat ein wenig gedauert, aber inzwischen sind Online-Kampagnen und Social-Media-Aktionen bei österreichischen Parteien und Spitzenpolitikern Standard geworden. Niemand kommt mehr ohne Facebook-Seite aus und regelmäßig führen mehr oder weniger gut geglückte Postings zu mehr oder weniger heller Aufregung in den sozialen Medien.

Grund genug einmal bei den Parteispitzen nachzufragen, wie sie es denn persönlich mit Social Media halten, wie sie mit Shitstorms umgehen und wo vielleicht etwas Selbstkritik angebracht wäre. Im dritten Teil stellt sich Heinz-Christian Strache ( FPÖ) den Fragen der futurezone.

futurezone: Ihre Facebookseite ist äußerst erfolgreich, Sie haben die meisten Fans in der heimischen Politik. Gleichzeitig sorgen Hasspostings unter ihren Fans regelmäßig für Aufregung. Wie gehen Sie mit dieser Verantwortung um? Wäre die Social-Media-Strategie vielleicht einmal zu überdenken?
Heinz-Christian Strache: Die HC Strache-Facebook-Seite mit fast 600.000 Fans ist die erfolgreichste Politikerseite in Österreich. Wir gehen so verantwortungsvoll wie möglich damit um. Ein Team sorgt dafür, dass sogenannte „Hasspostings“ so schnell wie möglich gelöscht werden. Wobei man berücksichtigen muss, dass auf meiner Facebook Seite täglich mehrere tausend Kommentare gepostet werden. Und Hasskommentare (bis zu Mordaufrufen) gibt es auch auf vielen linken Seiten gegen meine Person und die FPÖ. Nur steht die HC Strache-Seite offenbar unter besonderer „Beobachtung“.

Kritische Stimmen werden auf Ihrer Facebook-Page sehr schnell geblockt. Haben Sie Angst vor Widerrede?
Ganz und gar nicht. Seriöse Kritik wird selbstverständlich zugelassen. Aber Beschimpfungen und unqualifizierte Unterstellungen sind selbstverständlich zu unterbinden.

Ihre Postings sind oft sehr angriffig im Tonfall, haben Sie sich schon einmal bei einem politischen Gegner für eine Aussage in den sozialen Medien entschuldigt? Wenn einmal ein Fehler passiert, was bei jedem Kommunikationskanal der Fall ist, dann stehe ich auch nicht an, das klarzustellen und mich dafür zu entschuldigen. Generell ist Facebook ein Medium, bei dem man zugespitzt formuliert, um auch zu Diskussionen anzuregen.

Andere Parteien, etwa die Grünen, sind sehr aktiv im Kampf gegen Hass und Hetze im Netz, teilen Sie deren politische Forderungen bzw. was ist Ihr Vorschlag, wie man diesen Problemen beikommen kann? Braucht Facebook strengere Regeln?
Wenn strafrechtlich relevante Äußerungen getätigt werden, dann muss es dafür auch Konsequenzen geben. Was die Grünen planen, ist aber eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wie es derzeit in Deutschland passiert. Dort wird der SPD-Justizminister und linke Ideologe Heiko Maas zum Zensurminister. Durch ein neues Gesetz sollen nicht genehme Meinungen und Inhalte einfach gelöscht werden können. Ein unfassbarer Anschlag auf Demokratie und Meinungsfreiheit. Dagegen wehre ich mich entschieden.

Wie viel Zeit pro Tag verbringen Sie persönlich mit Social Media?
Das ist unterschiedlich. Auch immer zwischendurch bzw. am Weg zu Terminen. Ich mache sehr viel selber, weil ich glaube, dass ein Großteil des Erfolges der Seite mit Authentizität zusammenhängt. Das ist auch der Unterschied zu meinen Mitbewerbern Kern und Kurz, bei denen es nur um Inszenierung geht.

Wie viel Persönliches geben Sie im Netz von sich preis und wo ziehen Sie die Grenze?
Ich poste immer wieder private Fotos und Videos von mir und meiner Frau – etwa bei Spaziergängen mit unsere Hündin Odi. Fotos von meinen Kindern würde ich nicht posten, da sie geschützt werden sollen.

Wie gehen Sie mit Angriffen auf Ihre Person, mit Shitstorms um? Sind diese Dinge “part of the game” oder eine echte Belastung?
Natürlich sind Beschimpfungen und Morddrohungen eine Belastung, an die man sich wahrscheinlich nie gewöhnen wird. Insbesondere, weil man vielfach ganz anders dargestellt wird, als man wirklich ist. Ich erlebe es oft, dass bei einem persönlichen Kennenlernen Menschen zu mir sagen: Sie sind ja in Wahrheit ein ganz warmherziger Mensch und ganz anders, als Sie in den Medien dargestellt werden.

Über welche Diskussion/Aufregung in den sozialen Medien haben Sie sich am meisten geärgert?
Ich versuche mich nach Möglichkeit nicht zu ärgern.

Auf welche Social-Media-Kampagne Ihrer politischen Mitbewerber waren Sie ein bisschen neidisch?
Bislang keine.

Welches Handy haben Sie?
Ein iPhone.

Morgen lest ihr, wie viel Zeit ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner mit sozialen Medien verbringt und was er von Bundeskanzler Kerns Pizza-Aktion hielt.

Nachlese:
Teil 1: Matthias Strolz im Social Media Check
Teil 2: Eva Glawischnig im Social Media Check