Netzpolitik
28.12.2014

Netflix geht gegen Smart-DNS-Dienste vor

Der Streaming-Anbieter versucht Dienste, die die Nutzung anderer Länder-Ausgaben erlauben, auszusperren. In der neuesten Android-App sind Googles DNS-Server vorgegeben.

Berichten zufolge hat Netflix in der aktuellen Version seiner Android-App die DNS-Server von Google fest eingetragen. Das bedeutet, dass Smart-DNS-Dienste wie Unblock-Us, Unlocator oder Unotelly nicht mehr oder nur auf Umwegen funktionieren. Diese Dienste ermöglichen Nutzern, digitale Ländersperren zu umgehen und so beispielsweise auch das US-Angebot von Netflix in Österreich zu nutzen. Im Gegensatz zu einem VPN werden aber nicht alle Daten über eine getunnelte Verbindung umgeleitet, sondern lediglich die Standortabfrage. Die Einrichtung ist denkbar einfach, lediglich der DNS-Server muss in den Netzwerkeinstellungen geändert werden.

Umständliche Lösungen

Zunehmender Druck der Rechteinhaber dürfte Netflix aber dazu zwingen, härter gegen diese Dienste vorzugehen. Ab Version 3.7.2 der Netflix-App ist, wie beim Streaming-Stick Chromecast, der DNS-Server im Code eingetragen und kann nicht verändert werden. Auch manuell in den Netzwerkeinstellungen eingetragene DNS-Server werden ignoriert. Abhilfe schafft derzeit nur, die Version 3.7.1 zu verwenden oder den Google DNS-Server über Einstellungen am Router umzuleiten. Das ist jedoch nur bei Systemen wie DD-WRT oder OpenWRT möglich.

Auch VPNs im Visier

So könnten in Zukunft als Alternative nur mehr VPN-Dienste übrig bleiben, doch auch das ist vielen Rechteinhabern ein Dorn im Auge. So forderten diese im Vorfeld des Australien-Starts, dass man verhindern müsse, dass Australier die US-Version nutzen können.