Netzpolitik
01.04.2014

NSA hört komplette Kommunikation des Irak ab

In einem Interview mit der LA Times hat der ehemalige stellvertretende NSA-Chef gesagt, dass der Geheimdienst alle Anrufe, SMS und E-Mails des Iraks in Echtzeit abhört.

Vor zwei Wochen hat die Washington Post erstmals über das NSA-Programm Mystic berichtet. Damit soll es dem US-Geheimdienst möglich sein, die komplette, elektronische Kommunikation ganzer Länder abzuhören. Bei einem Land soll das Programm bereits seit 2011 im Einsatz sein.

Die US-Regierung hat die Washington Post ersucht weder besagtes Land zu nennen, noch die fünf weiteren Länder, in denen Mystic zukünftig eingesetzt werden sollte, bzw. möglicherweise mittlerweile bereits aktiv ist.

Irak

In einem Interview mit der LA Times hat nun der ehemalige stellvertretende NSA-Chef John Inglis preisgegeben, welches Land seit 2011 völlig überwacht wird: der Irak. Laut ihm konnte anfangs nur die Hälft der Kommunikation abgefangen werden und musste stundelang bearbeitet werden. Jetzt soll es möglich sein jedes irakische E-Mail, SMS und der Standort jedes Telefonsignals in Echtzeit zu sammeln und sortieren.

Laut der Washington Post werden alle mit Mystic gesammelten Inhalte und Daten für 30 Tage gespeichert. NSA-Mitarbeiter können die Daten zusätzlich sichten und für einen längeren Zeitraum archivieren.