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US-Sicherheitsbedenken Österreichs Behörden: "Verwenden keine Kaspersky-Software".

Die Vorwürfe sind nicht neu: Kaspersky-Gründer Eugene Kaspersky wird ein Naheverhältnis zur russischen Regierung nachgesagt
Die Vorwürfe sind nicht neu: Kaspersky-Gründer Eugene Kaspersky wird ein Naheverhältnis zur russischen Regierung nachgesagt - Foto: REUTERS/POOL New
Nach dem Verbot seiner Produkte durch die US-Regierung kämpft der Securityanbieter um seinen Ruf. Österreichische Behörden stellen in Abrede, mit Kaspersky zu kooperieren.

Wie berichtet, hat die US-Regierung die Nutzung von Kaspersky-Software behördenweit verboten. Als Erklärung wurden Sicherheitsbedenken aufgrund vermuteter Verbindungen zum russischen Geheimdienst angeführt. Auch wenn die Vorwürfe nicht neu sind und von Kaspersky stets mit aller Deutlichkeit zurückgewiesen werden, wirft das naturgemäß auch Fragen zur Zusammenarbeit mit deutschen und österreichischen Behörden auf.

Keine offiziellen Verträge

Während der Sicherheitsanbieter offiziell mit deutschen Behörden kooperiert, gaben sich österreichische Stellen stets zugeknöpft. Zwar wurde Firmengründer Eugene Kaspersky von der damaligen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner im Rahmen des geplanten Cybersicherheitsgesetzes als Experte und Berater nach Wien eingeladen, eine offizielle Zusammenarbeit wurde damals aber in Abrede gestellt.

Auf futurezone-Anfrage verneinten am Donnerstag erneut sowohl das Innen- als auch das Verteidigungsministerium eine vertragliche Vereinbarung mit dem russischen Hersteller. Software von Kaspersky komme  definitiv nicht zum Einsatz, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Verwendung sei  auch in Zukunft nicht vorgesehen. 

Treffen mit Sobotka abgesagt

Ein für kommende Woche geplantes Treffen von Innenminister Wolfgang Sobotka mit Eugene Kaspersky im Rahmen einer Sicherheitsveranstaltung wurde indessen am Donnerstag überraschenderweise abgesagt. Das Innenministerium gab „terminliche Gründe“ als Erklärung an.

Inwiefern und in welchem Umfang andere Behörden mit Kaspersky zusammenarbeiten, bleibt unklar. Auf der vom Österreichischen Bundesheer veranstalteten IKT-Sicherheitskonferenz 2017 etwa wird auf der Anmeldeseite des Heeres mit einem Kaspersky-Spiel geworben. Laut dem Verteidigungsministerium arbeite man mit vielen Firmen und Partnern zusammen - so auch im Sicherheitsbereich. Die Software des Antiviren-Herstellers komme aber nicht zum Einsatz, teilte Ministeriumssprecher Michael Bauer der futurezone mit.

Kaspersky: "Keinerlei Beweise"

Bei Kaspersky zeigt man sich von der Entscheidung der US-Behörden nur zum Teil überrascht. „Es gibt eine Historie von Versuchen, unsere Reputation zu beschädigen. Dabei handelt es sich immer wieder um die selben Verdächtigungen und Anschuldigungen, ohne dass jemals irgendetwas an Beweisen vorgelegt wurde“, erklärte Kaspersky-Sprecher Stefan Rojacher auf Anfrage der futurezone.

„Warum die US-Behörden das machen, wissen wir natürlich nicht. Da wir ein Unternehmen mit russischen Wurzeln sind, liegt allerdings der Verdacht nahe, dass wir da in einen geopolitischen Konflikt hineingeraten sind“, sagt Rojacher. Wie bisher werde man den Vorwürfen mit größtmöglicher Offenheit und Transparenz begegnen.

In einer offiziellen Stellungnahme betonte das Unternehmen zudem, das 85 Prozent des Firmenumsatzes mittlerweile in Ländern außerhalb Russlands erwirtschaftet werden: "Eine unangebrachte Zusammenarbeit mit irgendeiner Regierung würde sich nachteilig auf die Unternehmensergebnisse auswirken. Kaspersky Lab hat niemals irgendeiner Regierung in der Welt bei Cyberspionage oder offensiven Cyberaktivitäten geholfen und wird das auch niemals tun."

(futurezone) Erstellt am 14.09.2017, 16:33

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