Whatsapp application loses users over privacy policy change

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Netzpolitik

Telegram-Gründer: iPhone macht euch zu “Sklaven von Apple”

Pavel Durov wird wohl kein Apple-Fan mehr werden. „Jedes Mal wenn ich ein iPhone verwendet habe, um unsere iOS-App zu testen, fühle ich mich ins Mittelalter zurückgesetzt. Die 60 Hz Displays des iPhones können mit den modernen 120 Hz Displays von Android-Smartphones nicht mithalten“, schreibt er in einem Blogposting. Apples Hardware sei „veraltet“ und iPhone-Nutzer*innen „digitale Sklaven“ von Apple, so der Telegram-Gründer.

Man könne nur Apps installieren, die im App Store zu finden seien und man könne nur Apples eigenen iCloud-Dienst nutzen, um Backups automatisch anzufertigen. Da sei es auch kein Wunder, wenn Apple in China einen „totalitären Zugang“ gewählt habe, um die Kommunistische Partei Chinas bei der Überwachung ihrer Bürger zu unterstützen.

FILE PHOTO: Founder and CEO of Telegram Pavel Durov delivers a keynote speech during the Mobile World Congress in Barcelona

Pavel Durov wettert gegen Apple

Überwachung in China

Das letzte Statement von Durov bezieht sich auf einen New York Times Bericht, wonach Apple in großflächige Überwachung und Zensur in China involviert sein soll. Dort soll die chinesische Regierung Zugriff auf die Datenzentren in Guiyang erhalten. Apple habe auch bei den iPhone-Nutzern die volle Kontrolle über alle Apps, die sie installieren, so der Telegram-CEO.

Der aktuelle Anlass für Durovs Posting ist unklar, aber natürlich hat die Geschichte einen Hintergrund: Im Jahr 2018 war die Telegram-App aus dem App Store entfernt worden, weil über die App „unangemessene Inhalte“ verbreitet worden seien.

Durow hatte zunächst den russischen Facebook-Klon VKontakte gegründet, gab die Kontrolle über die Firma jedoch unter dem Druck des Kreml ab. Mit Telegram gründete er danach einen Messaging-Dienst, der mit effizienter Verschlüsselung wirbt, die jedoch nur bei den privaten Nachrichten einstellbar ist, und das auch nur optional. Außerdem ist Telegram serverseitig keine Open-Source-Software. Nutzer*innen wissen nicht, was auf den Servern des Dienstes passiert. Außerdem kann die App von Behörden aufgrund zahlreicher Lücken zur Spionage verwendet werden.

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