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Netzpolitik
11/03/2019

Trump wollte 2016 Zugriff auf Clinton-Mails von Wikileaks

Das Wahlkampfteam von Donald Trump hatte 2016 versucht, Wikileaks zu einer frühen Herausgabe der Demokraten-Mails zu bringen.

Donald Trump und sein Wahlkampfteam haben sich neu veröffentlichten Ermittlungsdokumenten zufolge 2016 um E-Mails der Demokraten im Besitz von Wikileaks bemüht, um seiner Rivalin Hillary Clinton zu schaden. Das berichteten der Sender CNN und die Nachrichtenseite "Buzzfeed" am Samstag unter Berufung auf knapp 300 Seiten Unterlagen von Russland-Sonderermittler Robert Mueller

Die Tausenden E-Mails von einem Server der Demokraten waren von Russland gestohlen worden, wie US-Geheimdienste später bestätigten. Wikileaks veröffentlichte die E-Mails ab Juli 2016. Dadurch wurden unter anderem interne Machtkämpfe der Demokraten offenbar und sie schadeten Clinton in den Monaten vor der Präsidentschaftswahl im November 2016. 

Wahlkampfteam hoffte auf Mails

Die Medienhäuser Buzzfeed und CNN hatten erfolgreich auf Herausgabe der Dokumente Robert Muellers geklagt. In der ersten Tranche der Dokumente wird Trumps stellvertretender Wahlkampfleiter Rick Gates dahin gehend zitiert, dass Trump, sein Sohn und mehrere Führungsleute auf eine zügige Herausgabe der E-Mails hofften.

Der außenpolitische Berater Michael Flynn - der später für kurze Zeit Präsident Trumps erster nationaler Sicherheitsberater wurde - hätte seine Kontakte im Geheimdienstmilieu nutzen sollen, um die E-Mails zu bekommen, wie Gates weiter zitiert wurde. Flynn habe auch die besten Russland-Kontakte gehabt, schrieben die Ermittler in dem Bericht. Trump sei darüberhinaus frustriert gewesen, dass die Veröffentlichung der E-Mails nur langsam voran ging, berichtet Buzzfeed

Keine Absprache mit Russland nachweisbar

Mueller hatte etwa zwei Jahre lang untersucht, ob Trumps Team Absprachen mit Vertretern Russlands getroffen hatte. Auch ging es darum, ob Trump später, als er schon US-Präsident war, die Ermittlungen der Justiz dazu behinderte. Ende März schloss Mueller seine Arbeit ab. Sein Abschlussbericht wurde bisher nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht. Mueller fand keine ausreichenden Beweise für Geheimabsprachen des Trump-Teams mit Vertretern Russlands. Hintergrund der Ermittlungen war die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den US-Wahlkampf 2016.