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Netzpolitik
07/04/2014

Werbebranche klagt gegen Adblock Plus

Mehrere Werbevermarkter ziehen gegen den beliebten Werbeblocker vor Gericht. Vor allem das Modell der “Acceptable Ads” ist den Unternehmen ein Dorn im Auge.

Der beliebte und gleichzeitig umstrittene Werbeblocker AdBlock Plus muss sich gegen mehrere Klagen der Werbeindustrie zur Wehr setzten. Seven One-Media, Vermarkter von ProSieben Sat1, sowie IP Deutschland, RTL Interactive und die Axel Springer AG gehen gegen die Eyeo GmbH vor.

Nachdem schon seit längerem ein Streit über blockierte Werbungen sowie daraus resultierende entgangenen Werbeeinnahmen schwillt, entschieden sich die Unternehmen nun zu diesem Schritt.

Gerichtliche Klärung notwendig

Hauptpunkt der Klage ist das von AdBlock Plus verwendete Modell der “Acceptable Ads”. Dieses unterscheidet störende und akzeptable Werbeeinblendungen von einander und lässt sie unter bestimmten Kriterien zu. Um in die Whitelist aufgenommen zu werden, sollen aber nicht nur extra Adserver, sondern auch bis zu zweitstellige Millionenbeträge von Nöten sein. Google sowie United Internet sollen zu den zahlenden Kunden gehören.

Thomas Port, Geschäftsführer von Seven-One Media, begründet gegenüber dem Branchenmagazin Horizont wie folgt: "Wir halten das Geschäftsmodell für rechtswidrig und werden das nun gerichtlich klären lassen." Obwohl die Eyeo GmbH die Berichte nie bestätigt hat, sehen die klagenden Unternehmen die Zahlungen als erwiesen an.

AdBlock schon seit längerem im Visier

Bereits im April merkte Blogger Sascha Pallenberg an, dass es sich bei Adblock Plus um “um eine mafiöses Werbenetzwerk” handelt. Laut Pallenberg soll die beliebte Browser-Extension im Jahr 2013/2014 30 Millionen US-Dollar Umsatz gemacht haben. Große Internet-Konzerne wie Amazon, Ebay, Google und Yahoo hätten demnach Geld an die Eyeo GmbH überwiesen, um ihre Werbeeinblendungen auf die Whitlist zu befördern.