Netzpolitik
04.01.2017

Zuckerberg-Vorsatz deutet auf politische Ambitionen hin

Mark Zuckerberg könnte schon bald in die Politik gehen. Darauf deutet unter anderem der neue Jahresvorsatz des Facebook-CEOs hin.

Jedes Jahr gibt Mark Zuckerberg ein persönliches Ziel für das Jahr bekannt. In den vergangenen Jahren lernte er Mandarin, las 25 Bücher in einem Jahr, ging jeden Tag zumindest eine Meile Laufen und entwickelte einen persönlichen Assistenten namens Jarvis, der ihm bei der Steuerung des Hauses hilft. 2017 hat er sich ein vermeintlich einfaches, aber dennoch überraschendes Ziel ausgesucht: Er will alle 50 US-Bundesstaaten bis zum Jahresende besuchen - 20 habe er bereits besucht, 30 fehlen ihm noch.

„Nach einem turbulenten Jahr hoffe ich, dass ich mit dieser Challenge öfter rauskomme und mit Menschen darüber rede, wie sie leben, arbeiten und über die Zukunft denken“, so Zuckerberg in einem Facebook-Posting. Der Guardian spekuliert nun, dass das auf politische Ambitionen des 32-jährigen Facebook-Gründers hinweise. „Jahrzehntelang haben uns Technologie und Globalisierung produktiver gemacht und stärker vernetzt. Das hat uns einige Vorteile gebracht, das Leben für viele Menschen aber auch schwieriger gemacht. All das trägt zu einem Gefühl der Spaltung bei, das ich noch nie in meinem Leben hatte. Wir müssen einen Weg finden, die Spielregeln anzupassen, sodass es für alle funktioniert“, erklärt Zuckerberg.

Mehrere Indizien

Erste Spekulationen darüber, ob Zuckerberg in ein politisches Amt wechseln könnte, gab es bereits Anfang Dezember. So wurde er von Investoren verklagt, weil er sich neben „ewiger Kontrolle“ über das Unternehmen auch das Recht auf eine zweijährige Auszeit für ein politisches Amt sicherte - ohne dabei seine Stimmrechte zu verlieren. Ein weiteres Indiz lieferte Zuckerberg mit seiner Rückkehr zur Religion.

So gab er über ein Facebook-Kommentar bekannt, dass er sich nicht mehr als Atheist verstehe. „[…] Ich wurde jüdisch erzogen und haben eine Phase in meinem Leben durchlaufen, in der ich bestimmte Dinge hinterfragt habe, aber jetzt glaube ich, dass Religion sehr wichtig ist.“ Atheismus kann in den USA erhebliche Probleme bei der Wahl in ein politisches Amt bescheren, wie Studien zeigen.

Gespaltene Rolle gegenüber Trump

Welche Rolle Zuckerberg künftig auf der politischen Bühne spielen wird, ist unklar. Er hat sich ohne Zweifel stets stärker zu den Demokraten verbunden gezeigt, verteidigte aber auch den prominenten Trump-Unterstützer Peter Thiel, der zu den ersten Investoren bei Facebook zählte und nach wie vor im Aufsichtsrat sitzt. Zudem bestritt er, dass Facebook die Wahl Trumps ermöglicht habe, da zahlreiche Fake News ungefiltert über das Soziale Netzwerk verbreitet wurden. Zugleich kritisierte er aber auch mehrmals Trumps Äußerungen zu Zuwanderung und Meinungsfreiheit.