MacBook Air M4

MacBook Air M4

© Thomas Prenner

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Apple MacBook Air M4 im Test: Die große Neuerung, die nicht auffällt

Von außen kann man das MacBook Air M4 kaum von seinen Vorgängern unterscheiden

Apple hat kürzlich die neueste Variante seines MacBook Air auf den Markt gebracht. Herzstück der Neuerungen ist der neue M4-Prozessor. Dieser soll viel Leistung und lange Akkulaufzeit bringen. Und auch, wenn sich das neue MacBook im ersten Moment kaum von seinen Vorgängern unterscheidet, ändert sich mit dem neuen Modell doch wiederum viel. Dazu aber im Fazit mehr. 

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Himmelblau

Neu im Portfolio hinzugekommen ist dieses Mal die Farbe “Himmelblau”. Es ist auch die Farbe, in der mir Apple das Testgerät zugeschickt hat. Auch wenn ich grundsätzlich kein großer Fan von bunten Gadgets bin, schafft es Apple auch hier wieder, dass mich die Farbe anspricht. 

Das liegt auch daran, dass das Blau alles andere als knallig ist. Es ist so dezent, dass im Büro schon diskutiert wurde, ob es überhaupt blau ist. Denn damit der Laptop blau erstrahlt, braucht es die richtige Umgebungslichtfarbe und Lichtstärke. In hellen Umgebungen erscheint die Farbe eher gräulich. Wird es dunkler, ist das Blau schon deutlicher zu identifizieren.

Vergleicht man das MacBook Air M4 äußerlich mit einem Gerät der Vor- oder Vorvorgängergeneration, findet man abseits der neuen Farbe kaum Unterschiede. Die Gehäusegröße ist gleich geblieben, genauso wie die Art und Zahl der Anschlüsse. Neben dem MagSafe-Stromanschluss gibt es 2x Thunderbolt4 (USB-C) und die gute alte AUX-Klinke für Kopfhörer. 

Biometrie ist beim MacBook Air auch diesmal in Form eines Fingerabdrucksensors mit an Bord. Dieser befindet sich wie gehabt im Power-Button. Er funktioniert verlässlich und ist im Alltag immer wieder eine große Erleichterung: Egal, ob beim Log-in oder beim Entsperren des Passwortmanagers. 

Apple MacBook Air M4

Display

Auch beim Display hat sich im Vergleich zu den Vorgängergenerationen nichts getan. Es handelt sich um ein 13,6 Zoll Liquid Retina Display mit 2.560 x 1.664 Pixel und 500 Nits Helligkeit. P3-Farbraum wird unterstützt, genauso wie die True-Tone-Technologie

Man muss sich hier im Klaren sein, dass Apple bereits bessere Notebook-Displays baut (Stichwort MacBook Pro). Wenn man es jetzt aber nicht gerade Seite-an-Seite vergleicht, wird man auch mit dem Air-Display glücklich werden. 

Also wenngleich das Display des Airs nicht mit der Auflösung und Helligkeit der aktuellen MacBook Pros mithalten kann, ist es immer noch ein solider Bildschirm für ein Notebook. Selbst im Freien bei heller Umgebung genügt mir die Helligkeit, um noch genügend zu erkennen, um das Notebook zu bedienen.

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Apple MacBook Air M4

Große Neuerung

Die größte Neuerung im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist wohl die Webcam. Anstelle der FullHD-Kamera rückt eine 12-Megapixel Center-Stage-Kamera mit Unter­stüt­zung für die Schreib­tischansicht. Dieses “Desk View” ermöglicht es, per Videofeed das zu zeigen, was vor einem am Tisch liegt. Hat man etwa ein Papierdokument, das man während des Videocalls durchgehen möchte, kann man das so ohne zusätzliche Hardware tun. Möglich wird das durch Weitwinkel und Künstliche Intelligenz.

Damit das beim MacBook funktioniert, muss die Webcam natürlich den Bereich vor dem Notebook im Blick haben. Dazu muss man das Display weiter nach vorne kippen, als man das in der Regel beim Arbeiten am Tisch machen würde. Ein Winkel von in etwa 90 Grad ist dafür notwendig. Dann funktioniert es aber erstaunlich gut, wie im Beispiel mit diesem Untersetzer.

MacBook Air Schreibtischansicht

MacBook Air Schreibtischansicht

Center Stage ist Apples Technologie, bei der einen die Webcam in einem Videocall mittels Digitalzoom immer ins Zentrum rückt. Es sieht für das Gegenüber so aus, als würde einen die Kamera verfolgen. Das Feature gibt es in iPads bereits viele Jahre, aber erst jetzt hält sie beim Air Einzug.

Leistung und Sound

Der M4 ist Apples aktuell stärkste Prozessor-Generation. Im Unterschied zu anderen Geräten verzichtet Apple beim Air aber auf aktive Kühlung. Das hat den erfreulichen Effekt, dass es keine Lüfteröffnungen gibt, in denen sich Staub und Dreck fangen kann. 

Gleichzeitig gibt es den Nachteil, dass das Gerät nicht ganz so effektiv gekühlt werden kann. Das ist auch ein Mitgrund, wieso man das Air nicht ganz auf die Leistungsspitzen treiben kann, die theoretisch möglich wären. Dennoch liefert der M4 für ein großes Portfolio an Alltagsaufgaben genügend Kraftreserven. 

Übrigens: Trotz der kompakten Bauweise kann das MacBook mit durchaus brauchbaren internen Lautsprechern punkten. Für den audiophilen Musikgenuss reichen sie zwar nicht, aber man kann sich damit durchaus das ein oder andere YouTube-Video oder einen Podcast anhören, ohne, dass man den Ton verflucht.

Apple MacBook Air M4

Meine Faustregel ist: Wenn sich jemand fragt, ob er oder sie nicht doch das stärkere MacBook Pro braucht, ist die Antwort in der Regel "nein". Denn wer ein Pro-MacBook mit M4 Pro oder gar M4 Max wirklich braucht, weiß es und muss sich die Frage erst gar nicht stellen. 

Gänzlich anders verhält es sich beim Arbeitsspeicher. Und genau hier kommt die neue Air-Serie mit einer positiven Überraschung. Denn selbst in der Standardausführung sind es bei der M4-Generation mindestens 16 GB. Im Vergleich zu den 8 GB, die zuvor hier in der günstigsten Ausführung verbaut waren, ist das ein wichtiger Schritt, der wohl allen zugutekommt, auch wenn man nur im Browser arbeitet.

Selbst im Multi-Monitor-Betrieb mit Dutzenden Tabs und offener Bildbearbeitung ging dem neuen Air in keiner Situation im Test die Puste (oder der Arbeitsspeicher) aus. Apropos Multi-Monitor: Der M4 erlaubt es erstmals zusätzlich zum integrierten Display 2 weitere externe Monitore (bis zu 6K bei 60 Hz) zu verwenden. Das ist ein Pluspunkt für alle, die im stationären Betrieb extra viel Bildschirmplatz benötigen.

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Akku und heimliches Killer-Feature

Der Akku ist Apple-Silicon-gewohnt hervorragend. Apple gibt bis zu 15 Stunden beim Surfen an. Und wenn man das jetzt nicht gerade bei voller Bildschirmhelligkeit macht, ist das durchaus realistisch. Bei 2-tägigen Dienstreisen kann man sich durchaus überlegen, ob man das MagSafe-Ladekabel zu Hause lässt. 

Ein Argument für den Kabelverzicht ist auch, dass man das MacBook über einen der USB-C-Ports aufladen kann, wenn man das MagSafe-Kabel gerade nicht bei der Hand hat. Das ist für mich überhaupt eines der Killer-Features, das allerdings auch schon bei den vergangenen beiden Air-Generationen gibt. Es braucht dafür freilich ein entsprechend starkes Netzteil (bestenfalls 30W), damit etwas weitergeht. Es ist aber auch möglich, das MacBook mit schwachen Adaptern per USB-C zu laden, sofern man es währenddessen nicht verwenden will. 

Technische Spezifikationen

Apple MacBook Air M4 (2025) 13" 

  • Chip: Apple M4 mit 10-Core CPU (4 Performance-Kerne, 6 Effizienz-Kerne), 8-Core GPU (konfigurierbar auf 10-Core GPU), 16-Core Neural Engine, 120 GB/s Speicherbandbreite
  • Maße & Gewicht: 304,1 x 215 x 11,3 mm, 1,24 kg
  • Display:
    • 13,6 Zoll LED-backlit Display mit IPS-Technologie (Liquid Retina)
    • Auflösung: 2.560 x 1.664 Pixel, 224 ppi
    • Helligkeit: 500 Nits
    • Unterstützung für 1 Milliarde Farben, Wide Color (P3), True Tone
  • Arbeitsspeicher: 16 GB, 24 GB oder 32 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher
  • Betriebssystem: macOS Sequoia
  • Akku:
    • Akku-Kapazität: 52,6 Wh (für das 13-Zoll-Modell)
    • Ladeleistung:  Schnelles Aufladen mit dem 70W USB‑C Power Adapter (oder höher)
    • Akku-Laufzeit:  Bis zu 15 Std. drahtloses Surfen,  bis zu 18 Std. Wiedergabe von Filmen mit der Apple TV App
  • Interner Speicher: 256 GB, 512 GB, 1 TB oder 2 TB SSD
  • Anschlüsse:
    • 2x Thunderbolt 4 (USB Type-C)
    • MagSafe 3
    • 3,5 mm Kopfhöreranschluss
  • Konnektivität: Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3
  • Webcam: 12 MP Center Stage Kamera
  • Audio:  4‑Laut­sprecher-System, Breiter Stereo­sound, Unter­stüt­zung für 3D Audio bei Wieder­gabe von Musik oder Video mit Dolby Atmos auf den inte­grierten Laut­sprechern
  • Preis: Startet bei 1.199 EUR für das 13-Zoll-Modell

Fazit

Das Air ist Apples MacBook für die Massen. Wer sich ein MacBook Air kauft, bekommt eine hervorragende Verarbeitung, inklusive Tastatur und Touchpad mit gutem Tippgefühl. Die Akkulaufzeit ist irre lang und für die allermeisten Alltagsanwendungen sind genügend Leistungsreserven vorhanden. Und das alles gibt es in einem kompakten Gehäuse mit 1,24kg Gewicht, dass man eigentlich nie 2-mal überlegen muss, ob man es jetzt einpacken soll. 

Dass die Webcam im Vergleich zu den Vorgängergenerationen jetzt deutlich besser ist, ist ein Pluspunkt, wenn auch kein Killer-Feature. Etwas stärker ins Gewicht fällt da der Umstand, dass man mit dem M4 jetzt auch beim Air 2 externe Monitore anschließen kann.

Das Display ist solide, auch wenn es einem nicht vom Hocker haut. Und mit dem Wunsch nach höherer Auflösung oder Helligkeit wäre ich ohnehin generell vorsichtig, da so etwas unter Umständen stark auf die Akkulaufzeit schlagen kann. 

Pro und Contra

Pro

  • Wertige Verarbeitung, kompakt
  • Extrem lange Akkulaufzeit
  • Aufpolierte Webcam
  • Viel Leistung mit M4 und 16 GB RAM beim Standard-Modell
  • Laden per MagSafe oder USB-C

Contra

  • Zu wenig Neues für Upgrade von M2 oder M3
  • Teurer als Windows-Konkurrenz

Die größte Neuerung, die leicht übersehen wird

Unterm Strich muss man dennoch sagen, dass das Air M4 im Vergleich zu seinen unmittelbaren Vorgängern nicht viel anders macht. Das muss es auch gar nicht, es ist nach wie vor ein hervorragendes Notebook, bei dem ich angesichts der Hardware jedenfalls zuschlagen würde. Die größte Neuerung ist in der Mindestausstattung zu finden. Denn der Arbeitsspeicher der Standard-Ausführung ist von 8 auf 16 GB angewachsen. Das heißt, dass man diesmal jedenfalls zum billigsten Modell um 1.200 Euro UVP (bei Amazon jetzt schon ein bisschen günstiger um 1.118 Euro) greifen kann. 

Während ich bei der M3-Generation tendenziell dazu geraten hätte, sich vielleicht nach einem günstigeren M2-Restbestand mit 16 GB umzuschauen, würde ich heuer bei einem Neukauf jedenfalls zu der aktuellsten Generation greifen. Man kann dann davon ausgehen, viele Jahre mit dem leistungsstarken Notebook verbringen zu dürfen.

Wer bereits ein Apple-Silicon-MacBook-Air ab M2 sein Eigen nennt und damit noch gut zurechtkommt, muss nicht unbedingt zum M4 upgraden. Hier würde ich noch eine oder 2 Generationen zuwarten, ob Apple vielleicht im Hinblick auf das Display doch etwas macht, ohne dabei zu viel Akkulaufzeit zu opfern.

Freilich, die 256 GB Flash-Speicher der Standard-Variante sind nicht optimal, aber verkraftbar. Für allfällige Foto- oder Videoarchive muss es dann wohl eine externe Speicherlösung sein, die man dank Thunderbolt zumindest mit einer äußerst schnellen Schnittstelle anschließen kann. Denn Apples Upgrade auf 512 GB fällt mit einem Preis von 250 Euro eher in die Kategorie Wucher. 

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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