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1989 bis 2021: So haben sich Apples MacBooks verändert

Wie erwartet hat Apple im Rahmen eines Events am Montag neue MacBook-Pro-Modelle präsentiert - das erste Redesign der Serie seit 5 Jahren. Der Technologiekonzern bringt bei seinen neuen 14-Zoll MacBook Pro und 16-Zoll Modellen den SD-Card-Reader sowie den HDMI-Anschluss wieder zurück.

Andere Funktionen wie die Touchbar müssen weichen. Für Aufregung sorgte allerdings ein ganz bestimmtes Feature: der Notch am Display.

Die schwarze Aussparung am oberen Rand des Monitors hatte bereits bei der Einführung des iPhone X im Jahr 2017 die Gemüter der Apple-Fans erhitzt. Der Notch soll, so Apple, die Ränder des MacBooks so klein wie möglich halten, um noch mehr Displayfläche zu bieten. Zum Leidwesen vieler User*innen, die die Kerbe als störend empfinden.

In Sachen Laptop-Innenleben und Design gab es bei Apple seit 1989 zahlreiche Veränderungen. Wir zeigen euch die MacBook-Meilensteine.

Der Macintosh Portable war der erste mobile Laptop aus dem Hause Apple

Macintosh Portable – der erste tragbare Mac

Wie der Name bereits verrät, war der Macintosh Portable der erste tragbare Computer von Apple. Der Computer ging 1989 in Serie, verfügte über eine beachtliche Laufzeit von 10 Stunden und brachte 7 kg auf die Waage. Zum Vergleich: Die damaligen Würfel-Macs (Macintosh Plus, SE und Classic) wogen etwa gleich viel und waren ähnlich leicht zu transportieren.

Mit seinem stolzen Verkaufspreis von 6.500 US-Dollar war der Portable allerdings um zwei Drittel teurer als Apples stationäre Modelle. Wenig überraschend also, dass der Portable ein wirtschaftlicher Flop war. Der PC war unhandlich, langsam und bot wenig Möglichkeiten für Erweiterungen, weshalb Apple bereits 2 Jahre später ein Nachfolgermodell auf den Markt brachte.

Das PowerBook 100 war seinerzeit das günstigste Modell der Serie

Die ersten PowerBooks

Auf den Notebook-Pionier Macintosh Portable folgten 1991 die Macintosh-PowerBooks. Sie waren nicht nur leichter (die ersten Notebooks der Power-Serie brachten etwa ein Drittel ihres Vorgängers auf die Waage), sondern auch erschwinglicher: Für das günstigste Modell, das PowerBook 100, mussten Kund*innen „nur“ 2.500 US-Dollar zahlen. Verantwortlich für den niedrigeren Preis war Konkurrent Sony, der im selben Jahr einen günstigen Laptop namens Logic Board auf den Markt brachte.

Zeitgleich mit dem PowerBook 100, führte Apple die PowerBooks 140 und 170 ein. Ein eigenes Board und der leistungsstärkere Prozessor machten die beiden Modelle zu vergleichbar schnellen tragbaren Geräten. Allerdings mussten Apple-User*innen mehr als doppelt so viel für die gesteigerte Performance auf den Tisch legen. 4.600 US-Dollar kostete das PowerBook 170 damals.

Dank dem reduzierten Preis und dem abgespeckten Exterieur wurden die PowerBooks zum Kassenschlager. Apple hielt an der Produktbezeichnung 15 Jahre lang fest und produzierte unter dem Namen über 20 verschiedene Modelle.

Das PowerBook 180c war der zweite Farb-Laptop von Apple.

Powerbook 165c/180c – jetzt wird’s bunt

Bei Grautönen war Apple zur damaligen Zeit revolutionär. Das PowerBook 160 konnte 16 verschiedene Graustufen zeigen. Umso länger mussten Mac-Nutzer*innen allerdings auf Farben verzichten. Während Farbdisplays bereits Standard in der PC-Welt waren, stieg Apple erst Anfang der 90er-Jahre schrittweise auf Farbdisplays um.

Das erste PowerBook mit Farbdisplay, Modell 165c, führte Apple 1993 ein. Im selben Jahr eroberte dann das PowerBook 180c den Markt. Mit seinem Aktivmatrix-Farbmonitor konnte das 180c bereits 256 Farben anzeigen und lieferte gleichzeitig ein schärferes Bild als sein Vorgänger.

Das PowerBook Duo, der Exot unter den Apple Notebooks.

PowerBook Duo – Kreuzung aus Laptop und Desktop

Das PowerBook Duo ist der Exot unter Apples Notesbooks. Das Besondere an ihm: Es wurde mit einer Art Docking-Station geliefert, in die User*innen den Laptop einlegen und dann einen externen Bildschirm anschließen konnten.

Der PC beeindruckte auch mit seinen Abmessungen. Er brachte lediglich 1,8 kg auf die Waage und war etwa so groß wie ein DIN A4-Blatt – das MacBook Air ist daher nicht das erste ultrakompakte Notebook aus dem Hause Apple.

Das PowerBook G3 (Codename "Wall Street") beeindruckte damals mit seiner Rechenleistung

PowerBook G3 – Apple goes Wallstreet

„The fastet laptop in the world“ – so bewarb Apple das 1997 eingeführte PowerBook G3. In seiner Erstversion unterschied sich das G3 nur hinsichtlich seines Innenlebens von seinem Vorgänger, dem älteren PowerBook 3400. Das Design blieb unverändert. Umso beeindruckender war die Rechenleistung des neu verbauten Prozessors, die dem G3 sogar den Spitznamen „Wall Street“, sinnbildlich für seine hohe Performance, einheimste.

Der direkte Nachfolger des PowerBook G3 erschien wenige Monate später, diesmal mit einem gänzlich neuen Look. Nutzer*innen hatten außerdem bei der Größe die Qual der Wahl, denn das Display wurde in 3 Bildschirmmaßen angeboten. Je nach Ausstattung mussten Apple-User*innen 2.300 bis 7.000 US-Dollar für das G3 bezahlen.

Das knallige Design der iBooks sorgte bei Apple-User*innen für Aufregung

iBook – Apples Klodeckel

Nach dem spektakulären Erfolg des iMac, wollte Apple 1999 mit dem iBook nun auch den Notebook-Markt erobern. Die Rechenleistung blieb dieselbe, da auch im iBook die Prozessoren der G3-Serie verbaut waren. Was war also neu? Im Gegensatz zum seriösen Design des Wall Street-PowerBooks stach das iBook mit seinem bunten Look ins Auge: User*innen hatten die Wahl zwischen den knalligen Farbentönen „Blueberry“ (Hellblau) und „Tangerine“ (Orange), später waren die Laptops auch in Blau, Grau und Neongrün erhältlich. Mit dem charakteristischen Apple-Logo auf der Rückseite der Notebooks und den abgerundeten Ecken war das neue Erscheinungsbild des Computers schließlich komplett.

Nicht alle Nutzer*innen waren von Apples Designentscheidung überzeugt. Manche meinten das iBook würde einer Damenhandtasche ähneln, andere bezeichneten es sogar abschätzig als „Klodeckel“. Der Preis des "Klodeckels" war allerdings unschlagbar. Im Gegensatz zum Vorgängermodell G3 sparten sich Apple-Fans knapp 1.000 US-Dollar.

Das erste MacBook Pro aus dem Jahre 2006

MacBook Pro – „Power“ muss weichen

Vielleicht war Apple-Gründer Steve Jobs der Bezeichnung „Power“ nach 15 Jahren überdrüssig geworden. Jedenfalls änderte Apple zeitgleich mit seinem Umstieg auf Intel-Prozessoren im Jahr 2006 den Namen seiner Notebook-Serie. Das MacBook war geboren.

Mit dem neuen Namen kamen viele neue Features, die bis heute die Serie prägen. Neben einem schmäleren Gehäuse und einer hintergrundbeleuchteten Tastatur war das MacBook Pro auch erstmals mit einem MagSafe-Stromanschluss ausgestattet. Dabei handelt es sich um einen Anschluss, mit dem das Gerät via Magnet geladen werden kann und nicht wie gewöhnlich an ein Netzkabel angesteckt werden muss.

Die erste Version des MacBook Air aus dem Jahr 2008

MacBook Air – ultraleichtes Notebook

Das MacBook Air ließ in den späten 2000er-Jahren die Gerüchteküche brodeln, monatelang wurde über ein federleichtes Notebook aus dem Hause Apple gemunkelt. 2008 war es dann soweit. Nachdem der Erfolg anfangs ausblieb, zogen die Verkaufszahlen von Apples Sortimentssorgenkind allerdings an. Bis heute ist das Macbook Air eines der erfolgreichsten Modelle des Technologiekonzerns.

Die neueste Generation des MacBook Pro

Das neueste MacBook Pro

Die neueste Generation von Apples Notebook-Serie bringt einige Funktionen zurück, von denen sich User*innen über die Jahre verabschieden mussten. Der magnetische Stromadapter MagSafe kommt zurück, mit ihm der HDMI-Anschluss. Wir haben für euch die wichtigsten Neuerungen hier zusammengefasst.

Für gemischte Gefühle bei Apple-Fans sorgt wie eingangs erwähnt der Notch, eine schwarze Aussparung am oberen Rand des Displays, die bereits beim iPhone X zum Einsatz kam. Er beherbergt eine 1080p-Kamera, die die Auflösung bei schlechten Lichtverhältnissen verdoppeln soll. Ob der Notch ähnlich gehässige Spitznamen von Apple-Fans erhält wie das iBook (Stichwort „Klodeckel“) bleibt abzuwarten. Fest steht: Historisch betrachtet sind die Neuerungen, die Apples neue Notebook-Generation bringt, relativ klein.

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Lisa Pinggera

lisa_bingernda

Von 2021 bis 2023 bei futurezone. Erzählt am liebsten Geschichten über Kryptowährungen, FinTechs und die Klimakrise. Schreibt aber über alles, was erzählenswert ist.

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