A shopper carries a Smart TV during the kick-off of the 'El Buen Fin' (The Good Weekend) holiday shopping season, at a Walmart store in Monterrey

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07/04/2020

Behörde warnt vor spionierenden Smart TVs

Viele Smart TVs verstoßen nicht nur gegen die DSGVO, sondern werden auch unzureichend mit Updates versorgt.

Smart TVs hatten im Bezug auf ihre Software bislang einen eher zweifelhaften Ruf. Immer wieder wurde von trägen Oberflächen, mangelnden Updates und daraus entstehenden Sicherheitsproblemen berichtet. Dass es mit Datenschutz bei den TV-Geräten nicht weit her ist, zeigt nun ein neuer Bericht des deutschen Bundeskartellamts. Dabei wurden seit 2017 insgesamt 20 Anbieter analysiert.

Im Abschlussbericht der Sektoruntersuchung zu Smart-TVs kommt die Behörde nicht nur zu dem Schluss, dass viele Hersteller gegen die Datenschutz-Grundverordnung DSGVO verstoßen, sondern, dass auch die Update-Problematik immer noch besteht. So würden die Hersteller die Geräte zwar für 2 bis 3 Jahre mit Sicherheitsupdates versorgen, diese Spanne schmelze jedoch beim Erwerb von Modellen aus dem Vor- oder Vorvorjahr rasch zusammen. 

Auch kritisiert die Behörde, dass der Hersteller weder Informationen über die Update-Politik nennen müssen, noch dazu verpflichtet sind, Sicherheitsupdates für eine bestimmte Dauer zur Verfügung zu stellen.

“Gemessen an der Wichtigkeit aktueller Gerätesoftware für die Datensicherheit ist dies eine ernstzunehmende Schutzlücke im Hinblick auf die Datensicherheit des Verbrauchers”, so das Kartellamt.

Persönliche Daten

Problematisch sei außerdem, dass die Geräte zahlreiche Möglichkeiten bieten, persönliche Daten ihrer Nutzer zu erfassen. So werde etwa oft die App-Nutzung oder das Surf-Verhaltens getrackt. Auch die Stimme bei der Nutzung der Sprachsteuerung werde oft aufgezeichnet. Für den Endverbraucher sei es nur sehr schwer nachvollziehbar, welche dieser Daten von wem verarbeitet werden würden.

Auch sei es für die Nutzer nur schwer bis gar nicht möglich, der Datensammlung zu entgehen. “Nutzermenüs sind häufig nicht neutral ausgestaltet, sondern lenken den Nutzer in Richtung bestimmter Auswahlentscheidungen, die mit einer umfangreicheren Verarbeitung personenbezogener Daten einhergehen”, heißt es etwa in dem Bericht. 

Empfehlungen

Die Behörde leitet aus ihren Ergebnissen mehrere Empfehlungen ab. So solle etwa der Gesetzgeber nachsteuern, damit ein Anspruch der Verbraucher auf Software-Updates entsteht.

Außerdem solle es für den Nutzer künftig einfach möglich sein, zu kontrollieren, welche Daten gesammelt werden. Das könne etwa direkt im Menü verankert sein, die Behörde emfpiehlt eine Art “Datenschutz-Cockpit”.