Apple hat mit dem iPhone X ein Preissiegel gebrochen. Das günstigste Modell hat mit 1.149 Euro die 1.000-Euro-Marke überschritten. Samsung wird vermutlich im Herbst mit dem Galaxy Note 9 nachziehen – das Note 8 war mit 999 Euro noch knapp darunter.

Es geht aber auch in die andere Richtung. Die weite Verbreitung des mobilen Internet hat die Nachfrage nach leistbaren Smartphones vorangetrieben. In vielen Ländern ist das Handy so die einzige leistbare Möglichkeit, um ins Internet zu kommen. Aber auch in Nationen, die als reich gelten, greifen User vermehrt zu günstigen Smartphones. Einer der Gründe: Wenn man sich das Spitzenmodell als Statussymbol nicht leisten kann/will, braucht man auch kein Mittelklasse-Gerät, sondern greift lieber gleich zur Sparversion.

Worauf man sich einlässt

Wunder darf man sich von den günstigen Geräten nicht erwarten. Denn beim Smartphone zahlt man nicht nur für die Marke. Viele Komponenten in den Geräten, wie Display, Prozessor, Kamera und Speicher, kommen oft von anderen Herstellern und werden vom Handy-Produzenten zugekauft bzw. lizenziert. Ein günstiges Gerät hat also auch günstige Komponenten – Die Ausstattung eines Samsung Galaxy S9 gibt es nicht um 140 Euro, nur weil ein chinesischer Hersteller es als „Samy S Nine“ anbietet.

Besonders beim Display muss man oft Kompromisse machen. Die meisten in dieser Preisklasse haben die Auflösung von 1280 x 720 Pixel, was bei einem 5-Zoll-Display schon grenzwertig ist. Bei noch größeren Bildschirmen wird es unschön. Aufgrund der schwächeren Prozessoren und des kleineren RAMs laufen möglicherweise aktuelle Games nicht flüssig und es können weniger Apps im Hintergrund geöffnet bleiben. Der Speicher ist bei günstigen Geräten oft ebenfalls knapp, weshalb man diesen mit einer SD-Karte erweitern sollte, falls man viele Fotos, Videos oder Musik speichern will. Wer das Smartphone hauptsächlich für die Basisanwendungen nutzt – soziale Netzwerke, E-Mail, Websurfen, Navigation, wird vermutlich keine Probleme mit der Leistung bekommen.

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Altes Android als Gefahr

Ein größeres Problem ist die Software. Günstige Geräte werden vom Hersteller oft nur kurz mit Sicherheits-Patches versorgt, Updates auf die nächste Betriebssystem-Version von Android sind selten. Um zumindest für ein bisschen Sicherheit und die Chance auf Patches zu sorgen, sind in diesem Artikel nur Smartphones gelistet, die mindestens Android 7.0 haben. Die aktuellste Android-Variante ist derzeit 8.1.

Vorsicht beim Kauf: Einige besonders günstige Anbieter verkaufen Grau-Importe. So sind etwa schon chinesische Android-Smartphones in Europa aufgetaucht, auf die der Importeur manuell den Play Store installiert hat. Manchmal spielen die Importeure auch selbst nicht offizielle Android-Versionen auf. So kann es passieren, dass nur Teile des Betriebssystems in Deutsch oder Englisch verfügbar sind, während andere immer noch Chinesisch, Indisch oder Arabisch beschriftet sind.

Ein besonders schwarzes Schaf unter den Günstig-Smartphone-Anbietern ist Doogee. Die Geräte haben Malware in nahezu allen Kern-Apps vorinstalliert, die kaum oder gar nicht entfernt werden kann. Diese blendet Pop-Up-Werbung ein. Das Ganze passiert erst einige Wochen nach der ersten Inbetriebnahme, sodass der Kunde nicht vom 14-tätigen EU-Rücktrittsrecht für Onlineeinkäufe Gebrauch machen kann. Aufgrund dieser miesen Masche werden Doogee-Modelle in diesem Artikel nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Smartphone-Hersteller, deren Geräte nicht Google-zertifiziert sind.

Die Preise der folgenden Smartphones beziehen sich auf die Angebote von Online-Händlern (Stand 26.4.2018), die oft günstiger als die UVPs sind.

Wiko Sunny 2 Plus © Bild: Wiko

Wiko Sunny 2 Plus

Das Smartphone des französischen Herstellers Wiko ist das Günstigste in der UHU-Klasse (unter Hundert). Dafür gibt es aber entsprechend schwache Komponenten, weshalb das Sunny 2 Plus nur für Grundlegendes geeignet ist.

Display: 5 Zoll, 854 x 480 Pixel
Kameras: 5 MP Haupt, 2 MP Front
CPU: 4x 1,30 GHz Cortex-A7
RAM: 512 MB
Speicher: 8 GB
Micro-SD-Slot: Ja
Abmessungen: 146 x 73,7 x 9,8 mm
Gewicht: 165 Gramm
Akku: 2000 mAh
Preis: ab 65 Euro

Motorola Moto C Plus © Bild: Lenovo

Motorola Moto C Plus Dual-SIM

Das Moto C hat zwar nur ein reines Plastikgehäuse und nicht gerade die stärksten Komponenten, dafür ist aber der Akku besonders groß.

Display: 5 Zoll, 1280 x 720 Pixel
Kameras: 8 MP Haupt, 2 MP Front
CPU: 4x 1,30 GHz Cortex-A53 (Mediatek MT6737)
RAM: 1 GB
Speicher: 16 GB
Micro-SD-Slot: Ja
Abmessungen: 144 x 72,3 x 10 mm
Gewicht: 162 Gramm
Akku: 4000 mAh
Preis: ab 76 Euro

ZTE Blade A520 © Bild: ZTE

ZTE Blade A520

Das A520 gehört zur UHU-Klasse, bietet aber eine ähnliche Ausstattung wie ein Smartphone der Kategorie unter 150 Euro.

Display: 5 Zoll, 1280 x 720 Pixel
Kameras: 13 MP Haupt, 8 MP Front
CPU: 4x 1,25 GHz Cortex-A53 (Mediatek MT6737)
RAM: 2 GB
Speicher: 16 GB
Micro-SD-Slot: Ja
Abmessungen: 144 x 71 x 8,4 mm
Gewicht: 135 Gramm
Akku: 2400 mAh
Preis: ab 80 Euro

Nokia 1 © Bild: HMD Global
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