Systeme wie Eve können über eine Smartphone-App gesteuert werden

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05/02/2020

Diese Gadgets machen den Garten schlau

Mähen, Gießen und Beleuchtung für den Garten lassen sich über das Smartphone steuern. Das nimmt viel Arbeit ab.

von Franziska Bechtold

Die Gartensaison ist bereits angelaufen. Wer sich neue Technik anschaffen und Gartenarbeit an sie abgeben will, kann die Gelegenheit dazu nutzen, den  Garten zu vernetzen. Wer sich im Vorfeld über Anbieter und Systeme gut informiert, kann die Geräte auch miteinander kombinieren. Dabei kann man viel über seinen Garten lernen. Denn die Geräte liefern Analysedaten, etwa über den Boden oder den Wasserverbrauch. Möchte man alles selbst einrichten, sollte man allerdings Lust an der Technik mitbringen.

Mähroboter

Es soll ja Menschen geben, denen Rasenmähen Spaß macht. Für alle anderen wurden Mähroboter erfunden. Sie schneiden den Rasen innerhalb einer festgelegten Grenze. Einige Roboter werden über eine App am Handy oder Tablet gesteuert und programmiert. Sie sollten auch Sensoren besitzen, um Beete, Haustiere oder Kinder zu erkennen. Dann stoppen sie rechtzeitig und richten keinen Schaden an. Zudem sollte man darauf achten, dass der Roboter den Rasen nicht zu kurz schneidet und idealerweise gleich mulcht. Je nach Modell mäht er Flächen zwischen 250 und 2.000 m². Bei Mährobotern sollte man nicht sparen und mindestens 700 Euro kalkulieren. Geräte gibt es etwa von Bosch oder Gardena.

Bewässerungssysteme

Eine intelligente Bewässerung kann viel Arbeit abnehmen. Das geht weit über Sprinkler, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, hinaus. Bewässerungscomputer können häufig auch an bestehende Systeme angeschlossen werden. Man muss also nicht alles neu kaufen. In Kombination mit Sensoren kann auch die Bodenbeschaffenheit gemessen werden. So wird nur dann gegossen, wenn es die Pflanzen wirklich brauchen.

Komplettsysteme werden etwa von Kärcher, Elgato Eve oder Gardena angeboten. Für ein intelligentes Bewässerungssystem, das den Wasserfluss steuert und Analysedaten über Verbrauch und Bewässerungsdauer liefert, muss man mit Kosten von rund 100 Euro rechnen. Möchte man auch Sensoren einsetzen, muss man zusätzliche 90 Euro pro Sensor kalkulieren.

Wetterstationen

Egal ob man Gemüse anbaut oder seine Blumen und Sträucher pflegt – das Wetter ist Gärtnern nicht immer wohlgesonnen. Mit einer intelligenten Wetterstation, die vor Unwettern warnt, können die Pflanzen rechtzeitig geschützt werden. Solche Stationen, wie sie von Netatmo oder Elgato angeboten werden, können Niederschlag, Wind und Luftfeuchtigkeit messen. Sie lassen sich häufig auch mit Bewässerungssystemen kombinieren. Automatisch bewässert werden kann dann auch, wenn im Gewächshaus die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist oder bei anhaltender Hitze häufiger gegossen werden muss. Dafür werden rund 70 bis 200 Euro fällig.

WLAN

Grenzt der Garten direkt ans Haus, kann man das Festnetz-Internet mit einem Powerline-Adapter in den Garten bringen. Er wird in eine Steckdose gesteckt und wird so zum Hotspot. Solche Geräte haben unter anderem Magenta und A1 im Angebot und kosten zwischen 40 und 60 Euro. Auch Repeater, beispielsweise von Netgear oder devolo, können das WLAN-Signal verstärken. Für einen dauerhaften Betrieb sollte man aber einen Outdoor-Access-Point verwenden, der staubgeschützt und wasserdicht sind.

Befindet sich der Garten nicht in der Nähe des Hauses muss man eine eigene WLAN-Quelle schaffen. Dafür braucht man zunächst einen Surfstick (ca. 30 Euro), der Platz für eine SIM-Karte bietet. Die SIM-Karte holt man sich beim Mobilfunkanbieter seines Vertrauens mit einem passenden Datentarif, der an die Nutzung angepasst ist. Sinnvoll ist hier sicher ein monatlich kündbares Angebot, bei dem die nicht genutzten Datenmengen nicht verloren gehen. Die Surfsticks können mit einem Router kombiniert werden, der das Signal verstärkt, damit man im gesamten Garten auf den Hotspot zugreifen kann.

Beleuchtung

Bei der Gartenbeleuchtung stellt sich weniger die Frage, ob man sie braucht, sondern vielmehr, wie sie gestaltet werden soll. Ebenso wie für Innenbereiche gibt es auch für den Außenbereich zahlreiche smarte Lichtsysteme. Sie können meist über das Smartphone ein- und ausgeschaltet werden und können mit anpassbaren Lichtstimmungen recht einfach für ein angenehmes Ambiente sorgen. Speziell für den Outdoor-Betrieb mit Akkus sind beispielsweise Philips Hue oder Elgato Avea ausgelegt.

Bewegungsmelder und Kameras

Viele Anbieter von smarter Garten-Technologie haben auch Überwachungskameras und Bewegungsmelder im Angebot. Sie sind nicht nur relevant, um Diebstahl oder Vandalismus vorzubeugen, sondern auch um tierische Besucher fernzuhalten. Bewegungsmelder können auch an Lichtquellen gekoppelt werden und so den Gartenweg erleuchten, wenn man in der Dunkelheit zurück ins Haus geht.

Dafür hat beispielsweise Philips einen Sensor im Angebot, der mit dem Hue-Beleuchtungssystem gekoppelt werden kann. Der Sensor kostet rund 50 Euro. Für eine Kamera muss man mit mindestens 100 Euro rechnen. Im Garten ist beispielsweise die Argus 2 von Reolink eine gute Option, da sie neben Akkus auch mit Solarenergie betrieben werden kann.  

Strom und Akkus

Kabel im Garten sind nicht nur lästig, sondern können auch Nagern oder dem eigenen Rasenmäher zum Opfer fallen. Daher werden eigentlich alle smarten Gartengeräte mit Akku oder Batterie betrieben. Viele Geräte nutzen beispielsweise AA-Batterien. Hier sollte man zu wiederaufladbaren Batterien greifen, die eine Spannung von 1,5 Volt haben.  

Gerade bei größeren Flächen, die durchgehend von der Sonne beschienen werden, kann man über die Installation von Solarzellen nachdenken. Der Betrieb ist nicht ganz einfach, da sie oft sehr pflegebedürftig sind. So kann etwa Blütenstaub die Leistung vermindern. Trotzdem kann man auf diese Art den Strom für einige Gartengeräte selbst produzieren.

Fazit

Smarte Gartengeräte sind nicht immer günstig und daher auch keine Spielerei, die man unüberlegt kaufen sollte. Am besten eignen sie sich für Gärten, die direkt an das Haus angrenzen, da so Stromversorgung und Netzwerkverbindung einfach geregelt werden können. Obwohl man auch Produkte unterschiedlicher Hersteller oft problemlos kombinieren kann, entfalten viele Systeme dann ihr größtes Potenzial, wenn sie auch untereinander kommunizieren können – und daher meist auch von der gleichen Firma stammen. Viele Firmen bieten dafür eigene Basisstationen an. So muss man auch nicht für jedes Gerät eine eigene App herunterladen.

Auch wenn man nicht den ganzen Garten auf einmal vernetzen möchte, ist es deshalb langfristig sinnvoll zu prüfen, welche Geräte die ausgewählte Firma noch anbietet, wie sie kombiniert werden können und ob auch Produkte von anderen Firmen kompatibel sind. Zudem sollte man sich fragen, ob das Gerät für die jeweilige Gartengröße konzipiert ist und ob man für die Stromversorgung und die Verbindung zum Smartphone zusätzlichen Aufwand betreiben muss, wie etwa Kabel verlegen oder das WLAN-Signal verstärken.