Ein 7.1.2-Set-up, bei dem zwei Lautsprecher an der Decke angebracht sind

© Dolby

Heimkino
01/30/2015

Dolby Atmos Home Theater: 3D-Sound für Zuhause

Mit speziellen Lautsprechern hält das räumliche Klangerlebnis Dolby Atmos nun auch Einzug in die Wohnzimmer. Auch bestehende Heimkinosysteme können nachgerüstet werden.

von Florian Christof

In den Kinos ist der lebendige 3D-Sound von Dolby Atmos mittlerweile fixer Bestandteil der neuesten Hollywood-Blockbuster. in den Kinosälen wurde dafür die Anzahl der Lautsprecher erhöht und zusätzliche Lautsprecher an der Decke angebracht. Dadurch soll die räumliche Komponente des Klangs präzise steuerbar werden, was wir uns an anderer Stelle bereits näher angesehen haben.

Was bislang den Kinobesuchern vorenthalten war, kommt nun auch als Dolby Atmos Home Theater in die Heimkinos. Durch spezielle Lautsprecher soll der Dolby-Atmos-Klang nun auch in den eigenen vier Wänden erlebt werden können. Die futurezone erhielt eine Live-Demo und war von Dolby Atmos begeistert.

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Sound wird reflektiert

Für das Dolby-Atmos-Heimkinoerlebnis musste jedoch eine einfachere Lösung gefunden werden als die Montage von Überkopflautsprecher, sagt der Österreicher Andreas Spechtler, ehemaliger Dolby-Europa-Chef und nunmehriger Dolby-Vizepräsident im futurezone-Gespräch. Denn Lautsprecher an der Decke anzubringen, inklusive einer aufwendigen Verkabelung sei nicht jedermanns Sache und ist auch architektonisch etwas schwierig zu realisieren.

Gemeinsam mit seinen Hardwarepartnern hat Dolby spezielle Lautsprecher entwickelt, die die Schallwellen nach oben an die Decke schicken. Dort wird der Klang reflektiert und wieder zurück nach unten zum Nutzer geschickt. Auf diese Weise werden Deckenlautsprecher simuliert. Spechtler: „Damit wird gewährleistet, dass es für die Nutzer klingt, als würde der Klang tatsächlich von oben kommen.“ Bei einer Demo, die die futurezone als einziges österreichische Medium am Rande der Consumer Electronics Show in Las Vegas erhielt, konnte das neue Sound-Produkt aus dem Hause Dolby, wirklich begeistern. Es entsteht wirklich ein Klang, den man mit jenem aus einem Atmos-Kino vergleichen kann.

Durch die zusätzliche Komponente des Sounds wird auch die Dolby-Nomenklatur um eine weitere Ziffer ergänzt. So kann etwa ein 7.1-Set-up zu einer 7.1.4-Umgebung ausgebaut werden. Die letzte Ziffer steht dann für die Anzahl der Lautsprecher, die den Overhead-Sound produzieren.

Upgrade für Heimkinos

Bei einem bereits bestehenden Heimkino-Set-up können die entsprechenden Komponenten um ein kleines zusätzliches Lautsprechermodul erweitert werden. Diese Add-ons werden auf den Lautsprechern angebracht und sind dafür zuständig, den Sound an die Decke zu schicken. Manch ältere AV-Receiver sollten durch ein Firmware-Update Atmos-fähig gemacht werden können.

Wer die Montage von Überkopflautsprechern nicht scheut, dem stehen auch eigens designte Deckenlautsprecher zur Verfügung.

Verfügbarkeit

Ausgewählte Filme von Paramount Pictures und Warner Bros werden in Dolby Atmos verfügbar sein. Als Trägermedium dient dabei Blu-ray sowie On-Demand-Inhalte des Streaminganbieters Vudu.

Denon, Integra, Marantz, Onkyo, Pioneer, Steinway Lyngdorf, Trinnov Audio und Yamaha haben angekündigt, Dolby Atmos auf ihren AV-Receivern zu unterstützen. Da Dolby Atmos vollständig rückwärtskompatibel sei, sollte es bei älteren Heimkinosysteme zu keinen Kompatibilitätsproblemen kommen, schreibt Dolby in einer Presseaussendung.

Add-On-Module oder spezielle Atmos-Lautsprecher werden unter anderem von Onkyo, Pioneer, Teufel und Triad Speakers kommen. Onkyo hat angekündigt, eine Dolby-Atmos-Komplettset auf den Markt bringen zu wollen.

Dolby Atmos Mobile

Damit man auch unterwegs nicht auf dreidimensionalen Klang verzichten muss, bereitet Dolby die räumliche Dimension des Sounds für Kopfhörer auf. Dazu wird die Tonspur, die für Raumklang im Kino erzeugt wurde genommen und so umgewandelt, dass beim Hören über Kopfhörer ein dreidimensionaler Sound entsteht.

Das erste Tablet mit Dolby-Atmos-Zertifizierung ist Amazons Fire HDX 8.9. Dolby hält es für realistisch, dass viele der kommenden Tablets ebenfalls Dolby Atmos Mobile beherrschen.