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Wie man eine Festplatte richtig löscht

Ein kurzer Klick auf die [Entf]-Taste und weg ist die Datei. Möchte man meinen. Denn mit dem Verschieben von Bildern, Dokumenten und Co. in den Papierkorb sind die Dateien nicht endgültig gelöscht. Auch nach dem Ausleeren des Mülleimers halten sich die Daten hartnäckig auf der Festplatte. Wie aber lösche ich meine Festplatte richtig? Wir haben für euch die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Warum sind meine Daten nicht vollends gelöscht?

Dass sich die Daten auch nach dem Leeren des Papierkorbs hartnäckig auf der Festplatte halten, liegt an der Art und Weise wie ein Computer Daten speichert. Eine Datei ist nicht an einem Ort zu finden, sondern an unterschiedlichen Stellen auf der Festplatte verteilt. Wie findet der PC die verstreuten Elemente der Datei? Dazu sucht er im TOC, dem „Inhaltsverzeichnis“ eines Computers (englisch "Table of Contents"), nach dem entsprechenden Verweis. Dieser gibt dann an, wo sich die Datei genau befindet.

Löschen Nutzer*innen nun eine Datei, so entfernen sie nur den Verweis im Inhaltsverzeichnis, nicht aber die Daten selbst. Das Betriebssystem markiert den Speicherplatz als „frei“ und überschreibt die Files erst nach und nach mit neuer Information. Selbst eine frisch gelöschte Datei, kann daher noch einige Zeit in vollem Umfang auf der Festplatte liegen und mit Recovery-Tools wie Recuva oder Photorec wiederhergestellt werden.

Wie lösche ich meine Daten sicher?

Wenn der Papierkorb und das Leeren nicht hilft, was dann? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Aber Achtung: nicht alle garantieren 100-prozentigen Erfolg. Sind wichtige Dateien erstmal gesichert, müssen Nutzer*innen in einem zweiten Schritt feststellen, welche Festplatte in ihrem Rechner verbaut ist. Denn je nachdem, ob sie es mit einer klassischen Magnetfestplatte (HDD) oder einer Solid State Disk (SSD) zu tun haben, werden Daten anders abgespeichert.

Wie kannst du deinen Festplattentyp herausfinden? Bei Windows-PCs findest du die Beschreibung in Systemsteuerung > Gerätemanager > Laufwerke. Einigermaßen moderne Apple MacBooks verfügen in der Regel nur noch über SSD Festplatten.

HDDs löschen

Eine Magnetfestplatte macht Nutzer*innen das Löschen einfacher. Denn der gesamte Speicherplatz kann schlichtweg überschrieben werden – einen solcher Vorgang wird auch „Wiping“ genannt. Tools wie Eraser (Freeware) übernehmen den Löschvorgang für User*innen und überschreiben die Festplatte mehrmals. Das macht es Unbefugten schwer, die Dateien wiederherzustellen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann seine HDD-Festplatte außerdem mit einem Programm namens DBAN löschen. Diese Software tritt bereits in Aktion bevor das Betriebssystem des eigenen PCs aktiv wird und kann somit direkt auf die Festplatte zugreifen. Dazu erstellen User*innen anhand der Anleitung von DBAN einen USB-Stick, mit dem sie den Rechner starten und den Löschvorgang beginnen können.

    SSDs löschen

    SDDs können nicht vollends gelöscht werden. Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, ist aber nicht ganz richtig. Eine SSD zu „wipen“ gestaltet sich aber schwieriger, als der Löschvorgang bei klassischen Magnetfestplatten. Der Grund: SSDs benutzen sogenannte Flashspeicher, die schnell abnutzen. In SSDs sind daher Controllerchips verbaut, die Schreib- und Lesezyklen minimieren, um die Abnutzung gering zu halten. Dieses Minimieren sorgt dafür, dass das Betriebssystem gar nicht selbst entscheiden kann, auf welchen Teil des Speichers bei einem Löschvorgang zugegriffen wird. Daher sind herkömmliche Wipe-Tools wie CCleaner, Eraser und Co. keine zuverlässigen Lösch-Optionen.

    Wie User*innen Daten auf SSDs trotzdem löschen können? Die meisten Verwaltungsprogramme von SSDs enthalten sogenannte „Secure-Erase-Options“, mit denen sich die eigene Festplatte von Infos tilgen lässt. Nur die Meldung "Disk Frozen" kann einem hier einen Strich durch die Rechnung machen. Der "Frozen-Status" bedeutet, dass die Festplatte vor dem Löschen geschützt ist. Er soll die Festplatte vor Schadsoftware abschirmen. Der Ausweg: Eine vom Hersteller unabhängige Alternative wie die Software Parted Magic. Dieses Wipe-Programm funktioniert ähnlich wie DBAN, ist allerdings auf SSDs zugeschnitten.

    Cleaning-Softwares und Formatieren – reicht das aus?

    Die enttäuschende Antwort: Nein. Selbst wenn PC-Besitzer*innen mit Cleaning-Softwares ihre Daten von der Festplatte tilgen, kann Information zurückbleiben. „Bei beiden Festplattentypen gibt es Reservebereiche, in denen sich Daten verstecken können“, erklärt Markus Häfele von der Datenrettungsfirma Attingo.

    Auch das Formatieren von Festplatten, bei Nutzer*innen besonders beliebt, biete keine 100-prozentige Garantie auf Löschung. Denn hier könnten ebenfalls Daten im Reservebereich zurückbleiben, wenn diese nicht überschrieben wurden. Der Experte rät: „Wer Cleaning-Softwares benützt oder seine Festplatte formatiert, sollte in jedem Fall zusätzlich sicherstellen, dass alle Daten restlos gelöscht sind.“ Mit einem Datenwiederherstellungsprogramm wie zum Beispiel Recuva kann einfach überprüft werden, ob die Festplatte ordnungsgemäß bereinigt ist.

    Der Schredder als „Last Resort“

    Eine vollkommene Löschung garantiert ausschließlich die physische Zerstörung. „Will man wirklich auf Nummer sicher gehen, hilft nur das Schreddern“, hält Häferle fest. Eine weitere Option gäbe es aber: Vorausdenkende können ihre Festplatte bereits vor der erstmaligen Verwendung ihres PCs verschlüsseln. Mit einer sogenannten „Full Disk Encryption“ sei es selbst mit Wiederherstellungsprogrammen nicht möglich, auf Daten im Reservebereich zuzugreifen.

    Zusammengefasst:

    • Wer seine Festplatte vollkommen löschen möchte, sollte sich definitiv nicht auf sein Betriebssystem verlassen. Es reicht weder aus Dateien in den Papierkorb zu verschieben, noch diesen zu entleeren.
    • Findet vor dem Löschen heraus, ob eine klassische Magnetfestplatte (HDD) oder eine Solid State Disk in deinem PC verbaut ist. Die Löschmöglichkeiten unterscheiden sich nämlich voneinander.
    • Für beide Festplattentypen gibt es Cleaning-Softwares. Beim Löschen von HDDs kannst du dich auf die Programme eher verlassen beim Löschen von SSDs. Überprüfe in jedem Fall mittels einer Datenwiederherstellungssoftware wie Recuva, ob sich nach dem Vorgang noch Daten im Reservebereich verstecken.
    • 100-prozentig gelöscht sind Festplatten nur nach ihrer physischen Zerstörung. Wer aber voraus denkt, kann seine Daten vor erstmaliger Benutzung seines PCs verschlüsseln. Damit ist man auf der sicheren Seite.

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    Lisa Pinggera

    LPinggera

    Neu bei futurezone. Erzählt am liebsten Geschichten über Kryptowährungen, FinTechs und Klimawandel. Schreibt aber über alles, was erzählenswert ist.

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