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20.08.2018

Geforce RTX 2080 Ti: Neue Nvdia-GPU bis zu sechs Mal schneller

Nvidia zeigte erstmals leistbare Gaming-Grafikkarten, die Raytracing in Echtzeit ermöglichen sollen.

Nvidia hat am Montagabend im Vorfeld der Gamescom die neue Generation seiner Gaming-Grafikkarten vorgestellt. Die Geforce RTX 2070, 2080 und 2080 Ti sind die ersten Grafikkarten des Herstellers, die auf seiner neuen Turing-Architektur basieren. Sie sind zudem die ersten Gaming-Grafikkarten, die Raytracing in Echtzeit ermöglichen sollen. Mit dieser Technologie werden nahezu fotorealistische Szenen ermöglicht, da das Licht als Strahl simuliert und natürlich reflektiert und gebrochen wird.  „1979 konnten wir so nur 60 Pixel pro Sekunde berechnen, heute schaffen wir 60 Bilder pro Sekunde damit“, sagte Nvidia-CEO Jensen Huang bei der Präsentation.

Vergangene Woche zeigte man bereits die Modelle der Quadro-Reihe, die vor allem für den professionellen Einsatz in der Filmbranche und der Industrie für CAD-Anwendungen vorgesehen sind. Im Vergleich zu diesen sind die nun gezeigten Geforce-Modelle deutlich günstiger. Die Geforce RTX 2070 kostet bei Nvidia 639 Euro, ist allerdings erst ab Oktober verfügbar. Die Geforce RTX 2080 kostet 849 Euro, die leistungsstärkste RTX 2080 Ti schlägt mit 1259 Euro zu Buche. Die Preise beziehen sich auf die übertaktbaren „Founders Edition“-Modelle, UVPs für die Basis-Modelle wurden noch nicht genannt. Die RTX-2080-Modelle sind bereits vorbestellbar, ausgeliefert werden sie ab 20. September. 

Ungewöhnliche Berechnung

Nvidia verspricht mit dieser Generation eine bis zu sechsfache Leistungssteigerung im Vergleich zwischen den Top-Modellen der aktuellen und vergangenen Generation. Dazu zieht der US-Hersteller mit den RTX-OPS (RTX Operations per Second) jedoch ein selbstkreiertes Maß statt der branchenüblichen FLOPS (Floating Point Operations Per Second) heran. Diese berücksichtigen offenbar die Leistungsfähigkeit aller Chip-Bereiche - CUDA, TensorCore, Shader und Raytracing. Da die Pascal-Architektur noch keine Beschleunigung für Raytracing bieten konnte, fällt man hier deutlich zurück.

Tatsächlich dürfte der Nutzen von Raytracing für den typischen Gamer derzeit noch relativ gering sein. Nvidia demonstrierte zwar zahlreiche Tech-Demos und kündigte an, dass 21 Titel zum Start die RTX-Technologie unterstützen werden, die Vorzüge waren aber nur auf ausgewählte Szenen beschränkt. So hob man die weicheren und natürlichen Schatten und Beleuchtungseffekte in „Shadow of the Tomb Raider“ sowie „Metro: Exodus“ hervor, der Effekt fiel aber nur bei genauerer Betrachtung auf.

Für hörbares Aufsehen im Saal sorgte hingegen die Präsentation von „Battlefield V“ mit Raytracing. Hier spielte Raytracing tatsächlich seine Stärken aus: Den Anfang machte ein Soldat, in dessen Iris sich das Mündungsfeuer eines Panzers realistisch spiegelte. Auch ein mächtiger Flammenwerferstrahl, der sich in den darunterliegenden Pfützen spiegelte, machte Eindruck.

Eine Bombe, deren Explosion sich gut erkennbar in den berstenden Fenstern eines Hauses spiegelte, sorgte ebenfalls für Applaus. Derartige Spiegelungen von Szenen, die sich außerhalb des vom Spieler betrachteten Bereichs abspielen, sind üblicherweise nur mit Tricks oder viel Rechenaufwand möglich, dank Raytracing geht das deutlich besser, wie die Dice-Entwickler erklärten.

KI soll Spiele hübscher machen

Neben diesen Titeln sollen unter anderem auch „ Final Fantasy XV“, „PUBG“, „Hitman 2“ sowie „We Happy Few“ RTX-Support erhalten. Microsoft kündigte bereits im März an, dass Grafikbibliothek DirectX künftig Raytracing unterstützen soll. EA, Epic (Unreal Engine), 3DMark und Unity haben bereits angekündigt, dass  ihre Game-Engines künftig Raytracing unterstützen werden.

Nvidia zeigte im Zuge der Präsentation auch einen weiteren neuen Bestandteil der RTX-Plattform an. NGX, kurz für Neural Graphics Framework, soll die Qualität von Spielen mithilfe von KI-Technologien verbessern. Dabei wird offenbar ein Spiel von einem Supercomputer vorberechnet, wobei mithilfe neuronaler Netzwerke ein KI-Modell erstellt werden soll, das die besten Darstellung errechnen kann. Das KI-Modell kann anschließend optional vom Nutzer per Treiber-Update heruntergeladen werden.