Tesla 3rd quarter 2020 results

© EPA / WU HONG

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11/19/2020

Geplante Obsoleszenz: US-Behörde nimmt Tesla ins Visier

Ein Speicherchip macht dem US-Autobauer gröbere Probleme und könnte unangenehme Folgen für das Unternehmen haben.

Sind Teile von Teslas Infotainmentsystem so gestaltet, dass sie nach einer bestimmten Zeit kaputt gehen? Dieser Frage geht die US-Verkehrsbehörde NHTSA nach und hat weitere Untersuchungen eingeleitet. Bereits im Juni hat sich die Behörde dem bekannten Problem angenommen.

Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass die Media Control Unit (MCU) in älteren Tesla-Modellen anfällig für Fehler und Hardware-Gebrechen ist. Konkret geht es dabei um einen Speicherchip, der bereits in mehr 12.500 Fällen ausgetauscht werden musste.

Zu wenig Speicherplatz 

Auf dem eMMC-Flash-Speicherchip mit einer Kapazität von 8 GB stößt aufgrund der immer größer werdenden Tesla-Software zunehmend an seine Grenzen. Das bedeutet, dass auf dem Chip nur mehr wenig Speicherplatz frei ist und dieser für Log-Files verwendet wird. In der Folge werden die wenigen freien Speicherblöcke derart oft überschrieben, sodass die Anzahl an möglichen Speichervorgängen überschritten wird.

Das Resultat ist ein kaputter Speicherchip. In so einem Fall wechselt ein betroffenes Tesla-Auto in eine Art Notfallmodus: Der Touchscreen schaltet sich aus und die Funktionen des Fahrzeugs werden auf das Nötigste reduziert. Der Akku kann noch leergefahren werden, aufladen lässt sich das E-Auto aber nicht mehr. Eine Reparatur beziehungsweise ein Austauschen des eMMC-Speichers ist notwendig.

FILE PHOTO: The Tesla Model S version 7.0 software update containing Autopilot features is demonstrated during a Tesla event in Palo Alto

Tesla hat sich dem Problem angenommen

Als Reaktion auf die anhaltende Kritik und die eingeleiteten Untersuchungen hat Tesla die Kosten für eine derartige Reparatur von 2.000 Euro auf wenige hundert Euro reduziert. Außerdem wurde in der Produktion das 8-GB-Speichermodul auf eine Kapazität von 64 GB ausgeweitet, wodurch sich die Lebensdauer deutlich erhöhen soll.

Darüber hinaus hat Tesla mithilfe von Software-Updates die Anzahl der Logs reduziert. Weil nun nicht mehr so häufig die Log-Daten auf das Modul gespeichert werden, soll die Lebensdauer ebenso verlängert werden. Laut Tesla soll der Speicherchip durch diese Änderungen zwischen 11 und 12 Jahre durchhalten.

Fehler wird auch weiterhin auftreten

Von dem Fehler sind die Tesla Modelle X und S betroffen, die vor 2018 produziert wurden. Da noch nicht bei all diesen Modellen die Speicherchips ausgetauscht wurden, ist davon auszugehen, dass es auch in Zukunft noch zahlreiche Tesla-Autos geben wird, die mit diesem Problem zu kämpfen haben. Erst wenn alle betroffenen Modelle den neuen, größeren Speicherchip eingebaut haben, wird der MCU-Fehler der Vergangenheit angehören.

Abzuwarten bleibt außerdem, zu welchem Ergebnis die Untersuchung der US-Verkehrsbehörde kommt. Sollte die NHTSA nämlich zum Schluss kommen, dass die Speicherzyklen von Tesla absichtlich begrenzt wurden, könnte das für das Unternehmen von Elon Musk unangenehme Folgen haben.  

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