New all-wheel-drive versions of the Tesla Model S car are lined up for test drives in Hawthorne, California

© REUTERS / LUCY NICHOLSON

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10/18/2019

Display tot, Auto lädt nicht: Probleme mit älteren Teslas

Weil ein Speichermodul notorisch überlastet wird, kommt es bei älteren Tesla-Modellen manchmal zu schwerwiegenden Ausfällen.

Bei einigen älteren Tesla-Modellen, die über vier Jahre lang im Einsatz standen, kommt es teilweise zu gröberen Problemen. Das große Mittelkonsolen-Display wird plötzlich schwarz und ist nicht mehr bedienbar, die Klimaanlage fällt aus und auch das Aufladen des Akkus funktioniert nicht mehr. In Online-Foren wird das Thema von Fahrern und Werkstätten-Technikern heiß diskutiert, berichtet Business Insider. Die Ursache scheint dabei klar. Schuld soll ein überlastetes Speichermodul sein.

eMMC-Modul überlastet

Wie die beiden Tesla-Hacker Rich Benoit und Phil Sadow in einem YouTube-Video schildern, ist das Problem in einem Bordcomputer angesiedelt, der in Tesla Model S und Model X hinter dem Handschuhfach untergebracht ist. Auf der MCU1 genannten Platine sind die Steuerungsfunktionen des Mittelkonsolen-Displays untergebracht. Beim Bedienen des Displays erzeugt der Bordcomputer ständig Log-Daten, die auf einem eMMC-Flash-Modul gespeichert werden.

Die Log-Daten-Aufzeichnung ist jedoch laut den Experten dermaßen exzessiv, dass die Kapazität des eMMC-Moduls überstiegen wird. Das Bauteil ist eigentlich auf eine begrenzte Anzahl an Schreibvorgängen ausgelegt. Wenn das Mittelkonsolen-Display oft genutzt wird - etwa weil der Tesla-Fahrer viele Kilometer zurücklegt oder sich einfach konstant mit den Fahrzeugfunktionen spielt - kann das eMMC-Modul irgendwann den Geist aufgeben - was sich dann an den genannten Ausfällen zeigt.

Keine Garantie

Eine Garantie auf das Bauteil gibt es nicht. Der Hersteller tauscht auf Wunsch den gesamten Bordcomputer aus, was allerdings laut Experten bis zu 5.000 Dollar kosten kann. Tesla-Experten ist nicht ganz klar, warum sich der Hersteller für eMMC-Module und besonders detaillierte Log-Vorgänge entschieden hat. Das Bauteil wird auch in neueren Tesla-Modellen verwendet, allerdings in mehrfacher Ausführung, wodurch die Belastung auf einzelne Module sinkt. An anderer Stelle im Bordcomputer speichert Tesla Log-Daten auf austauschbaren SD-Karten, was als sinnvollere Lösung erscheint.

Der Werkstätten-Techniker Jason Hughes hat das Problem auf Twitter angesprochen und Tesla-CEO Elon Musk reagierte darauf. Laut dem Firmengründer sollte das Problem nun wesentlich besser geworden sein - eine Begründung dafür liefert Musk aber nicht.