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24.09.2018

Happy Birthday G1: Das erste Android-Handy ist vor 10 Jahren erschienen

Das G1 läutete die Ära der Android-Phones ein. Es schien seiner Zeit voraus, ein wichtiger Anschluss wurde damals schon weggelassen.

Im September 2008 wurde mit dem Google-HTC T-Mobile G1, auch bekannt als HTC Dream, das erste Android-Smartphone präsentiert. Gleichzeitig wurde die Android 1.0 SDK veröffentlicht. In den USA kam es am 22. Oktober 2008 auf den Markt. In Österreich wurde es ab dem 30. Jänner 2009 exklusiv von T-Mobile verkauft. Eine archivierte T-Mobile-Website zeigt, wie das G1 vor gut zehn Jahren vermarktet wurde:

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"Das T-Mobile G1 bietet einen Rich-HTML E-Mail Client. Mit dem T-Mobile G1 können Sie gleichzeitig im Internet surfen und E-Mails empfangen. Es bietet einen kostenlosen Instant Messaging Zugang zu Google Talk, genauso wie Zugänge zu AOL und Yahoo-Messenger. Mit dem Single Login melden Sie sich gleichzeitig zu allen Google Services an. Damit Sie Ihren Alltag völlig stressfrei organisieren können, bietet Ihnen das T-Mobile G1 einen Highspeed Internet-Zugang und eine 3 Megapixel Kamera mit integrierter Foto-Sharing-Funktion", war auf der T-Mobile-Website zum G1 zu lesen.

In Verbindung mit einem Zweijahresvertrag mit einer monatlichen Gebühr von 39 Euro und einem inkludierten Datenvolumen von einem GB, kostete das G1 bei T-Mobile einen Euro.

Technische Ausstattung

Das HTC G1 verfügte über fünf Funktionstasten, einen Trackball sowie einem verschiebbaren Touchscreen, hinter dem sich eine Tastatur verbarg. Es war 17,1 Millimeter dick und brachte 158 Gramm auf die Waage.

Es hatte einen 3,2 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 480x320 Pixel (180dpi), der von Corning Gorilla Glass geschützt wurde. Die Kamera löste mit 3,2 MP auf, Selfiekamera gab es keine. Die Videoaufnahmefunktion wurde erst mit dem Software-Update auf Android 1.5 Cupcake nachgeliefert.

Als Prozessor diente ein Qualcomm MSM7201A mit 528 MHz, als Betriebssystem kam Android 1.6 zum Einsatz. Schon für das G1 stand neben der offiziellen Android-Version eine CyanogenMod-Version zur Verfügung.

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Es verfügte über 192 MB Arbeitsspeicher und 256 MB internen Speicher, der mithilfe einer SD-Karte um bis zu 16 GB erweitert werden konnte. Der austauschbare Akku hatte eine Kapazität von 1150 mAh, der per Mini-USB geladen wurde.

Seiner Zeit voraus

Das G1 schien seiner Zeit einige Jahre voraus zu sein, denn ein 3,5mm-Kopfhöreranschluss war nicht vorhanden: Wer Kopfhörer anschließen wollte, musste einen Adapter verwenden. Das erste Android-Phone verfügte aber über Bluetooth, WLAN-Funktion, GPS und 3G-Konnektivität.

Wie Bewertungen auf Amazon noch heute zeigen, war die knappe Akkulaufzeit damals schon einer der zentralen Kritikpunkte, neben zahlreicher Bugs und dem klobigen Design.

Einige der Android-Funktionen, die das G1 auszeichneten, sind bis heute geblieben: Anpassbarer Homescreen, Widgets, Copy&Paste-Funktion, Multitasking für alle nativen Apps oder etwa die Benachrichtigungsleiste.

Google Maps, Gmail und YouTube waren vorinstalliert. Den Google Play Store gab es damals noch gar nicht. Apps wurden beim G1 über den Android-Market heruntergeladen.

iOS vs. Android

Die Oberösterreichischen Nachrichten, die damals das Handy unter die Lupe nahmen, kamen zum Fazit: "Das G1 ist nicht so selbsterklärend wie Apples iPhone, auch wenn es zwischen diesen beiden Handys viele Parallelen gibt. GooglesAndroid“-System darf als mittlerweile ausgereift gelten – ausgereift genug, um auf der ersten Handy-Hardware bereits äußerst flott zu laufen."

Mit HTC G1 wurde recht schnell klar, dass Android als offenes System in Kombination mit Googles Ökosystem riesiges Potential hatte und mit Apples iOS (oder iPhone OS, wie es damals hieß) um die Vorherrschaft bei mobilen Betriebssystemen kämpfen wird. Nun, zehn Jahre später, läuft Android auf fast 77 Prozent aller Smartphones weltweit.