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22.11.2018

Hofer tint Lampen im Test: Kleiner Preis, aber wenig smart

Hofer vertreibt mit Müller Licht tint ein eigenes smartes Lichtsystem zum kleinen Preis aber mit Fernbedienung statt Bridge.

tint heißt das neue smarte Lichtsystem von Müller Licht, das ab dem heutigen Donnerstag beim Diskonter Hofer verkauft wird. Doch so richtig smart sind die Lampen von Haus aus nicht. Denn für den Preis von knapp 35 Euro für das Starterset mit einer farbigen und dimmbaren E27- oder GU10-LED-Birnen muss man auf eine eigene Bridge verzichten.

Diese ist, zumindest vorerst, auch nicht separat erhältlich. Die Steuerung funktioniert daher nur über die mitgelieferte Fernbedienung oder ein bereits vorhandenes ZigBee-3.0-System.

Setup

Doch das führte in unserem Test des Müller Licht tint-Systems zum ersten Problem: Die Lampen ließen sich nicht in das vorhandene Smart-Home-Netz von Xiaomi einbinden, obwohl es über eine ZigBee-Bridge verfügt.

Zugegeben: Xiaomi-App und Geräte haben ihre Eigenheiten, trotzdem ist es nicht unbedingt benutzerfreundlich, dass Müller Licht nicht einmal eine eigene App für seine neuen Leuchtmittel bereitstellt. Theoretisch sollte die ZigBee-Einbindung zumindest mit dem Amazon Echo Plus und Show, Philips Hue und Osram Smart+ funktionieren.

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Zum Glück lässt sich tint auch ganz anders bedienen, nämlich mittels der dem Starterset beigelegten Fernsteuerung. Und die ist mit der enthaltenen Birne bereits vorkonfiguriert. Zusätzlich gekaufte Lampen müssen extra eingebunden werden. Dieser Prozess ist leider alles andere als intuitiv. Auch beim Vorgehen nach Anleitung klappte das Hinzufügen in unserem Test erst beim dritten Mal. Es war für uns nicht komplett klar, wie lange sich die Lampe nach dem Einschalten im Pairing-Modus befindet, wie nahe die Fernbedienung an das Gerät gehalten werden muss und es ist wichtig darauf zu achten, dass alle drei Beleuchtungsgruppen dabei angewählt sind.

Auch die Zuteilung von Glühbirnen zu eben jenen Gruppen ist anfangs recht verwirrend und umständlich, macht aber durchaus Sinn: So lassen sich drei unterschiedliche Beleuchtungsgruppen gemeinsam, aber auch unabhängig voneinander steuern, um zum Beispiel unterschiedliche Farben oder Lichtstimmungen in einem Raum bzw. in einer Wohnung zu kombinieren. Theoretisch lässt sich die Fernbedienung ihrerseits auch mit smarten ZigBee-fähigen Lampen anderer Hersteller koppeln. Laut Anleitung könne es aber sein, dass in diesem Fall nicht alle Funktionen verfügbar sind.

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Bedienung

Die Fernbedienung selbst wird mit einer magnetischen Halterung geliefert, die wiederum ihrerseits magnetisch an metallische Gegenstände angehaftet, an Wände geklebt oder auch geschraubt werden kann. Neben dem An/Aus-Knopf und einem für die Gruppenwahl, stehen je zwei Schalter für die Lichtstärke und den Weißwert zur Verfügung: Per kurzem Druck wählt man zwischen hinterlegten Abstufungen, per langem Druck lässt sich das Licht stufenlos regulieren. Insgesamt gibt es auch sechs vorprogrammierte Stimmung, die etwa einen Sonnenuntergang oder ein Lagerfeuer simulieren oder ständig die Farbe wechseln lassen.

Apropos Farbe: Diese lässt sich (logischerweise nur bei den farbigen Birnen) über einen Kreis auf der Fernbedienung bestimmen. Leider ist dieser nicht touch-, sondern drucksensitiv, was die Steuerung zum Glückspiel macht. Oft erwischt man gleich mehrere Druckpunkte auf einmal und diverse Farben lassen sich nur durch wildes Herumprobien auswählen. Die restliche Bedienung funktioniert dagegen problemlos und dank Funk- statt Infrarot-Technologie auch über größere Reichweiten und durch dünne Wände hindurch.

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Lichtqualität

Die von uns getesteten LED-Birnen mit E27 Fassung erreichen laut Datenblatt bis zu 806 Lumen, was der Lichtstärke einer alten 60 Watt Lampe entspricht. Der Weißwert lässt sich zwischen 1.800 und 6.500 einstellen, somit erreichen die tint-Birnen einen noch wärmeren Bereich als die Pendants von Philips und Osram, was sich speziell für gemütliche Fernsehabende eignet. Besonders positiv ist uns die tatsächlich stufenlose Kontrolle aufgefallen – mit vielen anderen LED-Produkten (primär von Billigherstellern) ist es oft unmöglich, gewisse und vor allem angenehme Weiß-Töne darzustellen.
 

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Wer zu einem der Startersets oder den farbigen Erweiterungslampen greift, bekommt auch ein potentielles Spektrum von über 16 Millionen Farben zu Wahl – allerdings kommen manche davon recht, andere eher schlecht zur Geltung: Grün wirkt in unserer subjektiven Wahrnehmung am intensivsten, Rot recht dunkel, schwierig ist es für die Birne dagegen, einen satten Blau- und Violett-Ton zu erzeugen. Das könnte zum Teil aber auch an der erwähnten fummeligen Bedienung des Farbwählers liegen.

Die LED-Lampen werden mit Energieeffizienzklasse A+ bewertet, sind somit auf dem gleichen Niveau wie jene von Philips Hue und stromsparender als die Osram Smart+. Wie fast alle E27-Lampen besteht auch die tint aus einem Hartplastiksockel und einer Kunststoff-Diffusor-Kappe. Sowohl Leuchten als auch Fernbedienung machen trotzdem einen insgesamt wertigen und stabilen Eindruck.

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Produktpalette

Die tint-Leuchten sind ab heute bei Hofer erhältlich. Die Startersets gibt es nur in der Farb-Version in den Fassungsarten E27 und GU10. Für knapp 35 Euro bekommt man die Fernbedienung und eine bereits vorkonfigurierte Birne. Farbige Erweiterungsbirnen kosten 20 Euro pro Stück. Die gibt es auch ohne Farbspektrum aber mit regulierbaren Weißwerten. Hier gibt es neben der E27 und der GU10 auch eine E14-Kerzen-Leuchte für jeweils knapp 15 Euro. Es handelt sich bei Hofer um Aktionsartikel mit begrenzter Verfügbarkeit. Jedoch wird Tint auch von anderen Online-Händlern (für teilweise aber höhere Preise) vertrieben.

Fazit

Nur die Fähigkeit das ZigBee-Protokoll zu beherrschen, macht eine Leuchte noch nicht smart. Somit findet man sich entweder damit ab, die tint-Birnen nur per Fernbedienung steuern zu können, oder man hat bereits ein smartes Lichtsystem zuhause. Die Fragen sind aber: Holt man sich in so einem Fall eine Müller Licht Lampe bzw. besitzt ein Hofer-Käufer eine solches System? Kauft man tint mit der Absicht, es per Smartphone steuern und somit alle einhergehend Funktionen nutzen zu können, überliest aber, dass keine Bridge zur direkten Verbindung enthalten (und auch nicht separat erhältlich) ist, könnte es ganz schön enttäuschend werden.

An den LED-Birnen an sich ist kaum etwas auszusetzen. Vor allem die stufenlos einstellbaren Weißwerte ohne Helligkeitsverlust (außer im wärmsten Bereich bei 1.800 Kelvin) überzeugen. Wer auf Farben Wert legt, sollte unbedingt auf Smartphone-Steuerung setzen, da deren Auswahl über die Fernbedienung fummelig und frustrierend ist. Gerade aber das Starterset überzeug mit seinem Preis von 35 Euro und ist damit günstiger als die meisten Konkurrenzprodukte.

Die Produkte wurden uns zum Test freundlicherweise von Hofer zur Verfügung gestellt.