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04.12.2011

HP Pocket Whiteboard: Digitale Schmierereien

Das HP Pocket Whiteboard macht aus einer Projektion eine digitales Flipchart. Die Idee ist gut, die Möglichkeiten aber noch stark eingeschränkt. Die futurezone hat das Gerät, das für Schulungen und Vorträge gedacht ist, getestet.

Das HP Pocket Whiteboard (UVP 699 Euro) besteht aus einem 113 Gramm leichten Empfänger und einem speziellen Stylus. Zur Vervollständigung des digitalen Flipcharts wird noch ein Windows-PC (MacOS wird nicht unterstützt) und ein Projektor benötigt.

HP Pocket Whiteboard Bilder

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Einrichten
Zuerst wird der Beamer eingerichtet. Danach wird der Empfänger links neben dem projizierten Bild angebracht. Dies passiert über doppelseitiges Klebeband, das an einer Metallschiene an der Rückseite des Empfängers klebt. Will man den Empfänger wieder abnehmen, löst sich dieser von der magnetischen Schiene. Die Schiene wiederum kann dann mit dem doppelseitigen Klebeband abgezogen werden.

Das Klebeband kann mehrmals verwendet werden. Beim Transport sollte man darauf achten, die Schutzsticker wieder anzubringen. Im Lieferumfang sind drei Reserveschienen samt Klebebänder enthalten. So kann die Montage des Empfängers an der Wand kleben bleiben, falls man das Pocket Whiteboard dort öfters benötigt.

Bei der Wahl des Untergrunds sollte eine möglichst glatte Oberfläche gewählt werden, damit man nachher ruckelfrei mit dem Stylus zeichnen oder navigieren kann. Auch auf einer weichen Leinwand funktioniert der Stylus. Jedoch muss man sehr sanft mit dem Stylus aufdrücken, da durch die weiche, nachgebende Oberfläche die Erfassung des Stylus sonst zu ungenau wird. Tipp: Eine verputzte Wand ist nicht die optimale Oberfläche. Der Putz kommt teilweise mit dem Klebeband runter.

Ist alles montiert, wird der Empfänger per USB an den Computer oder Laptop angeschlossen, an dem auch der Projektor hängt. Nach der Installation der Software wird in ein paar Sekunden der Stylus kalibriert, woraufhin das System einsatzbereit ist. Die maximale Fläche, die der Empfänger abdecken kann, ist 2,7  x 1,5 Meter.

Wandmalereien
Der Stylus hat in etwa die Größe eines Eddings. Im Inneren ist eine AAA-Batterie untergebracht. Die Spitze des Stylus ist ein Knopf. Er erfüllt die Funktion der linken Maustaste. Die größere Taste am Stift führt die Funktion der rechten Maustaste aus. Die dritte Taste lässt das „ HP Interact“ Oberfläche erscheinen. Über das kreisrunde Menü werden die verschiedenen Funktionen des Stylus ausgewählt.

Die Basisfunktion ist das Bemalen des Screenshots. Dazu wird mit dem Stift das Mal-Icon angeklickt, der Screenshot wird automatisch erstellt. Jetzt kann mit acht Farben in vier verschiedenen Stärken an der Wand gemalt werden. Alternativ ist ein virtueller Textmarker mit ebenfalls acht Farben und vier Stärken anwählbar. Ebenfalls angeboten wird ein Radiergummi sowie ein Tool, um acht verschiedene Formen, wie Pfeile oder Rechtecke, zu malen. Die Auswahl der Malmöglichkeiten ist zu gering, sogar Tablets und Smartphones mit Stift (HTC Flyer, Samsung Galaxy Note) bieten mehr Möglichkeiten.

Alles, was am Projektorbild gemacht wird, ist auch am Computerbildschirm sichtbar. Die Steuerung des HP Interact Tools kann also auch über den PC erfolgen. Die zweite Funktion ermöglicht es mit dem Stylus Powerpoint-Präsentationen zu bearbeiten. Das geht aber im Grunde auch ohne das HP-Interface, da der Stylus an der Wand ohnehin wie ein normaler Mauscursor agiert.

Fazit
Es macht durchaus Spaß den PC über das Bild des Projektors zu bedienen. Allerdings sind die Möglichkeiten der Software zu eingeschränkt, um den Preis von 699 Euro zu rechtfertigen. Die Idee des einfach zu transportierenden, interaktiven Flipcharts geht nur dann auf, wenn am Ort der Vortrags bereits ein Projektor vorhanden ist und man diesen nicht selbst mitschleppen muss. Denn mit der niedrigen Helligkeit und Auflösung der Pocket-Projektoren macht das digitale Screenshot-Graffiti nur begrenzt Spaß. Auch erfordert das Malen am Pocket Whiteboard etwas Übung: Nicht unbedingt aufgrund mangelnden künstlerischen Talents, sondern weil man sich oft selbst im Licht, bzw. Bild steht.

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