Produkte
12.10.2014

HTC Re ausprobiert: Handlicher GoPro-Ersatz für den Alltag

HTC steigt mit der Re in das lukrative Geschäft mit Action-Cams ein, peilt dabei aber eine andere Zielgruppe als GoPro und Co an.

HTC hat es bislang nur selten gewagt, etwas anderes als Smartphones oder Handys zu bauen. Doch dieses Jahr traut sich das taiwanische Unternehmen aus seiner Ecke und dürfte sich erstmals an drei neue Geschäftsfelder wagen: Tablet, Smartwatch und Kamera.

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

Zumindest das letzte Produkt wurde bereits bestätigt: Die HTC Re ist die erste Action-Kamera von HTC und soll mit einem hochauflösenden Sensor und robuster Bauweise GoPro Konkurrenz machen. Die futurezone konnte die Action-Kamera bereits ausprobieren.

Piepsendes Periskop

Die Kamera liegt gut in der Hand, selbst mit größeren Händen lässt sich der knapp acht Zentimeter lange Griff gut umklammern. Der glatte Kunststoff fühlt sich etwas unpassend an, ist aber hochwertig verarbeitet. Hier hätte ein griffiges Material, wie beim Desire Eye, deutlich besser gepasst. Die Periskop-Form wirkt auf den ersten Blick unpraktisch für den Transport, mit einem Durchmesser von 26,5 Millimetern - vergleichbar mit einer dicken Brieftasche - lässt es sich aber angenehm für kurze Zeit in der Hosentasche platzieren.

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

HTC Re

Um ein versehentliches Auslösen in der Hosentasche zu verhindern, wurde ein kapazitiver Sensor im Griff verbaut. Dieser erkennt, ob der Benutzer die Re in der Hand hält. Laut HTC werde derzeit noch die Empfindlichkeit überarbeitet, sodass das Auslösen auch unter Wasser funktioniert.

Um ein Foto aufzunehmen, wird die silberne Taste auf der Rückseite einmal kurz betätigt. Die Kamera bestätigt das mit einem kurzen Ton, der auch abgeschaltet werden kann. Die Töne waren zum Anfang noch etwas verwirrend, da sowohl bei der Video-Wiedergabe als auch beim Fotografieren der selbe Ton zum Einsatz kommt. Eine LED auf der Rückseite gibt jedoch Auskunft darüber, ob gerade eine Videoaufnahme läuft.

Fisheye in Slow-Motion

Der Akku wird per microUSB geladen und kann nicht getauscht werden. Eine kleine LED an der unteren Hälfte des Griffs warnt den Benutzer zwar, wenn die Akkuladung bedrohlich niedrig ist, ohne Smartphone erfährt der Benutzer aber keine Details. An der Unterseite kann zudem ein Stativ befestigt werden. Neben dem Auslöser befindet sich unterhalb des „Periskops“ eine kleine Taste, mit der die Slow-Motion-Aufnahme gestartet werden kann. Diese werden jedoch nicht in 1080p, sondern 720p mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet.

Bilder werden nicht automatisch auf ein gekoppeltes Smartphone übertragen, sondern bleiben auf der microSD-Karte gespeichert. Der Benutzer kann diese jedoch manuell herunterladen. Die im Re verbaute Ultra-Weitwinkellinse nimmt Bilder in einem Winkel von 146 Grad auf und stellt sie so in einer Fisheye-Optik dar, ähnlich wie bei der GoPro. Die App kann diesen Effekt jedoch auf Knopfdruck entfernen, dabei gehen jedoch Bildinformationen verloren.

Hoffnung auf SDK

Die Qualität der Aufnahmen ist hervorragend. Selbst unter den schlechten Lichtbedingungen in der Halle, in der die Re gezeigt wurde, ließen sich scharfe Fotos schießen. HTC scheint den Fokus auf eine niedrige Belichtungszeit zu legen, damit auch „Action-Schnappschüsse“ mit viel Bewegung gelingen. Das ging erstaunlicherweise kaum zulasten der Helligkeit. Auch die Videoaufnahme ging gut von der Hand, im kurzen Test brauchte der Autofokus jedoch hin und wieder etwas, um sich nach raschen Bewegungen neu zu orientieren.

Die Re wird per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt, die Datenübertragung erfolgt über WLAN. Die Kamera fungiert als Access Point und soll in Zukunft auch Livestreaming per YouTube beherrschen. Mit dem bereits angekündigten SDK sollen Entwickler zudem die Re in ihre Apps integrieren können.

Fazit

Die HTC Re ist eine Action-Cam für die Selfie-Generation. Statt aufregender Sport-Szenen soll sie vor allem den Alltag festhalten. Das ist eine gewagte Strategie, über deren Erfolg im Weihnachtsgeschäft entschieden wird. Das Angebot ist zumindest gut gelungen. Die Fotos sind gestochen scharf, die Bedienung ist trotz kleiner Macken denkbar einfach. Vor allem das angekündigte SDK und das relativ umfangreiche Zubehör-Angebot zum Start klingen vielversprechend.

Der Zeitpunkt für den Start ist aber unglücklich gewählt: Vergangene Woche zeigte GoPro sein neues Lineup, darunter auch das Einsteiger-Modell Hero, das für 130 US-Dollar angeboten wird und ähnliche Video-Funktionen bietet. Mit einer UVP von 219 Euro ist die Re deutlich teurer, kann aber mit besseren Foto-Funktionen aufwarten. Die Action-Kamera-Markt ist aber zumindest um einen Mitbewerber gewachsen.