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11.05.2015

Intel: "Der Wunsch des Kunden nach Computing Power steigt"

Die futurezone hat mit Joachim Thomasberger, Regional Business Manager von Intel Österreich, über die Strategie des Konzern bei Wearables, Autos und Windows 10 gesprochen.

futurezone: Intel stellt laufend neue Prototypen vor. Sind das Designstudien um andere Unternehmen dazu animieren, diese Geräte zu bauen oder werden die tatsächlich von Intel auf den Markt gebracht?
Joachim Thomasberger: Der Prozess bei diesen Prototypen ist üblicherweise so: Wir überlegen uns solche Sachen, man weiß ja wo in etwa die Industrie hingeht. Dann bauen wir ein Referenzdesign. Diese Referenzdesigns schicken wir an unsere Partner die dann entscheiden, ob diese Technologien für sie vermarktbar sind. Ein Beispiel dafür ist unsere RealSense 3D Kamera. Wir haben sie als externe Kamera gebaut, jetzt erscheinen Notebooks, die die Technologie fix eingebaut haben.

Intel hat mit dem smarten Babystrampler, dem smarten Schmuck und Smart Clip Vorstöße in Richtung Wearables gemacht. Was darf man hier in nächster Zeit erwarten?
Es gibt seit ein paar Wochen eine Kooperation mit Google und Tag Heuer, das wird natürlich in Richtung Uhren gehen. Bereits verfügbar sind die In-Ear-Kopfhörer von SMS Audio mit eingebautem Pulsmesser mit Intel-Technologie. Die Sportuhr Basis Peak hat ebenfalls einen Pulsmesser mit Intel-Technologie verbaut.

Google und Apple drängen ins Auto. Welche Vision hat Intel für das Auto der Zukunft und selbstfahrende Autos?
Da kann ich im Moment nicht darüber sprechen, weil ich vorgreifen würde. Warten Sie die Ankündigungen ab. Prinzipiell kann man sagen, dass der Automarkt für alle IT-Firmen hochspannend ist. Es wird ganz massive Änderungen bei Autos geben und wir werden uns auf jeden Fall bei diesem Thema stark engagieren. Es gibt bestehende Kooperationen und diese werden wir auch ausbauen.

Soll mit der Expansion in den Kfz-Markt das schwächelnde Geschäft mit PCs und Notebooks ausgeglichen werden?
Die Grenzen zwischen den Geräten werden zusehend verschwinden, deshalb reden wir lieber von einem Markt für Consumer Devices anstatt für Computer. Wir machen Prozessoren für das gesamte Kontinuum. Da wird schon mal eine Kategorie weniger stark nachgefragt, dafür eine andere mehr. Nehmen wir zum Beispiel Netbooks: Diese Kategorie ist nicht mehr aktuell und wurde teilweise durch Tablets ersetzt. Wir machen auch Prozessoren für Tablets, deshalb ist es nicht so wichtig, wenn eine Kategorie durch eine andere ersetzt wird. Wichtig für uns ist, dass beim Konsumenten der Wunsch nach Computing Power steigt. Das ist gut für uns. Und dass es heute eine Vielfalt an Geräten gibt, ist gut für die Kunden.

Wie steht Intel zu Windows 10? Wird das die PC- und Notebook-Verkäufe heuer wieder antreiben?
Wenn ein neues Produkt den Markt stimuliert, ist uns das natürlich recht. Als Intel können wir uns aber nicht davon abhängig machen, dass ein Partner den Markt belebt. Wir müssen es aus eigener Kraft schaffen.

Microsoft hat für die Gesichtserkennung zum Einloggen in Windows 10 die Unterstützung der RealSense-3D-Kamera hervorgehoben. Das sollte doch für eine weitere Verbreitung dieser Intel-Technologie sorgen.
Die RealSense-3D-Kamera ist aber nicht an ein Betriebssystem gebunden, weshalb ich die Verbreitung unserer Technologien eher an Use Cases aufmachen würde. Als Technologie hat RealSense absolut die Kapazität neue Use Cases zu schaffen und so den Markt zu befeuern. Erst vor kurzem habe ich von einem neuen medizinischen Use Case dafür gehört. Im Krankenwagen werden mit einer 3D-Kamera offene Wunden gefilmt. Die 3D-Modelle werden an das Krankenhaus weitergeleitet, damit die schon die Behandlung vorbereiten und sofort damit beginnen können, wenn der Patient eintrifft. Auch die 3D-Drucker werden die Verbreitung von 3D-Kameras, etwa um Objekte einzuscannen, weiter vorantreiben.

Wie ist Intels Internet of Things Strategie?
Das Internet of Things ist eine totale Wachstumsbranche und für uns eine Erweiterung des Kontinuums. Da wir jetzt in der Lage sind Prozessoren mit sehr geringer Stromaufnahme zu bauen, wird dass das Internet of Things beflügeln. Wir arbeiten ganz hart daran, dass wir in dieser Wachstumsbranche mit dabei sind.