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28.02.2012

Joinbox: Schweizer bauen die ultimative Inbox

Ein junges Berner Team will einen "persönlichen Briefkasten für das digitale Zeitalter" schaffen und Nachrichten aus Mailbox, Twitter und Facebook an einer Stelle zusammenholen. Den Vorteilen des Dienstes stehen auch einige Nachteile gegenüber. Für futurezone-Leser hat Joinbox 50 exklusive Beta-Invites bereitgestellt.

In Zeiten der Informationschwemme, die aus den unterschiedlichsten Kanälen quillt, dürfte der Bedarf an einer Lösung, die alle Streams zusammenholt, am Steigen sein. Davon geht zumindest das Internet-Start-up Joinbox mit Sitz in Bern aus. Sie wollen ihren Web-Dienst, der kürzlich in der Closed-Beta-Phase gestartet ist, als "persönlichen Briefkasten des digitalen Zeitalters” positionieren. Nutzer können derzeit ihre E-Mails, Twitter- und Facebook-Aktivitäten auf einer zentralen Webseite zusammenholen. Gründer sind die Jugendfreunde Konrad Mazanowski, Felix Steiner, Fabian Jordi, Michael van der Weg und Tobias Kneubühler, die die erste, vorläufige Finanzierung mit Hilfe von Familien und Freunden aufgestellt haben.

Facebook, Twitter, E-Mail vereint

Hat man Joinbox über Zugriffsberechtigungen seine Nachrichtenquellen einmal anzapfen lassen, werden diese in einem gesammelten Stream auf der Startseite des persönlichen Accounts dargestellt. Auf Wunsch kann man sich auch nur den Facebook-Feed, Twitter-Stream oder E-Mail-Eingang zeigen lassen. Das Design erinnert dabei ein wenig an die offizielle iPad-App von Twitter: Bis zu drei, einander leicht überlappende Spalten lassen sich aufblättern - was nach kurzer Eingewöhnungsphase durchaus Sinn macht und Übersicht bringt.

Der "Briefkasten des digitalen Zeitalters” kann aber nicht nur empfangen, sondern auch senden: Erstellt man eine neue Nachricht, kann man als Empfänger seine Facebook-Freunde und/oder E-Mail-Korrespondenz auswählen. Interessant dabei ist, dass man die selbe Nachricht gleichzeitig an E-Mail-Adressen und Facebook-Freunde schicken kann. Twitter-Kontakte erreicht man wie gewohnt unter DMs (Direct Messages) und @-Replies.

Joinbox in Bildern:

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Google+, LinkedIn, Xing im Kommen
Was derzeit noch fehlt: Dateianhänge und die Möglichkeit, Facebook-Kontakte per Privatnachricht zu kontaktieren. Weiters sollte man Joinbox nicht als vollwertigen Twitter-Client-Ersatz ansehen, da dazu Funktionen wie Favoriten, Hashtag-Suche oder das Betreuen mehrerer Accounts fehlt. Außerdem sollen weitere Online-Netzwerke bei Joinbox eingebunden werden.

"Wir beginnen mit LinkedIn. Google+ ist ein Wunschkandidat, allerdings ist ihre Schnittstelle noch selbst in der Beta-Phase und erlaubt nur begrenzte Leserechte. Ähnliches gilt für die ausstehende Xing-Schnittstelle”, sagt Joinbox-Mitgründer Mazanowski zur futurezone. Auch soll es vorerst keine Desktop-App für PC, Mac oder Linux geben, die andere Mail-Programme ersetzen könnten. "Im Moment möchten wir uns eher auf die Weboberfläche und später auf mobile Geräte konzentrieren”, so Mazanowski.

Schnell dank Amazon-Servern

Auffällig für den blutjungen Dienst ist, dass die Nachrichten sehr flott empfangen und gesendet werden. "Die Daten werden im Moment in der Amazon Cloud gespeichert. Künftig werden wir auf eigenen Servern hosten”, sagt Mazanowski. Konkret nutzt Joinbox derzeit die Amazon Web Services, die Daten landen so auf Großrechnern in Irland. Das könnte bei einigen Interessierten für Unbehagen sorgen, die ihre Privatkorrespondenz nicht zusätzlich bei zwei weiteren Firmen liegen haben wollen.

Auch die geplante Auswertung der Daten ist nicht unproblematisch. So will Joinbox künftig eintrudelnde Nachrichten für den Nutzer automatisch nach persönlicher Wichtigkeit anzeigen und so die Spreu vom Weizen trennen. "Noch sind wir nicht so weit, außer ein paar grundlegenden Informationen, etwa Logins oder Dauer, werten wir gar keine Daten aus. In Zukunft werden wir damit beginnen, zum Beispiel doppelte Einträge zusammenzufassen oder Nachrichten nach Anzahl Likes, Retweets, und anderen Nutzerinteressen zu priorisieren”, sagt Mazanowski.

RSS-Funktion auch mit dabei
Eine zur Zeit noch etwas vernachlässigte Funktion ist die Möglichkeit, RSS-Feeds anzuzapfen. Das ist derzeit nur über die Eingabe eines Stichworts (z.B. "Futurezone”) möglich. Ein Ersatz für einen eigenständigen RSS-Reader wie Reeder ist Joinbox aber bei weitem nicht. Künftig soll eine Import-Funktion für die RSS-Liste des Google Readers geschaffen werden. Content-seitig soll man später auch YouTube oder Flickr bezüglich Updates anzapfen können.

Die Open-Beta-Phase von Joinbox soll in "mehreren Wochen” beginnen, bis dahin wird noch getestet. Interessierte futurezone-Leser, die die den Dienst bereits jetzt ausprobieren wollen, hat Joinbox unter diesem Link 50 Invite-Codes bereitgestellt bereit.

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