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Silicon Valley Juicero: 700 Dollar teure High-Tech-Saftpresse ist sinnlos.

Foto: Juicero
Juicero konnte mehr als 120 Millionen Dollar an Risikokapital einsammeln. Nun steht das Start-up vor dem Aus, weil sich die Saftpäckchen auch mit der Hand auspressen lassen.

Juicero, eine Saftpresse des gleichnamigen US-Start-ups, steht derzeit heftig in der Kritik. Wie US-Medien berichten, handelt es sich beim Juicero um eine Maschine, in die vom Hersteller verkaufte Säckchen mit vorgeschnittenem Obst und Gemüse gesteckt werden. Das Funktionsprinzip ähnelt dem von Nespresso-Maschinen, da der Kunde auf die proprietären Plastiksäckchen des Herstellers angewiesen ist. Das Problem: Die Säckchen lassen sich auch ohne die 400 Dollar teure Maschine des Start-ups auspressen.

Hersteller ahnte Probleme

Dieses peinliche Details sorgt nun für Spott und Häme im Silicon Valley. Zugleich zeigen sich viele Experten aber auch entsetzt, denn das Start-up bekam mehr als 120 Millionen Dollar an Risikokapital, unter anderem von Alphabet und Kleiner Perkins Caufield & Byers. Das Geschäftsmodell hat sich ohne Zweifel in den USA als erfolgreich erwiesen. Neben Kaffee werden mittlerweile auch Tee, Wein, Bier oder Marihuana in ähnlichen proprietären Systemen verkauft.

Die Maschine kostete ursprünglich 700 US-Dollar, wurde aber im Vorjahr verbilligt. Laut Angaben des US-Start-ups zählen vor allem Hotels und Restaurants. Einzelne Saftpäckchen kosten zwischen fünf bis acht US-Dollar. Der Hersteller dürfte wohl geahnt haben, dass sich das Geschäftsmodell leicht aushebeln lässt, denn die Säckchen wurden nur an Kunden verschickt, die nachweislich die Saftpresse besitzen.

Juicero: Sicherheit nur mit Maschine gegeben

Juicero verteidigt sein Produkt. Demnach sei ihnen bewusst, dass die Päckchen auch mit der Hand ausgepresst werden können, die Kunden würden aber die Maschine bevorzugen, weil das einfacher und sauberer sei. Zudem liest die Maschine einen QR-Code auf der Rückseite aus, der davor warnt, wenn der Inhalt abgelaufen oder das Päckchen zurückgerufen wurde. Die Mindesthaltbarkeit ist allerdings auch auf der Packung angegeben.

In einem Blogeintrag auf Medium verteidigt CEO Jeff Dunn das Produkt und hebt insbesondere den Gesundheits-Aspekt hervor. So könne man nur durch das Einlegen sicherstellen, dass die Zutaten frisch und sicher seien, da ein Päckchen binnen acht Tagen verbraucht werden muss. Zudem schmecke der Saft besser, auch da dieser mit einem Druck von „vier bis fünf Tonnen“ ausgepresst werde. Kurioserweise konnten in Tests die Päckchen ähnlich schnell mit der Hand ausgedrückt werden wie mit der Maschine.

(futurezone) Erstellt am 22.04.2017, 12:09

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