Produkte 17.02.2012

LG Prada 3.0: Mode-Smartphone in Monochrom

LG beweist mit dem neuen Prada Phone, dass auch Handys, die mit Brandings von Modelabels versehenen sind, technisch überzeugen können und das eigene Oberflächen für Android stilvoll aussehen. Die futurezone hat das Smartphone-Erlebnis in Schwarz-Weiß-Grau getestet.

Armani, Prada, Dolce & Gabbana, Puma, Levi’s und Diesel: Diese Fixgrößen in der Modebranche wagten bereits Kooperationen mit Elektronik-Herstellern, um ihr Label auf Handys zu verewigen. Die Resultate waren meist mäßig und im schlimmsten Fall Abzocke – für veraltete Technik mit dem Schriftzug eines Modefabrikanten musste man mehr zahlen, als für technisch fortschrittlichere Modelle.

In LGs drittem Anlauf ist das anders. Mit dem "Prada Phone by LG 3.0" werden nicht einfach "Restl verwertet", indem ein Auslaufmodell den Prada-Schriftzug verpasst bekommt, sondern ein Hardware-technisch durchaus ansprechendes Smartphone auf den Markt gebracht – das noch dazu eine der bisher gelungensten Android-Oberflächen besitzt.

1 / 11
©Gregor Gruber

IMG_1058.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1112.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1232.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1078.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1091.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1086.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1104.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1092.jpg

©Gregor Gruber

IMG_1094.jpg

©Gregor Gruber

v

©Gregor Gruber

IMG_1102.jpg

Design & Handling
Von außen sieht man dem Prada Phone seine edle Herkunft kaum an, wenn nicht der "PRADA"-Schriftzug mittig über dem Display stehen würde. Protzig wirkt das Smartphone dennoch nicht, aber auch nicht dezent. Obwohl das Display mit einer Diagonale von 4,3 Zoll gleich groß wie das des Samsung Galaxy SII ist, ist das Prada Phone um 2,5mm höher und 4mm breiter. Dadurch wirkt es etwas wuchtiger als Samsungs Erfolgsmodell und dürfte für Nutzer mit kleineren Händen nicht mehr allzu gut in der Hand liegen. User mit großen Händen sollten keine Probleme haben. Die Lautstärkentasten an der linken Seite sind in einer angenehmen Höhe platziert. Nur die Standby-Taste an der Oberseite ist bei der einhändigen Bedienung nicht ganz so komfortabel zu erreichen.

Das angenehme Handling wird durch den abgerundeten, silberfarbenen Rand verstärkt. Ein echter Mode-Fauxpas ist hingegen die Plastikabdeckung an der Rückseite. Die Textur des Plastiks soll das berühmte Prada-Leder imitieren. In diesem Fall sieht es aber weder hübsch aus, noch fühlt es sich gut an. Trotz der Textur ist die Rückseite eher rutschig und vermittelt beim Benutzen des Handys leider nicht das Gefühl, ein hochwertiges Smartphone in Händen zu halten.

Display
Das LCD-Display hat 4,3 Zoll und eine Auflösung von 800x480 Pixel. Es nutzt LGs Nova-Technologie, die schon beim LG Black zum Einsatz gekommen ist. Das Display ist dadurch sehr hell - auch bei direktem Sonnenlicht sind Inhalte noch gut zu erkennen. Unter dem Display sind noch die vier üblichen Android-Softtouchtasten.

Oberfläche
Das Highlight des Prada Phones ist die modifizierte Android-Benutzeroberfläche. Nahezu alle Elemente, Menüs und Basisfunktionen, inklusive Widgets und die Icons der Apps, wurden in Schwarz, Weiß und Grau umgefärbt. Das Monochrome wirkt aber keinesfalls deprimierend oder trist, sondern edel und stylish. Nur bei einigen Setups hat sich noch ein grüner Android-"Weiter"-Button eingeschlichen und die Icons der Google-Dienste wurden nicht umgefärbt. Das kann man allerdings manuell nachholen. Für jede App, die auf einem der Homescreens platziert wird, kann das Icon geändert werden. Insgesamt stehen 82 monochrome Icons zur Auswahl.

Am unteren Bildschirmrand ist eine Schnellwahlleiste mit vier Apps. Drei der vier Apps können ausgetauscht werden, die gesamte Leiste kann aber nicht deaktiviert werden. Im App-Menü sind die Apps in Kategorien eingeteilt, die aufgeklappt werden können. Es können auch neue Kategorien hinzugefügt oder unerwünschte entfernt werden. Wem diese Ansicht nicht gefällt, der kann auf die übliche Seitenansicht wechseln.

Leistung
Ganz Mode-Handy-untypisch gibt es beim Prada Phone nicht veraltete Eingeweide, sondern eine Dual-Core-CPU mit 1GHz, 1GB RAM, 8GB internen Speicher (mit MicroSD erweiterbar) und sogar ein NFC-Modul. Die Bedienung ist durchgehend flüssig, nur im Browser ist ab und zu ein Ruckler bemerkbar. Ein wenig störend ist im Browser, dass die Leiste mit den Bedienelementen am unteren Bildschirmrand fix eingeblendet ist. Besonders im Querformat nimmt dies beim Betrachten einer Website unnötig Platz weg.

Der Akku entspricht mit 1540mah in etwa dem derzeitigen Standard bei Premium-Android-Smartphones. Mit der Laufzeit eines Samsung Nexus Galaxy oder Galaxy Note kann das Prada Phone nicht mithalten, ein Tag bei normaler und eineinhalb Tage bei moderater Nutzung sind möglich. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut. Der Lautsprecher für die Medienwiedergabe gehört zum Smartphone-Standard: Die Lautstärke ist in Ordnung, Bass gibt es nahezu keinen.

Kamera
Die 8-Megapixel-Rückkamera überzeugt bei guten Lichtverhältnissen durch Bildschärfe, eine gute Detailzeichnung und kräftige Farben. Bei schwachem Licht fallen die Ergebnisse, wie bei so gut wie allen Smartphones, ernüchternd aus. Videos werden in FullHD aufgenommen, auch hier ist die Qualität durchaus in Ordnung.

An der Oberseite ist die Taste angebracht, die die Kamera-App aufruft. Diese ist als "Spiegeltaste" konzipiert – die allerdings nur ans solche funktioniert, wenn in der Kamera-App zuvor auf die Frontkamera gewechselt wurde. Hier wäre es konsequenter gewesen, wenn die Taste die App immer mit der Frontkamera starten würde. Ist die Kamera-App gestartet, dient die Taste auch als Auslösetaste. Durch die Positionierung und da es nur eine Einweg-Taste ist (kein Auslösen des Autofokus wenn die Taste nur halb gedrückt wird), ist sie für diese Funktion aber unbrauchbar.

Fazit
Das Prada Phone ist besser als man vermuten würde, dennoch ist der UVP von 700 Euro (Preisvergleichsportal ab 534 Euro, ab 0 Euro bei Drei) relativ hoch. Denn während die Leistung in Ordnung geht, muss um diesen Preis definitiv die unschöne Plastik-Rückseite kritisiert werden, die vielleicht zu einem Kik-Handy, aber nicht zu einem Prada-Smartphone passt.

Wer mit der billigen Rückseite leben kann, bekommt mit dem Prada Phone ein sehr gutes Android-Handy, dessen Display strahlendem Sonnenschein trotzt und das durch die stylishe Oberfläche positiv auffällt. Alternativen sind das weniger stylishe aber günstigere Samsung Galaxy SII (ab 430 Euro) und das HTC Sensation (ab 370 Euro).

Mehr zum Thema

  • HTC Sensation XE: Guter Sound als Gimmick
  • Galaxy Nexus: Flottes Flaggschiff im Test
  • Android-Phone Samsung Galaxy SII im Test
  • HTC Sensation: Schickes Dual-Core-Handy im Test

Modell:
Prada Phone by LG 3.0
Betriebssystem:
Google Android 2.37
Display:
4,3 Zoll Nova-LCD, 800x480 Pixel
Prozessor:
1GHz Dual Core OMAP4430
RAM:
1GB
Speicher:
8GB
Kamera:
8 Megapixel, Videos in 1080p, Frontkamera 1,3MP
Dimensionen:
127,5 x 69 x 8,5 mm, 135 Gramm
Preis:
699 Euro UVP, ab 0 Euro bei Drei

( futurezone ) Erstellt am 17.02.2012