Produkte 04.05.2018

T-Mobile unterstützt Google Chat, Drei und A1 evaluieren

© Bild: Getty Images/iStockphoto / diego_cervo/iStockphoto

T-Mobile wird den SMS-Nachfolgestandard RCS offiziell unterstützen und damit auch Google Chat ermöglichen.

T-Mobile wird den als SMS-Nachfolger kolportierten Standard RCS (Rich Communication Services) unterstützen. Das bestätigte der Mobilfunker auf Anfrage der futurezone. Damit werden Smartphones im T-Mobile-Netz künftig auch Google Chat unterstützen. Diese neue App von Google soll Android Messages, die Standard-SMS-App in Android, ersetzen und durch neue Funktionen Apples iMessage und Facebooks WhatsApp Konkurrenz machen.

Warten auf Antwort

T-Mobile Österreich verweist auf Anfrage darauf, dass die Deutsche Telekom bereits in anderen Märkten RCS unterstützt, unter anderem Deutschland, den USA, Griechenland, Rumänien, der Slowakei sowie Albanien. Einen Zeitplan sowie Details konnte man aber nicht nennen. 

Bei Drei und A1 zeigt man sich zurückhaltender. Auf Anfrage der futurezone bestätigten beide Mobilfunker, dass man noch evaluiere, ob RCS künftig angeboten werden soll. Ausschließen wollte es aber auch niemand, weswegen man noch nicht mit Gewissheit sagen kann, ob T-Mobile der erste RCS-Anbieter in Österreich sein wird.

Der SMS-Nachfolger ist bereits seit einem Jahrzehnt in Entwicklung. Seit 2012 wird RCS in einigen Märkten als „joyn“ angeboten, allerdings mit mäßigem Erfolg. 2016 stellten beispielsweise südkoreanische Mobilfunker das Angebot ein, weil man gegen den Lokalrivalen KakaoTalk nicht ankam. Zuletzt gewann die Initiative dank der breiten Unterstützung durch Google wieder an Fahrt. Google kündigte an, dass man die Entwicklung seiner Chat-App Allo vorübergehend pausieren und stattdessen eine neue, auf RCS basierende App namens Google Chat entwickeln wolle.

Hoffen auf Messenger-Markt

Diese soll in den kommenden Monaten erscheinen und auf aktuellen Android-Smartphones per Update nachgereicht werden. RCS unterstützt zahlreiche Funktionen, die die SMS funktional modernen Messenger-Apps näherbringen soll. So werden Lesebestätigungen wie bei WhatsApp angezeigt, Fotos und Videos können in deutlich besserer Qualität verschickt und Inhalte, wie Standortdaten, werden mit einer kurzen Vorschau dargestellt. Zudem werden interaktive Lösungen, wie Chatbots, ermöglicht.

Um RCS nutzen zu können, muss allerdings auch der Netzbetreiber sowie das Gerät den Standard unterstützen. Weltweit unterstützen aktuell rund 60 Netzbetreiber sowie elf Hersteller, darunter Samsung, Huawei, LG und HTC den RCS-Standard. Apple zeigte sich bislang zurückhaltend und kündigte keinerlei Pläne an, RCS in iOS zu integrieren.

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Ob die Nutzung von RCS bzw. Google Chat kostenpflichtig sein wird, ist unklar, aber unwahrscheinlich. Vielmehr dürften die Netzbetreiber versuchen, die Geschäftsmodelle der Konkurrenz zu kopieren. Wie bei WhatsApp und iMessage dürfte die private Nutzung kostenlos sein, für gewerbliche Zwecke wird jedoch eine Gebühr verrechnet. Sowohl WhatsApp (WhatsApp for Business) als auch Apple (Business Chat) experimentieren derzeit mit derartigen Produkten.

„RCS gilt auch als Zukunftstechnologie und Plattform für Chatbot-Dienste und wird perspektivisch unter anderem im Kundenservice zum Einsatz kommen“, sagt ein T-Mobile-Sprecher auf Anfrage. „Heute antworten viele Firmen per SMS. Das ist aber eine Einbahnstraße, es gibt keine Antwortmöglichkeit für den Kunden. Künftig wird das über RCS-Dienste laufen, da diese rückkanalfähig sind und Interaktion mit dem Kunden ermöglichen.“

( futurezone ) Erstellt am 04.05.2018