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16.03.2017

Virtual Reality: Schwerer Start für Googles Daydream

© Bild: Google

Googles VR-Chef erklärt im futurezone-Gespräch wie der Technologiekonzern in Sachen Virtual Reality langfristig bestehen will.

Google hat im Rahmen der I/O 2016 die Virtual-Reality-Plattform Daydream gestartet. Damit soll ein Standard für die virtuelle Realität geschaffen werden, Basis ist eine Kombination aus Hardware- und Software-Ökosystem. Die Hoffnung ist, dass Daydream das für Virtual Reality wird, was Android für Smartphones ist. Bislang ist die Strategie allerdings noch nicht wirklich aufgegangen.

Wenig Daydream-Phones

Hardware-Hersteller sind noch nicht wirklich auf den Zug aufgesprungen. Die Anzahl an Smartphones, die als Daydream-ready klassifiziert werden, ist noch überschaubar. Zu den populärsten Vertretern zählen Googles hauseigene Pixel-Phones. Auch aktuelle am Mobile World Congress (MWC) vorgestellte Flaggschiffe großer Hersteller sind nicht Daydream-ready.

Amit Singh, Googles VR-Chef hält das auf Nachfrage der futurezone aber für kein problematisches Signal. “Wir haben die Plattform erst vor wenigen Monaten gestartet. Wir wollen langfristig bestehen.” Er ist überzeugt davon, dass die Zahl Daydream-fähiger Smartphones in Zukunft massiv anwachsen wird. “Heuer haben wir 15 Millionen kompatible Smartphones, nächstes Jahr sind es vielleicht schon 30 oder 50.”

© Bild: Samsung

Samsung geht eigenen Weg

Auch den Umstand, dass Samsung bei dem auf dem MWC gezeigten neuen Gear-VR-Headset samt Controller den Standard außen vorlässt, hält Singh nicht für bedenklich. “Es ist gut, Innovationen auf dem Feld Virtual Reality zu sehen. Einen Controller zu machen ist eine gute Sache.” Völliges Verständnis dafür, dass Samsung stattdessen ein sein eigenes Süppchen kocht, hat er aber dennoch nicht: “Natürlich wäre es besser, wenn sie Daydream aufgegriffen hätten. Aber mit der Zeit wird es einfach auch mehrere Alternativen geben”, so Singh.

Aktuell untersuche man sehr genau, wie Menschen Daydream nutzen. Dabei hat sich laut Singh herausgestellt, dass der dominierende Content Videoinhalte sind. Spiele sind dabei eher im Hintergrund. Grund dafür ist unter anderem, dass es relativ viele Ressourcen kostet, ein gutes VR-Spiel zu programmieren. Aktuell verbringen Daydream Nutzer etwa 40 Minuten pro Woche in der virtuellen Realität. “Wir wollen diesen Zeitraum steigern”, so Singh. “Wenn man jemanden dazu bringt, Zeit mit Virtual Reality zu verbringen, will er das öfters machen”, so der Google-Manager.

Kein aktualisiertes Cardboard

Bill Nye, using a Google Cardboard virtual reality headset, attends the Disney Junior and XPRIZE launch of "Miles from Tomorrowl… © Bild: Andy Kropa/Invision/AP
Millionenfach wurde Googles Daydream-Grundstein Cardboard angenommen. “Wir haben zehn Millionen Cardboards ausgeliefert. Und das sind nur unsere, von denen wir wissen”, so Singh. Daneben gibt es noch zahlreiche Nachbauten, die ebenfalls im Umlauf sind. “Wir erleben bei Cardboard immer noch ein großes Wachstum”. Besonders stolz ist man etwa auf den Einsatz im Bildungssystem. Laut Singh kann Cardboard sehr kostengünstig für Schulen besorgt werden und ermöglicht Dinge wie virtuelle Ausflüge.

Ein aktualisiertes Referenzdesign wird es in absehbarer Zeit nicht geben, wie Adrienne McCallister. die ebenfalls im Management von Googles VR-Sparte arbeitet, gegenüber der futurezone erklärt. “Wir wollen nur weiterhin sicherstellen, dass es einfach zugänglich ist.”